Einsatz für Frauenrechte in Brüssel gewürdigt

Posthume Auszeichnung für Temeswarer Frauenrechtlerin Adela Dinu

Dienstag, 13. Dezember 2016

Die Temeswarer Psychologin Adela Dinu wurde in Brüssel posthum ausgezeichnet.
Foto: privat

Die Temeswarer Psychologin Adela Dinu, die Gründerin der rumänischen Landesschule für Managerinnen, eine Kämpferin für Frauenrechte und Chancengleichheit in Rumänien, wurde in Brüssel posthum mit dem Titel „Women in Action“ (auf Deutsch: Frauen im Einsatz) ausgezeichnet. Adela Dinu ist die erste Frau in Europa, die diese Auszeichnung im Rahmen der Gala „Woman of Europa Awards“ bekommen hat. Dabei geht es um ihre Verdienste in Rumänien, aber auch europaweit, im Kampf um die Förderung der Frauenrechte. Der Preis kommt aber einige Monate, nach dem Ableben der 38-jährigen Temeswarerin. Adela Dinu verlor den Kampf mit dem Blutkrebs im Februar dieses Jahres. Ihre Initiativen und Projekte für Frauen werden jedoch landesweit fortgesetzt.

Die Auszeichnung in Brüssel wurde im Namen von Adela Dinu von Vasile Moldovan, dem Geschäftsführer des Vereins für die Förderung der Frauen in Rumänien (Asocia]ia pentru promovarea femeii în România), entgegengenommen. „Ich habe 16 Jahre lang mit Adela zusammengearbeitet, trotzdem fällt es mir schwer zu wissen, was sie in diesem Augenblick gesagt hätte, denn sie wirkte immer wieder innovativ und überraschend. Sie hatte tatsächlich einen europäischen Geist. Sie war eine brillante Frau, die unermüdlich für die Rechte der Frauen kämpfte“, sagte Vasile Moldovan. „Wäre sie heute da gewesen, wäre sie besonders froh darüber und würde Sie für die wunderbare Idee, ein solches Event ins Leben zur rufen, beglückwünschen. Adela hat immer behauptet, dass es in einer zutiefst männlichen Welt unabdingbar ist, die weiblichen Erfolgsbeispiele zu fördern. Sie hätte diese Auszeichnung dafür benutzt, um weiterhin Frauen zu ermutigen, sich im Leben mehr zuzutrauen und im Allgemeinen Frauen zu fördern. Nach ihrem Beispiel möchten wir  weitermachen. Eine Gesellschaft der Zukunft kann nur eine solche sein, die auf Chancengleichheit basiert. Das ist das Erbe, das wir, Männer und Frauen, unseren Kindern und den kommenden Generationen geben müssen“, sagte Vasile Moldovan, nachdem er die Auszeichnung seiner langjährigen Freundin und Kollegin entgegengenommen hatte.

Adela Dinu kämpfte Jahre lang gegen alle Vorurteile, die im Alltag den Frauen gegen-über gelebt werden. 1999 wurde der Verein zur Förderung der Frau in Rumänien (rumänisches Kürzel: APFR) mit dem Sitz in Temeswar ins Leben gerufen. Sie war Leiterin des Vereins, der seither engagiert ist, Frauen zu helfen, sie zu beraten und bei Bedarf zu betreuen und ihre Rechte zu verteidigen. Der Verein kämpft seit Jahren auch für die Gleichheit von Männern und Frauen auf dem Arbeitsmarkt. So wurde 2010 die „Landesschule für Managerinnen“ (rumänisch: [coala Na]ional² a Femeilor Manager din România) gegründet. „Frauen sollen ausgebildet werden und mehr Chancen als Managerinnen bekommen“, sagte Adela Dinu vor einigen Jahren der ADZ gegenüber. Das Programm wurde vom APFR entworfen und gestartet und mit EU-Fonds finanziert. Insgesamt 1200 Frauen landesweit haben dadurch eine kostenlose Fortbildung als Managerin abgeschlossen und ein Diplom erhalten.

Viele der Kursteilnehmerinnen haben sogar eine Finanzierung für die Umsetzung ihrer Geschäfte bekommen. Auch wenn das EU-finanzierte Programm bereits 2013 abgeschlossen wurde und keine kostenlosen Kurse mehr angeboten werden, bietet der Verein weiterhin Ausbildungen innerhalb der Landesschule für Managerinnen an. Die Psychologin hat auch das erste Gesetzesprojekt in Rumänien im Bereich der Ahndung der häuslichen Gewalt koordiniert. Das Projekt wurde 2003 zum Gesetz – das erste dieser Art, das die Gewalt innerhalb der Familie als einen Akt gegen die Rechte der Frauen beurteilt. Die Auszeichnung für Adela Dinu wurde am 1. Dezember vom European Movement International (EMI) zusammen mit European Women´s Lobby (EWL) bei der Gala Women of Europe Awards verliehen. Dies war die erste Auflage dieser Preisverleihung und soll von nun an Frauen, die im sozialen, kulturellen Bereich sowie in den Medien und im politischen Bereich aktiv sind, gehen.

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