Entspannung und Ruhe in der Vorsaison

Kurzurlaub im Salzachtal

Freitag, 19. Februar 2016

Blick in Richtung Nationalpark Hohe Tauern

Milde Mittagssonne in Zell an See

Uttendorf Ortsmitte, Ausgangspunkt für unsere Tagesreisen

Blick in Richtung Großes Wiesbachhorn
Fotos: Hans Butmaloiu

Unter den Liebhabern von Wintersport, ob Ski oder etwas anderes, ist Österreich schon seit Jahren nicht mehr ein „geheimer“ Tipp! Leicht erreichbar, mit einem hervorragenden Preis-Leistungs-Verhältnis und vor allem einer langen Schneegarantie ist das Alpenland im Angebot vieler Reiseagenturen. Und von Lieblingszielen schwärmend gibt es immer wieder jemanden, der überschwänglich erzählt. Die Gelegenheit, eine kurze Dienstreise um ein Wochenende zu verlängern, um eigene Eindrücke zu sammeln, war also willkommen. Es ging ins Salzachtal, etwa zwei Stunden Autofahrt westlich von Salzburg, über eine Bundesstraße, welche zu beiden Seiten schon im November von schneebedeckten Bergspitzen gesäumt war.

Die Salzach selbst, welche uns meistens zur Linken begleitete, ist mit 225 Kilometern Länge der längste und wasserreichste Nebenfluss des Inn. Sie fließt im Land Salzburg (Österreich) und in Bayern (Deutschland) und ist einer der großen Alpenflüsse. Ihren heutigen Namen erhielt die Salzach von der Salzschifffahrt, die bis ins 19. Jahrhundert betrieben wurde.

Hier im Salzachtal war Scharlers Boutique Hotel im malerischen Uttendorf, gleich am Dorfplatz gelegen, unser Ziel, von wo aus wir mehrere Tagesreisen in die Umgebung unternahmen.

Geruhsam: Spaziergang durch Uttendorf

Den ersten Spaziergang machten wir aber zu Fuß, an einem milden Nachmittag, der eher an Spätherbst als an Winteranfang erinnerte, durch Uttendorf selbst. Die Gemeinde mit weniger als 3.000 Einwohnern lebt von und für Tourismus, ohne dabei jedoch kommerziell zu wirken. Ein schöner See, wenige Schritte von der Ortsmitte entfernt, wird von gewundenen Fußgängerwegen umgeben und stellenweise liegen links oder rechts die Felsbrocken, welche wir über die ganze Zeit unseres Aufenthaltes - behauen, geschnitten oder von Kletterpflanzen überwuchert - antreffen sollten: fast wie die Hinkelsteine von Obelix, wie ein spaßiger Begleiter bemerkte. Die ganze Region besticht schon im ersten Augenblick durch die entspannende Ruhe, abseits von breitgetretenen Touristenpfaden, wobei trotzdem unverfälschtes Bauernland gleich neben ausgewählten Superlativen liegt.

Berühmt: Zell am See

Die erste Tagesreise führte nach Zell am See, keine halbe Stunde von Uttendorf entfernt, in Richtung Salzburg. Die Bezirkshaupstadt des gleichnamigen Bezirk des Bundeslandes Salzburg hat eine Geschichte, welche weit bis in die Bronzezeit zurückreicht. Heute ist sie ein internationales Urlaubsziel und einer der bedeutendsten Wintersportorte Österreichs, ebenso aber auch ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt der Region. Das Zentrum bildet der etwa vier Kilometer lange, mehr als einen Kilometer breite und 68 Meter tiefe Zeller See. An dessen Ufer liegen die Altstadt und die neueren Stadtteile mit Hotels und Pensionen.

Über den See hinweg öffnet sich der Ausblick auf die Schmittenhöhe, ein bekannter Berg, der vor allem für den Wintersport genutzt wird. Infotafeln und Reiseführer geben Auskunft über die Vergangenheit und Entwicklung der Stadt: Die erste Erwähnung erfolgte in einer Urkundensammlung von 788/790. Im 12. und 13. Jahrhundert stieg der Einfluss der Salzburger Erzbischöfe und im Spätmittelalter wurde Zell zum Gerichtsort. Zell am See entwickelte sich durch den dort betriebenen Markt- und Fernhandel zu einem Knotenpunkt des Nord-Süd-Handels.

Der historische Stadtkern mit der Altstadt liegt auf einer leichten Anhöhe. Zu den ältesten Bauten gehören die Stadtpfarrkirche St. Hippolyt, der Vogtturm und die Alte Propstei aus dem Mittelalter. Ziele, zu denen jährlich Touristen aus aller Welt anreisen (über 15.000 Betten/jährlich über zwei Millionen Übernachtungen). Aus einer Tourismus-Statistik entnehmen wir: Zell am See erreicht an den Nächtigungen von arabischen Gästen in Salzburg (ca. 140.000/Jahr) einen Anteil von 64 Prozent und ist damit nach Wien das wichtigste Reiseziel arabischer Gäste in Österreich. Familien, vor allem aus Kuwait und den Arabischen Emiraten, bleiben bis zu sechs Wochen.

Auf dem See verkehren in den frostfreien Monaten vier Motorschiffe im Linienverkehr und Charterfahrten. Der Betrieb von Motorbooten ist nur Behörden gestattet (Polizei, Wasserrettung und Feuerwehr), was das Vergnügen mit Segel-, Elektro-, Tret- und Ruderbooten vollständig macht. Im Winter friert der See regelmäßig vollständig zu und wird - vorausgesetzt die Eisdecke erlaubt es - für Eissport benutzt.

Zell am See besitzt seit 1934 auch einen kleinen Flugplatz, der für Hubschrauber und kleine Motor- und Segelflugzeuge genutzt wird. Für Urlauber gibt es eine große Vielfalt an Sport- und Freizeiteinrichtungen: ein Freizeitzentrum mit Eishalle, Hallenbad, Sauna und Kegelbahn. Eine Tennishalle mit Hallen- und Freiplätzen, fünf öffentliche Freibäder und Badeplätze am See und mehrere Segel- und Windsurfschulen. Auf der Schmittenhöhe befinden sich Wanderwege, Skipisten und –lifte.

Kurperlen: Bad Hofgastein und Bad Gastein

Unser zweites Ziel war für einen Nachmittag lang der Kurort Hofgastein und eine Perle aus der „Belle Epoque“, Bad Gastein, ebenfalls im Nationalpark Hohe Tauern gelegen, etwa eine Autostunde von Uttendorf entfernt, in einem Nebental der Salzach. Das heutige Bad Hofgastein war schon den Römern bekannt, als hier ein Zentrum des Silber- und Goldbergbaus entstand. Durch das einstige Zentrum des Warenaustausches zwischen Italien und Österreich, aber auch weiter nach Deutschland über die von den Römern ausgebaute Straße, kamen Südfrüchte, Wein und Kostbarkeiten aus Venedig in das Alpental.

Eine Namenserweiterung zum „Bad“ erfolgte nach dem Anschluss an Österreich ab 1807 als Heilbad. 1820 verlieh Kaiser Franz I. Hofgastein das Thermalwasserbezugsrecht aus den Quellen des höher gelegenen Bad Gastein und ab 1830 wird dieses über eine Thermalwasserleitung herbeigeführt. Heute kommt das Wasser in mehreren Hallenbädern um einem Kur- und Wellnesskomplex zum Einsatz.
Das Ortsbild von Bad Gastein mit seinen schönen Bauten aus der „Belle Epoque“ fügt sich harmonisch in die natürliche Umgebung ein und erinnert sehr an die Kulisse in James Bond Filmen: imposante Fassaden von Hotels schmiegen sich an Berghänge und der Ort wird von einem schäumenden Bach durchquert.

Bad Gastein bietet eine breite Auswahl an Erholungsprogrammen, Sport- und Freizeitaktivitäten: Entspannung in den Thermenbereichen der Felsentherme, hoteleigene Thermalbäder, der berühmte Gasteiner Heilstollen mit einem wohltuenden Reizklima und 17 radonhaltigen Quellen. Durch das Tal führen Wanderwege, Lauf- und Nordic Walking-Strecken, Rad- und Biketouren.

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