Elena Leuşteanu – die erste rumänische Top-Turnerin

Freitag, 21. April 2017

1956 bei den Olympischen Spielen in Melbourne konnte Elena Leuşteanu die erste rumänische Olympia-Medaille im Kunstturnen gewinnen. Es war die Bronzemedaille im Bodenturnen. Hinzu kam noch die Bronzemedaille im Mannschaftswettbewerb (zusammen mit Georgeta Hurmuzachi, Sonia Iovan, Elena Mărgărit, Elena Săcălici und Emilia Vătăşoiu) nach den Teams der UdSSR (mit dem damaligen Weltstar Larissa Latynina) und Ungarns. Vier Jahre später, bei den olympischen Spielen in Rom, führte Elena Leuşteanu die rumänische Frauenriege wieder zur Bronzemedaille. Weitere Höhepunkte in der sportlichen Laufbahn von Leuşteanu waren die erste Auflage der Europameisterschaft für Frauenturnen in Bukarest (1957), wo sie drei Mal Silber in den Einzelwettkämpfen (Mehrkampf, Stufenbarren, Boden) gewann; die EM in Krakau, 1959, (Silber im Mehrkampf und Stufenbarren) sowie die Weltmeisterschaft in Moskau (Bronze im Mannschaftswettbewerb). Es war die Zeit, in denen die Turnerinnen erst ab 14 Jahre mit dem Training begannen und  als Frauen (oft sogar als Mütter) die großen Erfolge feierten.

Elena Leuşteanus Leben ist eng mit Kronstadt verbunden. Hierhin kam sie als 8-Jährige zusammen mit ihrer Familie aus Czernowitz, wo sie 1935 geboren wurde. Ihr eigentlicher Name lautet Lehniuc, den der Vater in Leuşteanu umändern ließ aus Furcht von einer Deportation nach Sibirien. Elena, die als lebhaftes, aber auch fleißiges und folgsames Kind beschrieben wurde, begann in Kronstadt zunächst mit der Leichtathletik ihre sportliche Ausbildung. Später wechselte sie zum Kunstturnen über, weil ihr, so wie sich ihr älterer Bruder Nicolai erinnert, damals dafür auch ein Trainingsanzug versprochen wurde. Sie überwand als 17-Jährige auch ein Unglück: bei einem Brand in der Schulerau wo sie im Trainingslager mit der Landesauswahl war, musste sie aus dem Fenster im zweiten Stock in einen Schneehaufen springen und verletzte sich an der Wirbelsäule. Neun Monate musste Leuşteanu deshalb pausieren und einen Gipsverband tragen – aber das alles konnte ihren sportlichen Erfolg nicht bremsen. Die Vorläuferin von Nadia Comăneci, Lavinia Miloşovici oder Daniela Silivaş konnte 2006 noch gebührend geehrt und gefeiert werden anlässlich der Gala zum 100-Jahre-Jubiläum seit der Gründung des rumänischen Turnverbandes. 2008 erlag sie in Bukarest den Folgen einer Krebserkrankung.

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