Entlassen und dann suspendiert

Ex-Direktor von DADPP-CS „dem Kompetenzbereich der Justiz“ überlassen

Dienstag, 22. Juli 2014

Reschitza - Von seiner Tragweite sicher nicht der wichtigste, aber bestimmt der Tagesordnungspunkt von größter sozial-moralischer Wirkung und Medieninteresse war am vergangenen Freitag derjenige, der sich mit der causa Ianăşi Roşeţi beschäftigte, zumal die Kreisräte zum Sitzungsbeginn die Überraschung vorfanden, zusätzlich zur vorher verkündeten Tagesordnung über die Suspendierung des seit zehn Jahren amtierenden Auftragsfaktotums für Kreisinvestitionen auch einen im Dringlichkeitsverfahren hinzugefügten Tagesordnungspunkt vorzufinden: über die Entlassung von Roşeţi.
Sobald seine Rechtsanwälte ihm, der inzwischen dem Kreisgericht Reschitza übergeben wurde, dies zur Kenntnis gebracht hatten, dass seine Suspendierung ansteht (anfangs, vor deren Veröffentlichung, war in der Beschlussvorlage nur von Entlassung die Rede, doch das wäre nicht gestzeskonform gewesen, während Suspendierung im Falle einer Untersuchungshaft gesetzlich vorgeschrieben ist), hatte dieser dem Kreisrat ein Schreiben überbringen lassen, in welchem er um seine Entlassung als geschäftsführender Direktor der Direktion zur Verwaltung öffentlicher und privater Liegenschaften des Kreisrats Karasch-Severin (DADPP-CS) ansucht. Vor den DNA-Staatsanwälten hatte er zwischendurch eine Strafverminderung für die vorgeworfene (und inflagranti zweifelsfrei nachgewiesene) Korruptionsaffäre versprochen bekommen, weil er, im Gegenzug, ein volles Geständnis ablegte und deshalb auf Strafverringerung hoffen darf.

Die Kreisräte stimmten ohne Gegenstimme oder Stimmenthaltung sowohl der Suspendierung, als auch der per Dringlichkeitsantrag auf die Tagesordnung gesetzten Entlassung von Ianăşi Roşeţi zu. Roşeţi hatte ausdrücklich das „Aufhören“ („încetarea”) seines Dienstverhältnisses „mit gegenseitigem Einverständnis beider Seiten“ vom Kreisrat beantragt, ohne dafür genauere Gründe anzugeben. Die kannten wohl sowieso alle. Das Entlassungsansuchen war am 14. Juli beim Kreisrat registriert worden – wohl nicht zufällig am selben Tag, als die Tagesordnung der Sitzung vom vergangenen Freitag in den lokalen Medien veröffentlicht wurde. Etwas befremdlich: Die Entlassung wurde mit demselben 14. Juli beschlossen, als das Gesuch registriert wurde, die Suspendierung durch den Kreisrat danach, am Tag der Sitzung, dem 18. Juli. Der Kreisrat hat also einen Entlassenen vom Posten suspendiert... was in der Reihenfolge zumindest etwas verkehrt ist. Aber das sind wohl Kleinigkeiten für einen so großen und selbstsicheren Kreisrat wie den von Karasch-Severin.
Kreisratspräses Sorin Frunzăverde hielt sich vor den Medien nicht viel mit der Entlassung eines seiner engsten Vertrauten auf: „Das ist eine Aktion, die in den Kompetenzbereich der Justiz fällt“, das war alles, was er dazu vermerken ließ. Im Entlassungsbeschluss des Kreisrats enthalten ist übrigens auch die Bevollmächtigung von Kreisratspräsident Frunzăverde, einen Interims-Nachfolger für Roşeţi zu bestimmen, „bis dieser Posten mittels Ausschreibung besetzt werden kann“.

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