Eine Milliarde Euro für Haftanstalten nötig

Justizminister Cazanciuc versucht es mit europäischem Geld

Samstag, 07. März 2015

Bukarest (Mediafax/ADZ) - Justizminister Robert Cazanciuc wurde von Journalisten gefragt, ob er der Einladung von Ex-Ministerin Monica Iacob Ridzi Folge leisten und einige Haftanstalten  inspizieren werde. Er entgegnete, dass er 2005 in der Leitung der Gefängnisse tätig war und dass er die Zustände kenne. Seit 1989 habe man in diesem Bereich fast nichts verbessert.

Die Angelegenheit sei jetzt sichtbar geworden, weil viele Leute, die einsitzen, darüber reden. Einige aber hätten, als sie in Amt und Würden waren, etwas für die Verbesserung der Zustände in den Gefängnissen tun können und haben es nicht getan. Einige dieser Gefängnisse seien 100 Jahre alt, man brauche rund eine Milliarde Euro, um sie herzurichten oder neue zu bauen. Aus dem rumänischen Staatshaushalt mache man zwar Jahr für Jahr einiges für die Verbesserung der Bedingungen, es seien jedoch europäische Fonds nötig.

Robert Cazanciuc erinnerte daran, dass er Ende vorigen Jahres mit dem italienischen Justizminister eine Initiative gestartet habe und dass diese anscheinend Erfolg hat. Sieben EU-Staaten würden dieses Vorhaben unterstützen, man möchte eine europäische Finanzierung für die Verbesserung der Infrastruktur der Haftanstalten finden.

Gegenwärtig sitzen rund 30.000 Personen in den Haftanstalten ein und in den letzten drei Jahren habe diese Zahl nicht zugenommen, sagte Cazanciuc.

Kommentare zu diesem Artikel

Sraffa, 09.03 2015, 02:51
Inhaltlich teile ich die Auffassung von Dirk. Ergänzen möchte ich daß die Rumänische Justiz die bestehenden Möglichkeiten der materiellen Bestrafung ( Geldstrafen / Vermögenseinzug etc. ) anstatt der Freiheitsstrafen überhaupt nicht gut nutzt.
Die Realität des Vollzugs von Vermögenseinziehungen ist entweder eine einzige Bankrotterklärung der Rumänischen Verwaltung oder das Eingeständnis dieser Verwaltung, mit Banditen zu paktieren.
Manfred, 08.03 2015, 11:53
Liebe Leute!Vergesst eines bitte nicht:auch Strafgefangene sind Menschen,nicht alle Strafgefangenen sind Politiker...Wie wäre es denn mit Arbeitspflicht im Knast,wie es in D auch ist,mit dem erwirtschaftetem Geld könnte der Staat entlastet werden.Was es in keinem Fall geben darf sind hotelartige Bedingungen für"VIP-Knastis"-gleiches Recht für alle!
Ottmar, 07.03 2015, 21:10
Nicht oft Helmut aber hier stimme ich dir zu 100% zu insbersonderen wenn sich Leute jetzt beschweren die eigentlich für bessere Bedingungen hätten sorgene könnnen. Da muss ich sagen nicht mal hier waren Rumäniens Politiker weitsichtig genug . Wekche Ironie
Helmut, 07.03 2015, 16:40
Geld für die Renovierung von Haftanstalten oder Bau einer neuen durch europäische Länder ist abzulehnen.Die Menschen der betroffen Länder würden keine Verständnis für einen solchen
Schwachsinn aufbringen.In Österreich wollte man vor einigen Jahren ein solches Projekt zusammen mit Rumänien verwirklichen,aber der Widerstand der Bevölkerung gegen dieses Vorhaben war so gross,dass es wieder abgeblasen werden mußte.Haftenanstalten modernisieren oder neu zu bauen ,dass muß Rumänien schon selbst.Jeder der einVerbrechen begeht,weis was ihm/sie in Falle einer Inhaftierung erwartet.Gelder benötigen wir für wichtige Zukunftprojekte,für Soziales,Bildung usw. Geld für Gefängnisse liegt an letzter Stelle.Vielleicht könnten die ObergaunerInnen ein gössern Beitrag dafür leisten.
Manfred, 07.03 2015, 16:02
Stimmt,Dirk,das kann man auch anders machen:Geldstrafen,elektronische Fußfesseln,gemeinnützige Arbeit,Ausreiseverbote wären u. a. geeignet.
Dirk, 07.03 2015, 11:06
Im Prinzip kann ich da Rudi nur zustimmen, was das Land braucht ist eine Infrastruktur bei Bildung und medizinischer Versorgung!! Natürlich grenzen die Verhältnisse in den Gefängnissen bestimmt an denen der Menschenwürde, das tun sie bei der armen Landbevölkerung aber auch. Generell sind m.E. zu viele Menschen im Gefängnis, und das nicht nur in Rumänien! Was soll ein Betrüger im Gefängnis, jemand der mit 1,7 Promille Auto gefahren ist...etc...etc? Ins Gefängnis gehören Vergewaltiger und Mörder! Alle anderen Straftäter sollten eine alternative Maßregelung erfahren und etwas zum Wohle der Gesellschaft beitragen! Wir erinnern uns; in zivilisierten Gesellschaften soll der Strafvollzug nicht der Rache oder Sühne dienen, sondern der Besserung der Individuen! Unter dem Hintergrund, daß ein Knastplatz pro Tag mehr kostet als ein Spitalsplatz auch dringend nötig diese Verhaltenswendung! Dann würde es nämlich ausreichen, die dann verbleibenden Kriminellen richtig unterzubringen.
rudi, 07.03 2015, 08:51
ich würde erst einmal bei den Schulen, und bei den Krankenhäuser anfangen, denn das wäre wohl wichtiger! zum Schluss verlangen diese politischen Gefangenen noch einen neuen Luxusknast...mit Pool...etc!!!!

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