Erbe, Traditionen und mehr

Zum neunten Mal wurde eine Schauwerkstatt der Wandergesellen eröffnet

Dienstag, 07. Juli 2015

Mit Hammer und Amboss werden in der Schmiede gusseiserne Gegenstände erstellt ...

... darunter auch Rosen.

Bäckergeselle Peter Siefer, Konsulin Judith Urban, Stadtpfarrer Kilian Dörr, Stadtarchitektin Ioana Urdea und Andreas Apelt (Deutsche Gesellschaft) sprachen bei der Eröffnung.
Fotos: Hannelore Baier

Hermannstadt – Wenn im Stadtbild eine größere Anzahl junger Damen und Herren in weitausgestellten Cordhosen, Frack und Hüten auftauchen wissen die Hermannstädter, die Schauwerkstatt in der Harteneckgasse/Str. Cetatii wird eröffnet, so die deutsche Konsulin Judith Urban. Geschehen ist das heuer zum neunten Mal am Donnerstagabend (2. Juli), in der Werkstatt allerdings wird bereits seit Montag gearbeitet. Besichtigt werden kann im Wehrgang erneut eine Ausstellung mit Fotos, welche die Wandergesellen in Hermannstadt/Sibiu darstellen, vor der Gesellenherberge findet im Juli und August wieder ein reichhaltiges Programm mit Gesprächs- und Filmabenden statt. Eine Lücke schließen möchte man mit der Open-Air-Ausstellung „Erbe • Tradition • Moderne. Europäischer Wissens- und Kulturtransfer durch Wandergesellen“, sagte Dr. Andreas Apelt, der Vorstand der Deutschen Gesellschaft e.V., die das Projekt auch heuer wieder fördert. Sechs große Tafeln waren bei der Eröffnungsveranstaltung am Wehrgang zu sehen, sie werden künftig jedoch an der Umzäunung der Evangelischen Kirche gegenüber der Wandergesellenherberge die vorbeigehende Touristen über die Geschichte und Tradition der Wandergesellen informieren – und hoffentlich etwas in deren Spendenbüchse klingeln lassen. Gefördert wird das Projekt zudem wiederum vom Hermannstädter Rathaus, das durch Stadtarchitektin Ioana Urdea vertreten war.

Die evangelische Kirchengemeinde Hermannstadt gehört seit nunmehr über 20 Jahren zu den Unterstützern der Wandergesellen. Man habe viel von- und miteinander gelernt, sagte Stadtpfarrer Kilian Dörr und erinnerte daran, dass es die Wandergesellen waren, die nach dem Weggehen des Großteils der Handwerker die herkömmlichen Techniken wieder haben aufleben lassen, die für die jahrhundertealten Gebäude geeignet sind. Im Sinne des zwi-schenzeitlich dazugekommenen Umweltengagements der Kirchengemeinde wünschte er sich, die Handwerksgesellen mögen auf ihrer Wanderschaft gute Ideen sammeln, wie energiebewusst gebaut bzw. welche herkömmlichen Materialien hierfür genutzt werden und sie nach Hermannstadt mitbringen. Konsulin Judith Urban wies in ihrem Grußwort darauf hin, dass das Wandergesellenprojekt neben dem praktischen Gewinn auch eine wichtige ideelle Dimension besitzt und zwar leben die Gesellen vor, was wir uns alle wünschen: ein offenes und freies Europa, in dem jeder den anderen respektiert. Allen Förderern und Unterstützern dankte im Namen der Wandergesellen und des Vereins „Casa Calfelor“ Bäckergeselle Peter Siefer. Weitere wichtige Termine des Projektes sind ein Open-Air-Konzert mit der Wandergesellenband „Lads go buskin“ am Samstag, den 25. Juli, um 20 Uhr, am Huetplatz. Tags darauf wird der Wandergeselle und Schriftsteller Julian Letsche um 17 Uhr vor der Gesellenherberge aus seinen Romanen „Auf der Walz. Die abenteuerliche Reise des Hannes Fritz“ und „Mit Stock und Hut“ lesen.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*