Einheimische Schweinerassen auf Temescher Bauernhöfen

Rumänische Verbraucher mit erhöhtem Interesse an Mangalitza-Fleisch

Samstag, 10. März 2018

Temeswar (ADZ) - Knapp 30 Bauernhöfe aus dem Kreis Temesch haben bei der Landwirtschaftsdirektion Ferkel aus den einheimischen Rassen Mangalitza und Bazna angefordert, über 200 Exemplare sollen demnächst geliefert werden. Dies gab die Behörde in Temeswar bekannt. Im Rahmen des Ende 2017 angekündigten Förderprogramms zur Erhaltung autochtoner Schweinerassen hat die Temescher Landwirtschaftsdirektion Verträge mit neun anerkannten Züchtern geschlossen, die den Interessenten aus dem Kreis Temesch die Ferkel zur Verfügung stellen werden. Mindestens zwei und höch-stens zehn Jungtiere können Bauernhöfe erhalten, die sich an dem Programm beteiligen wollen. Dabei verpflichten sie sich, vom Landwirtschaftsministerium zertifizierte Schlachthöfe mit wenigstens der Hälfte ihrer gemästeten Tiere zu beliefern, das Schlachtgewicht muss mindestens 130 Kilogramm pro Schwein betragen. 4,6 Millionen Lei stellt die Regierung für dieses Förderprogramm zur Verfügung.

Wie die ADZ Ende vergangenen Jahres berichtete, geht es den Behörden in erster Linie um den Erhalt des Mangalitza- und des Bazna-Schweins, alte Rassen, die auf dem Gebiet Rumäniens und insbesondere in Siebenbürgen gezüchtet worden sind, aber auch um die Erhöhung der Schweinefleischproduktion. Rumänien kann derzeit den Eigenbedarf aus einheimischer Produktion nicht decken und ist auf hohe Importe angewiesen. So zum Beispiel, stammte knapp die Hälfte des 2016 konsumierten Schweinefleischs aus dem Ausland, der Wert der einschlägigen Importe bezifferte sich auf 343,5 Millionen Euro. Rumäniens Schweinefleischexporte lagen vorvoriges Jahr dagegen bei nur 49 Millionen Euro.

Sowohl das Mangalitza- als auch das Bazna-Schwein gehörten zu den traditionellen Schweinerassen in Siebenbürgen, wurden jedoch im 20. Jahrhundert vor allem von englischen Rassen verdrängt. Das Bazna-Schwein entstand 1872 in Baaßen/Bazna im heutigen Kreis Hermannstadt/Sibiu, gekreuzt wurde das Mangalitza-Schwein mit der englischen Berkshire-Rasse. Gehalten wurde es in Siebenbürgen und dem Banat, zunächst vor allem um Mediasch, Hermannstadt und Fogarasch.

Für den Erhalt des Mangalitza-Schweins setzen sich insbesondere ungarische Landwirte ein, die Rasse wird als magyarisch anerkannt. In Rumänien ist das Interesse an dieser alten Rasse seit ein paar Jahren ebenfalls gestiegen, der wichtigste Züchter stammt aus dem Kreis Maramuresch. Noch in den 1970er Jahren sollen rumänische Bauernhöfe etwa eine halbe Million Mangalitza-Schweine gezüchtet haben, jetzt dürfte es landesweit etwa 35.000 Exemplare geben. Jedenfalls ist auch ein gestiegenes Verbraucherinteresse zu beobachten, in zahlreichen Restaurants im Banat und in Siebenbürgen werden in-zwischen Mangalitza-Gerichte angeboten, Wurstwaren aus Mangalitza-Fleisch sind bei ausgewählten Fleischhauern ebenfalls erhältlich.

Kommentare zu diesem Artikel

Peter, 10.03 2018, 11:30
Was ist mit den internationalen Schweinemast-Betrieben, die das Grundwasser mit Fäkalien verschmutzen und einen ungestillten Landhunger haben, wie z. B. die Premium Porc Group?

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