Einheimische Zuckerindustrie in der Krise

Deutscher Konzern schließt Großwardeiner Werk

Mittwoch, 17. Januar 2018

Symbolfoto: pixabay.com

Bukarest (ADZ) – Bereits im September 2017 hatten sie mit der Schließung gedroht, nun haben die deutschen Eigentümer der Zuckerfabrik in Großwardein/Oradea ernst gemacht: Ab Frühjahr wird das Werk schließen, 215 Mitarbeiter entlassen. Verhandlungen zwischen dem Kölner Zuckerhersteller Pfeifer & Langen und den Bauern, die im Kreis Bihor Zuckerrüben anbauen, waren bereits Ende 2017 gescheitert. Damals hatte die Werkleitung mit Bauern auch aus den Kreisen Arad, Temesch/Timiş und Sathmar/Satu Mare verhandelt, doch zu einer Einigung konnte es nicht kommen, wie ein Farmer der Lokalpresse in Großwardein sagte. 516 Euro betrug der Preis, den diese pro Tonne Zuckerrüben haben wollten, in Deutschland und Polen soll er bei nur 320 Euro liegen. Doch die etwa 90 Farmer, die den Rohstoff für die Großwardeiner Zuckerfabrik geliefert haben, konnten keinen niedrigeren Preis akzeptieren und müssen nun umsatteln. Das 1870 gegründete Kölner Unternehmen will nun die Produktion an billigere Standorte in Polen und der Ukraine verlagern.

Schwere Zeiten hat Rumäniens Zuckerindustrie in den vergangenen Jahrzehnten erlebt, die Produktion ist nach 1989 stark zurückgegangen. Mehrere kleinere Fabriken haben längst ihre Tore geschlossen. Zu den Erfolgsgeschichten gehörten jene der Fabriken in Roman, Buzău und Ţăndărei, die der österreichischen Agrana gehören, oder die Fabrik von Luduş im Kreis Muresch/Mure{, die einem französischen Konzern gehört. Der Traditionsbetrieb von Brenndorf/Bod im Kreis Kronstadt/Braşov, das weiterhin rumänischen Unternehmern gehörte, musste im Dezember Konkurs anmelden. Noch geht die Produktion weiter, doch das Schicksal der Fabrik, der 350 Angestellten und der Zuckerrüben anbauenden Farmer von Kronstadt und Covasna ist noch längst nicht entschieden.

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