Erdbeben im Banat: Kein Grund zur Panik

Seismologisches Observatorium schafft Ängste aus der Welt

Mittwoch, 11. Januar 2012

Der Leiter des seismologischen Instituts Temeswar Dan Rău schafft Ängste aus der Welt. Foto: Zoltán Pázmány

Nicht gleich Wolf schreien, mahnt das seismologische Observatorium Temeswar nach den Erdbeben, die in den letzten Tagen die Bevölkerung im Banat wachgerüttelt haben.

In den Medien wurden zwei gezählt, in Wahrheit fand eine Reihe von Erdbeben statt. Die meisten wurden von der Bevölkerung nicht wahrgenommen.

Für das Observatorium wäre es „Business as usual“ gewesen, hätten zwei der Beben nicht eine Stärke von 3,1 bzw. 3,6 auf der Richterskala erreicht. Das Banat gilt nach Vrancea als das erdbebenhäufigste Gebiet Rumäniens. Abergläubische würden es gleich als schlechtes Omen deuten, dabei stellen Erdbeben in unseren Gebieten keine Seltenheit dar. Dass in den letzten 20 Jahren kein Erdbeben Stufe drei oder vier auf der Richterskala überschritten hat, wissen die wenigsten.

Das letzte große Beben mit spürbaren Auswirkungen auf die Bevölkerung fand 1991 statt und erreichte 5,7 auf der Richterskala, was einen Rekord darstellt. Stärker können die Beben kaum werden, versichert auch der Leiter des seismologischen Observatoriums Dan Rău. Ein Grund sei der weiche Boden, weshalb ein Erdbeben eine Stärke von mehr als sechs auf der Richterskala nicht erreichen kann. Rău vergleicht die Beben aus dem Banat mit einem Trabanten im Verkehrsunfall. „Ein Trabant wird kaum die gleichen Schäden anrichten, wie ein großer Lkw“, erklärt der Seismologe. Mit anderen Worten: Zu einem Erdbeben wie in Vrancea 1977 wird es im Banat nicht kommen. Auch die jüngsten Vorfälle haben keine bleibenden Schäden hinterlassen. Die sicht- und fühlbaren Auswirkungen von Erdbeben auf der Erdoberfläche werden mit der Mercalliskala gedeutet. Das Beben von Altkischoda stuft Rău als ein Stufe-Zwei- bzw. Stufe-Drei-Beben ein. Es handelte sich um ein sehr leichtes bis leichtes Beben, das zwar spürbar war, aber keine ernsten Nachwirkungen hatte.

Das zweite Beben von Topolovăţu Mare erreichte Stufe vier auf der Mercalliskala: ein mäßiges Erdbeben, bei dem Geschirr, Fenster und Türen zitterten oder klirrten.

Es gibt keine wissenschaftlichen Methoden, wodurch man voraussagen kann, wann und wo sich ein Erdbeben ereignen wird. Nur eine Gewissheit kann uns das seismologische Observatorium geben: Das Schlimmste hat man überstanden.

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