Eine junge Generation übernimmt die Verantwortung

Claudius Höniges geht ins Rennen für das Bürgermeisteramt Sanktanna

Mittwoch, 18. Mai 2016

Claudius Höniges ist der Kandidat seitens des Deutschen Forums für das Bürgermeisteramt Sanktanna.
Foto: Privat

Auch wenn die Arader Ortschaft Sanktanna eine der aktivsten deutschen Gemeinschaften Westrumäniens vorzuweisen kann, hat das Deutsche Forum seit bereits drei Amtszeiten keinen Vertreter mehr im dortigen Stadtrat. Dornröschen soll nun aber aus ihrem langen Schlaf wach geküsst werden. Darum kümmert sich ein junges Team, das sich bereit erklärt, das Schicksal der Gemeinde in die Hände zu nehmen. Den Listenfüher für den Sanktannaer Stadtrat und zeitgleich Bürgermeisterkandidat seitens des örtlichen Deutschen Forums lernen Sie nun näher kennen: Es ist Claudius Höniges, 27 Jahre alt, in Sanktanna geboren und aufgewachsen. Das Gespräch mit Claudius Höniges führte Adrian Ardelean.

 

Warum haben Sie sich entschlossen, zu kandidieren?

Diesen Beschluss habe ich gemeinsam mit einem jungen Team deswegen getroffen, weil die herkömmlichen politischen Parteien dieselben Kandidaten aufstellen wie vor vier Jahren. Deswegen können wir sagen: Sanktanna steht dort, wo wir vor vier Jahren auch standen. Deswegen stellen wir uns als eine Alternative vor.

Was nimmt sich das Team des Deutschen Forums in Sanktanna für die nächsten vier Jahre vor?

Zu unseren Hauptzielen zählen wir die Errichtung einer Umgehungsstraße. In Sanktanna wird die Landwirtschaft immer noch groß geschrieben. Demzufolge gibt es viele Transporte von Getreidehändlern und man kann nicht alle Straßen für das schwere Gefährt vorbereiten. Die Umgehungsstraße wäre hier die Lösung dieses Problems. Ein weiteres, für uns sehr wichtiges Ziel ist der Sanktannaer Wochenmarkt, der genau so wie vor hundert Jahren drei Mal die Woche abgehalten wird (diesntags, donnerstags und sonntags). Dieser Markt hat vor Jahren Sanktanna im Kreis Arad nach oben gebracht, dadurch hat die Stadt schöne Gelder eingenommen, nun ist er aber etwas zurückgeblieben. Die Wochenmärkte in den Ortschaften um Sanktanna sind mittlerweile größer und bedeutender als der in Sanktanna. Wir stellen uns auch vor, einen Jahrmarkt für Kleintiere zu veranstalten. Des weiteren gibt es in Sanktanna keine Möglichkeit, Obst und Gemüse zu verarbeiten. Dieses wäre in Zusammenhang mit dem Wochenmarkt eine weitere Option. Desselben wurde in Sanktanna vor ein paar Jahren die Mühle abgeschafft, was ein Problem für die Bewohner darstellt. Daher wollen wir in diesem Projekt auch eine Mehlmühle mit einer kleinen Kapazität unter der Verwaltung des Rathauses wieder neu gründen. Ein anderes Ziel unseres Teams ist die Zurücksetzung der Steuer für gewerbezweckenutzenden Gebäude von einem Prozent auf die minimale Grenze von 0,2 Prozent herabsetzen. Dadurch erhoffen wir uns, mehrere kleinere Investoren für Sanktanna zu finden, die ihrerseits Arbeitsplätze schaffen. Ein weiteres Projekt ist für uns die Wiederinfunktionsnahme der Kulturhäuser in Sanktanna, darunter das Lambert-Steiner-Haus und das Kulturhaus in Altsanktanna. Diese funktionierten noch vor 20-30 Jahren und ihre Bausubstanz ist immer noch in Ordnung. Die Gebäude sollen dazu dienen, dass wir jedem Viertel von Sanktanna eine Möglichkeit bieten, Kulturaktivitäten durchzuführen, sei es seitens der Schule, der Kindergärten, der Kirchen oder sogar Sozialprojekte.

Nicht zuletzt ist Sanktanna eine der wenigen Ortschaften West-Rumäniens, wo mehrere traditionelle Feste der Deutschen, der Schwaben aus dieser Region noch gepflegt werden. Haben Sie auch in diesem Bereich etwas vor?

Sicher möchten wir die Traditionen - sowohl der Deutschen, als auch der Rumänen - in Sanktanna pflegen udn weiterführen. In Sanktanna gibt es seit 17 Jahren das Maibaumfest. Dadurch, dass wir noch wenige Deutsche hier geblieben sind, wird dieses Fest auch mit rumänischer Hilfe gestaltet. Genauso ist es auch beim Kirchweihfest. Ohne der rumänischen Beteiligung wären diese Feste nicht mehr möglich. In Sanktanna gibt es noch eine der wenigen Schulen außerhalb der Großstädte, wo Deutsch als Mittersprache bis zur 8. Klasse unterrichtet wird. Diesen Kindern muss ermöglicht werden, dass sie dank ihrer Deutschkenntnisse, die sie hier erworben haben, nach dem Schulabschluss ein Pluspunkt beim Start ins Leben haben.

Wie schätzen Sie ihre Chancen bei den diesjährigen Kommunalwahlen ein?

Ich kann noch keine Prognose machen. Was ich aber bemerken konnte, ist ein Aha-Effekt seitens der Bevölkerung. Das hören wir von den Leuten: „Ein junges Team, das bei den diesjährigen Kommunalwahlen in Sanktanna dabei ist”.

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