Erfand Gott wirklich den Regenbogen?

Rollende Bibelausstellung hat auf dem Huetplatz Halt gemacht

Samstag, 19. November 2016

Im Jahr des Reformationsjubiläums ist das Bibelmobil auch als Reformationsmobil unterwegs.

Im Obergeschoss zeigt Stephan Naumann einen Film, in welchem erklärt wird, wie einst die Bibel vervielfältigt wurde.

Im Untergeschoss des Busses ist die kleinste Bibel der Welt nur unter einem Mikroskop lesbar.
Fotos: Michael Mundt

Hermannstadt – Auf dem Hermannstädter Huetplatz steht derzeit, unübersehbar, ein Bus. „Erfand Gott wirklich den Regenbogen?“ und „War König David ein Hallodri?“ steht in großen Buchstaben auf seiner Außenwand. Über der Frontscheibe steht „Bibelmobil“.

Es ist eine rollende Bibelausstellung, die hier, direkt neben der Statue von Friedrich Teutsch halt gemacht hat. Zwölf Meter lang, zweieinhalb Meter breit und vier Meter hoch ist der von der Berliner Stadtmission unterhaltene Doppelstock-Bus. In seinem Inneren befindet sich eine Sitzecke mit Fernseher und eine Bücherwand, welche die verschiedensten Ausgaben der Bibel zeigt, außerdem befindet sich eine nachgebaute Gutenberg-Presse mit an Bord.

Schon 1992 wurde das Bibelmobil als zeitlich befristetes Projekt zum damaligen „Jahr mit der Bibel“ ins Leben gerufen. Siebzehn Jahre später wurde der alte Berliner Doppelstockbus außer Dienst genommen und durch einen neuen modernen Neoplan-Skyliner Doppelstock-Reisebus ersetzt. Von der Bundesregierung wegen der Lutherdekade gefördert, haben Andreas Schmidt, Stephan Naumann und ihre beiden Kollegen seit 2009 in über 1600 Orten bundesweit haltgemacht. Knapp 600.000 Menschen haben in den vergangenen sieben Jahren den Bus besucht, darunter über 10.000 Schulklassen.

Am frühen Donnerstagnachmittag sind die Schülerinnen und Schüler der Charlotte-Diedrich-Schule im Bibelmobil zu Gast. Im Obergeschoss spricht Stephan Naumann mit den Kindern über die Bibel, über ihre Entstehung und ihre Verbreitung. Im Untergeschoss, bei Andreas Schmidt, gibt es derweil die kleinste Bibel der Welt zu bestaunen, die nur unter dem Mikroskop lesbar ist und für Astronauten hergestellt wurde, sowie originalgetreu gefertigte, hebräische Schrift-rollen und Bibelübersetzungen in 30 Sprachen. Wichtig ist, so Schmidt, das die Kinder alles selbst in die Hand nehmen können, ob Tontäfelchen, echtes Papyrus oder aus Ziegenhaut gefertigtes Pergament. Vor dem Bus können die Kinder ihre eigenen Thesen an eine „Thesentür“ nageln. Die Bibel und insbesondere die Reformation sollen erfahrbar sein.

In Rumänien macht das Bibelmobil nicht zum ersten Mal halt. Bereits in der Vergangenheit war der Bus bei der ungarischen Gemeinde in Klausenburg/Cluj-Napoca, Sathmar/Satu Mare oder Großwardein/Oradea. Zum Reformationsjubiläum und auf Einladung der Evangelischen Kirche A.B. ist der Bus nun zum ersten Mal in Hermannstadt. Hier steht er noch bis zum morgigen Samstag auf dem Huetplatz, ehe es für Andreas Schmidt und Stephan Naumann, nach einem weiteren Stopp in Großwardein, zurück nach Deutschland geht.

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