Einkommenslücke zwischen Männern und Frauen legt in Rumänien EU-weit am stärksten zu

Lohndifferenz mit 12,1 Prozent jedoch unter EU-Durchschnitt

Freitag, 13. Dezember 2013

Symbolgrafik: sxc.hu

Bukarest (ADZ) - Rumänien zeigt in Europa den größten Rückfall an, wenn es um das geschlechtsspezifische Lohngefälle geht. Das ist aus einer Studie der Europäischen Kommission zu entnehmen. Die jüngsten Zahlen zeigen, dass im Jahr 2011 die durchschnittliche Lohndifferenz zwischen Männern und Frauen bei 12,1 Prozent lag, 2008 hingegen noch bei 8,5 Prozent – eine Steigerung von 3,6 Prozent. Diese Differenz ist zwar nicht die größte in der EU (Estland liegt an erster Stelle mit 27,3 Prozent), jedoch ist der Anstieg des Lohngefälles zwischen 2008 und 2011 der größte unter den Mitgliedsstaaten. Diese Zunahme bewegt sich einem Abwärtstrend in der EU entgegen. Zwischen 2008 und 2011 wurde hier das Lohngefälle von 17,3 auf 16,2 Prozent verringert, also um 1,1 Prozent. Auf der Grundlage dieser Zahlen ergibt sich, dass Frauen 59 Tage kostenlos arbeiten, wenn ihr Gehalt mit dem der Männer verglichen wird.

Die Autoren der Studie warnen jedoch vor voreiligen Schlüssen. Diese Verminderung der Einkommensdifferenz basiert nicht zwingend auf einer Angleichung der Gehälter, sondern wohl eher auf einem Rückgang der männlichen Einkommen. Laut der Studie liege das Problem im Kampf gegen die EU-Lohnlücke zwischen Männern und Frauen zum einen an der praktischen Anwendung von Regeln zum Einheitslohn und zum anderen daran, dass Frauen zu selten rechtliche Schritte einleiten.Die EU-Justizkommissarin Viviane Reding erklärte: „Mit Gesetzen, die gleichen Lohn für gleiche Arbeit, Gleichberechtigung am Arbeitsplatz und Mindestrechte auf Mutterschaftsurlaub garantieren, ist die Gleichstellung der Geschlechter eine europäische Errungenschaft. .“ Weiter sagt Reding: „Das Lohngefälle ist immer noch groß und es bewegt sich nicht vom Fleck. Der Grundsatz des gleichen Entgelts für gleiche Arbeit ist in den EU-Verträgen seit 1957 festgehalten. Es ist höchste Zeit, dass diese Grundsätze Wirklichkeit werden.“ Das kleinste Lohngefälle besteht in Slowenien mit 2,3 Prozent. Deutschland und Österreich liegen mit 22,2 Prozent bzw. 23,7 Prozent über dem EU-Schnitt.

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