Einsparungsmöglichkeit ist die Schließung

Oder: Intensivstationen aus notfallmedizinischen Quellen finanzieren

Freitag, 23. August 2013

Reschitza - Da immer noch eine Antwort des Ministeriums auf die Weigerung der Krankenhausleiter aussteht, selber das Sparskalpell anzusetzen, um die Haushaltsvorgaben für 2013 nicht zu überschreiten bzw. mit dem im Haushalt für 2013 vorgesehenen Geld bis Jahresende auszukommen, beginnen unter den Krankenhausleitern diverse Sparmodelle zu zirkulieren, die einiges an Panikmache unter den Patienten enthalten. Eine der möglichen Sparlösungen ist die Schließung ganzer Abteilungen, vor allem der sogenannten „kostenintensiven“.

Auf eine telefonische Anfrage gab der Leiter der Direktion für Öffentliche Gesundheit (DSP) des Verwaltungskreises Karasch-Severin, Dr. Dragoş Luca, die Existenz solcher Überlegungen zu, nuancierte sie jedoch: „Die Schließung ganzer Krankenhausabteilungen zwecks Verringerung der Ausgaben eines Krankenhauses ist eine Extremlösung“, sagte der auf Krankenhausmanagement spezialisierte Arzt. „Trotzdem wird diese Lösung immer häufiger angedacht, weil auch das schließlich eine Antwort ist auf den Druck des Gesundheitsministeriums, die Ausgaben der Krankenhäuser drastisch zu kürzen. Auch so könnte das Gesundheitswesen aus seiner Finanzierungskrise herauskommen.“

Persönlich sehe er aber einen Hauptgrund der Krise (auch), dass sich die Kommunen ausschließlich auf die Finanzierung des Gesundheitswesens durch Krankenversicherung und -kasse und Gesundheitsministerium verlassen. „So lange die Kommunen kein Haushaltsgeld vorsehen auch für die Ko-Finanzierung des Gesundheitswesens – konkret der Krankenhäuser, die auf ihrem Hoheitsgebiet und zum Wohl ihrer Bürger tätig sind –, so lange müssen eben Alternativlösungen gesucht werden, und dazu gehört nun mal auch die Schließung ganzer Krankenhausabteilungen. Denn es gibt im Gesundheitswesen Krankenhausabteilungen, die Einkünfte gerieren und solche, die Gelder konsumieren. Ist das System ausgewogen, dann finanzieren die einen die anderen mit. Wenn nicht, dann müssen eben Zusatzfinanzierungen oder andere Lösungen her, einschließlich Schließungen von Abteilungen. Mit dieser eigentlich bequemen Möglichkeit beginnen manche Krankenhausleiter sich anzufreunden.“

Zu den „kostenintensiven“ und kaum Einkünfte gerierenden Krankenhausabteilungen gehört jene für Anästhesie und Intensivmedizin (rumänisches Kürzel: ATI). Dr. Dragoş Luca spricht in diesem Fall von „einer Falle“, weshalb es seitens der DSP und der Leiter großer Regionalkrankenhäuser einigen Druck auf das Gesundheitsministerium gäbe, um die ATI-Abteilungen der Krankenhäuser mit der Notfallmedizin und dem Rettungsdienst gleichzusetzen und aus derselben Quelle zu finanzieren, wodurch Gelder freigemacht würden für die anderen Krankenhausabteilungen. Schließlich funktioniere das System so bereits im Falle der Groß-, Regional- und Fachkrankenhäuser und kein vernünftiges Argument spreche dagegen, es auf alle Krankenhäuser auszudehnen. „Das hieße letztendlich eine ernsthafte Entlastung für die anderen Krankenhausabteilungen“, sagte Dr. Luca, der allerdings zweifelt, dass eine solche Maßnahme bis zum Ende dieses Jahres durchgesetzt werden könnte.

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