Energieminister: UCMR-Frage dringend

Toma Petcu (ALDE) drängte in Reschitza auf Lösungen fürs Maschinenbauwerk

Samstag, 23. September 2017

Energieminister Toma Petcu weilte kürzlich im Banater Bergland. Eines seiner Ziele war, in Gesprächen vor Ort Wege für die Lösung der Blockaden zu finden, die seit mehr als einem halben Jahrzehnt das Reschitzaer Maschinenbauwerk UCMR in einem Insolvenzverfahren auf der Stelle treten lassen. Allerdings begann er seinen Besuch mit einem betont politischen Signal: beim Sitz der ALDE. Daraufhin traf er eine umfangreiche Abordnung des Maschinenbauwerks UCMR.

Beim Sitz der ALDE erläuterte er die Schritte, die von seinem Ministeriumsteam für eine Rettung des Maschinenbauwerks für nötig gehalten werden. Er verkündete erst mal, dass UCMR dieses Jahr finanziell auf Schwimmlinie abschließen werde, (auch) dank eines jüngst an Land gezogenen Zwei-Millionen-Euro-Vertrags mit Hidroelectrica und Hidroserv. Doch er meinte, dass UCMR sich ohne Weiteres zum gegenwärtigen Zeitpunkt auch weitere Verträge erschließen kann.

Nichts Neues war’s, als er dozierte: „Aus unseren Analysen im Ministerium, die wir gemeinsam mit Vertretern von Hidroelectrica und Hidroserv vornahmen, ging sehr klar hervor, dass es eine große gegenseitige Abhängigkeit gibt zwischen UCMR, Hidroelectrica und Hidroserv. Aber uns wurde auch klar, dass wir herkommen müssen, um einen lokalen Dialog zu führen, ohne den wir nichts unternehmen können. Denn mehr als 80 Prozent der Instandhaltungsarbeiten bei Hidroelectrica werden von Hidroserv in engster Zusammenarbeit mit UCMR ausgeführt. Die heutige Begegnung ist wichtig, um zuerst zu wissen, wie dieses Jahr von den drei Unternehmen abgeschlossen wird. Aber auch welche Maßnahmen zu treffen sind, um die Instandhaltungsarbeiten an Wasserkraftwerken, die anstehen, nicht zu gefährden, doch auch ein paar Investitionen zusätzlich zu tätigen. All das in Vorbereitung des Wirtschaftsjahres 2018. Die Perspektive einiger Langzeitverträge für UCMR ist bereits real.“

Mit all dem sagte der Minister kaum etwas Neues. Das, was nach dem zerstörerischen Wirken des heute im Gefängnis sitzenden ehemaligen Präsidenten-Generaldirektors von UCMR, Adrian Chebu]iu, übriggeblieben ist und noch der Schweizer INET-AG gehört (allerdings mit allen Schulden belastet, die von den ausgegliederten Abteilungen des Maschinenbauwerks aufs „Kernwerk“ transferiert wurden), ist hauptsächlich eine hochspezialisierte Abteilung für Schwermaschinenbau, wo Ausrüstungen für Wasserkraftwerke und Ersatzteile für hydro-energetische Anlagen produziert werden können.

Indem zwischen Hidroelectrica und UCMR im Rahmen der Sanierungsvorhaben und der Insolvenzbekämpfung bei Hidroelectrica noch Hidroserv zwischengeschaltet wurde, ist die Lage des Reschitzaer Maschinenbauwerks keineswegs vereinfacht worden, meinen Reschitzaer Fachleute. Und die Lösung Hidroserv sei auch kaum dazu angetan, zum Abbau der Schulden und zur Bedienung der Schuldner des Maschinenbauwerks beizutragen, meinen die Reschitzaer. Es entstand eher eine noch stärkere Abhängigkeit vom Staat, von dem erhofft wird, dass der die Schulden des Maschinenbauwerks in Aktien verwandelt und neuerlich dadurch Mehrheitseigner wird. Eine neuerliche Verstaatlichung als Lösung für UCMR?

Energieminister Petcu: „Für uns ist es wichtig zu wissen, dass UCMR weiterhin über die Möglichkeit verfügt, die Dienstleistungen im wasserwirtschaftlichen Bereich auszuführen, die wir vom Werk erwarten und die das Werk jahrelang an Hidro-electrica geliefert hat, direkt, oder indirekt durch Hidroserv. In dieser Hinsicht hatte ich eine klärende Diskussion mit der Leitung des Maschinenbauwerks, indem wir gemeinsam auch alle Verträge durchgingen, die gegenwärtig abgewickelt werden, mit ihren Lieferterminen, Preisgrafiken und der Möglichkeit, manche Summen im Voraus zu überweisen. Punktuell haben wir Lösungen gefunden und einen exakten Terminkalender aufgestellt. Wird dieser eingehalten, werden wir keine Probleme mehr haben.“

Potenzial habe das Werk nach wie vor, meinte der Minister, aber sein Langzeitbetrieb – „oder das, was noch gut läuft“ – müsse gesichert werden. Dazu werde der Minister zwei Berater nach Reschitza delegieren, die zusammen mit Vertretern von Hidroelectrica rechtliche Schritte zu einer Sanierung des Reschitzaer Maschinenbauwerks ausarbeiten sollen.

Auch Schritte dieser Art sind in der langen Geschichte der Agonie von UCMR nichts Neues. Sowohl die Bukarester Ministerien, als auch die Insolvenzverwalter – nicht zuletzt der ominöse Remus Borza von der Bukarester Insolvenzverwaltungsfirma Borza şi Asociaţii (ADZ berichtete) – kamen wiederholt mit Vorhaben zur Sanierung des Maschinenbauwerks – denen meist der adäquate rechtliche Rahmen fehlte.

Energieminister Toma Petcu trat forsch auf: Er erwarte in absehbarer Zeit, dass Lösungen für UCMR auf den Arbeitstisch des Premierministers gelegt werden können. Womit wohl angedeutet war, dass Premierminister Tudose seinen Energieminister nach Reschitza geschickt hat.

Petcu: „Es ist sehr wichtig für Reschitza und für die Wirtschaft des Verwaltungskreises Karasch-Severin, für UCMR Perspektiven zu identifizieren. Das Werk ist jahrelang vernachlässigt worden, quasi versteckt, damit man seine Probleme nicht sehen konnte. Konkrete Lösungen wurden keine gesucht. Ich weiß von den Problemen des Reschitzaer Maschinenbauwerks schon seit Langem und weiß auch, dass es seit vielen Jahren im Insolvenzverfahren steckt. Mir ist auch bekannt, dass es allerlei Hoffnungen und leere Versprechen gegeben hat, dass dieses Unternehmen wieder neu gestartet werden kann.

Aber die Schuldenanhäufungen aus der Vergangenheit – eine davon um die 600 Millionen Lei – haben jede Art von Sanierungsbemühungen sehr erschwert. Ohne Eingreifen der Regierung wird es wohl hier keine Lösung geben. Dazu schicke ich zwei meiner Berater her. Es sind Fachleute für Restrukturierungen und Insolvenzfragen. Auch von Hidroelectrica muss jemand sich herbegeben. Wir müssen das, was bei UCMR aktiv ist, retten können. Das muss in einen Raum der Sicherheit verfrachtet werden. Schon im Interesse künftiger Verträge. All das muss im Dringlichkeitsmodus geschehen, denn ich will so schnell wie möglich dem Premierminister konkrete Lösungsvorschläge unterbreiten zur Revitalisierung dieses Werks. Für die soziale Ruhe hier müssen die Arbeitsplätze gerettet werden, aber auch für die wirtschaftliche Stabilität in diesem Teil des Landes. Uns schweben bereits mehrere Varianten der Rettung vor. Sobald sie konkret werden, machen wir sie bekannt.“

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