Einsparungen durch Investitionen

Reschitza legt Modellrechnungen zur Effizienzsteigerung im Kreiskrankenhaus vor

Dienstag, 01. Oktober 2013

Wohl oder übel muss das Kreiskrankenhaus von Reschitza zur Neuorganisation seiner Abteilungen und möglicherweise auch zur Schließung eines ganzen Gebäudes schreiten, weil die Krankenversicherung und das Gesundheitsministerium kein zusätzliches Geld für dieses Haushaltsjahr lockermachen wollen – oder können. Nur erfordere das Zeit und Geld für Investitionen, sagte Direktor Dr. Dumitru Secăşan. Ausgabenkürzungen möglichst ohne eine Verringerung der Qualität der ärztlichen Dienstleistungen seien sonst nicht möglich, zumal auch in Reschitza bereits seit einigen Monaten die Patienten zur Kasse gebeten werden, wenn es um die Beschaffung der nötigen Arzneien zu ihrer Behandlung während des Krankenhausaufenthalts geht.

Zunehmend wird in Reschitza von der Schließung des TBC-Spitals in der Reschitzaer Altstadt gesprochen. Man geht davon aus, dass ein Umzug dieser Krankenhausabteilung und der Verzicht auf die Nutzung der Immobilie positive Folgen haben dürfte auf den Gesamthaushalt des Notfallkrankenhauses Reschitza, das größte Krankenhaus des Banater Berglands. Direktor Dr. Dumitru Secăşan: „Die Ausgaben zum Betreiben dieser Immobilie sind tatsächlich sehr hoch. Nur kann ein auf ansteckende Krankheiten spezialisiertes Krankenhaus nicht so ohne Weiteres umgesiedelt werden. Ideal wäre es, ein neues Krankenhaus zu diesem Zweck zu errichten, das dann auch über alle technischen und medizinischen Erkenntnisse der vergangenen 80 Jahre verfügt – das gegenwärtige TBC-Spital in der Reschitzaer Altstadt ist 1932 eingeweiht worden. Ein Betreiben unter neuen Voraussetzungen wäre schon eine Ersparnis, habe ich mir vorrechnen lassen.“

Auf alle Fälle setze ein Umzug und die Reorganisation der diversen Abteilungen dieses auf die ganze Stadt verteilten Krankenhauses Zeit und Investitionen voraus, sagte Dr. Secăşan den Medien, habe aber auch mit Sicherheit positive Folgen auf den Haushalt, denn es würde damit eine Rationalisierung der Kosten durchgeführt.
Die Berechnungen zeigen nämlich, dass allein der Umzug der neurologischen Abteilung aus dem Krankenhaus im Verwaltungszentrum ins Gebäude in der Neustadt mindestens eine jährliche Einsparung von 74.700 Lei erbringen kann. Soviel kostet nämlich pro Jahr der Transport der Patienten mittels Ambulanzdienst aus dem Stadtzentrum in die Neustadt und zurück, wenn interdisziplinäre Untersuchungen der Neurologie-Patienten nötig sind. Dies zu den gegenwärtigen Treibstoffkosten.

Interdisziplinäre Untersuchungen laufen in der Regel in Reschitza so: Der Patient wendet sich an die Notaufnahme in der Neustadt, wird dort zur Neurologie im Stadtzentrum eingewiesen (erster Transport), die Neurologie empfiehlt imagistische Untersuchungen des Patienten (Magnetresonanzgerät usw. wieder in die Neustadt, zweiter Transport), oder der Patient muss wegen Gehirnschlag u. ä. von der Neurologie zur Reanimation (Neustadt, Transport). Dort wird der Patient behandelt und kommt in der Regel noch einmal zurück in die Neurologie (dritter Transport, alle über jeweils rund zweimal 8,5 Kilometer, hin und zurück). Dr. Secăşan: „Wenn über der Reanimationsabteilung des Kreiskrankenhauses in der Neustadt aufgestockt würde, etwa 300 Quadratmeter groß, dann würden durch das Wegfallen der Transportkosten nicht nur jährlich 74.700 Lei eingespart werden, sondern durch den Zeitgewinn unter Umständen auch Leben gerettet werden. Die dazu nötigen rund 1,2 Millionen Lei, so unsere Modellrechnung, wären in einer übersichtlichen Zeit und mit Vorteilen für den Patienten amortisiert. Die meisten Patienten der Neurologie haben Blutgefäßunfälle erlitten und sollten grundsätzlich erst mal gar nicht transportiert werden.“

Außerdem fordere die Leitung des Kreiskrankenhauses schon seit Jahren vom Gesundheitsministerium die Gründung einer Reha-Abteilung für durch neurologische Vorfälle motorisch Geschädigte, mindestens drei Betten für Frauen und drei für Männer, wo man auch kinetische Therapie betreiben könnte. Mit dem geforderten Anbau wäre auch dieser Wunsch erfüllt. Das gehe in den Bereich der Palliativmedizin, sei aber unbedingt nötig zur Normalisierung des Lebens dieser Patienten. Grundsätzlich aber wäre die Frage des Zusammenrückens und der Umorganisation des Kreiskrankenhauses regelbar durch einen Anbau beim Kreiskrankenhaus, wohin die Innere Medizin, die Diabetologie, die Onkologie – neben der Neurologie – umziehen könnten, wodurch Platz frei werden würde für den Einzug der Tuberkuloseabteilung und der Dermatologie. Und eine Immobilie des Krankenhauses mit all ihren Kosten aufgegeben werden könnte. Dazu der Krankenhausleiter Dr. Dumitru Secăşan: „Dem Ministerium muss eines klar sein: Einsparungen ohne Qualitäts- und Dienstleistungsverluste können nur mittels Investitionen gemacht werden. Zaubern kann niemand. Und auch nicht allen Ernstes behaupten, dass eine Krankenhausimmobilie von 1932 besser sein kann als ein Neubau.“

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