Erinnerung an die Deportation in Schinal

Noch zwei Russlanddeportierte leben in der Gemeinde

Samstag, 13. Januar 2018

Leiter der schwäbischen Gemeinden sowie Vertreter vieler Ortsforen kamen zur Gedenkveranstaltung
Foto: Gabriella Lipovan

Schinal - Mit einem Gedenkgottesdienst und der anschließenden Kranzniederlegung an der Gedenktafel der Russlanddeportierten erinnerte man vergangenen Samstag an die vor bereits 73 Jahren stattgefundene Deportation der Schwaben in Schinal/Urziceni. Am 3. Januar 1945 begann die Verschleppung der Sathmarer Schwaben in die ehemalige Sowjetunion. Viele von den Deportierten konnten in ihre Heimat nie mehr zurückkehren. Die Überlebenden und ihre Familien wurden für ihr ganzes Leben traumatisiert. In Schinal leben nur noch zwei Russlanddeportierte.

Den Gedenkgottesdienst zelebrierte Csaba Ilyes, römisch-katholischer Dechant in Großkarol/Carei. „Ähnlich wie die drei Weisen, die dem Stern folgten, taten auch die Schwaben in der Zeit der Deportation und nur so konnten sie ihr Leid ertragen“, sagte der Dechant in seiner Predigt. Anschließend an den Gottesdienst erklang das Russlandlied und es wurde der Brief von Istvan Schwegger sowie ein Abschnitt aus dem Tagebuch von Viktor Ludescher, beides ehemalige Deportierte, vorgelesen. Die Veranstaltung wurde vor der Gedenktafel der Russlanddeportierte aus Schinal beim Kulturheim der Gemeinde fortgesetzt, wo die Anwesenden zunächst von dem Bürgermeister Josef Mellau begrüßt wurden.

„Alle Männer zwischen 18 und 30 Jahren sowie Frauen zwischen 18 und 30 Jahren wurden am 3. Januar zu einer Versammlung ins Kulturheim gerufen. Sie durften nicht mehr nach Hause gehen. Aus Schinal mussten sie zu Fuß nach Großkarol gehen. Von dort wurden sie in Viehwaggons nach Russland transportiert“, schilderte der Bürgermeister kurz das Geschehen vor 73 Jahren. „Die Russlanddeportierten mussten eine Schuld, die sie nie begingen, wieder gut machen“, sagte Richard Tircsi, Leiter der Abteilung für nationale Kontakte des Ministeriums für Humanressourcen und fügte noch hinzu, dass niemand wegen seiner Abstammung verurteilt werden dürfe. Über die Ungerechtigkeit der Deportation der Sathmarer Schwaben und ihre Auswirkungen auf das ganze Leben der Verschleppten und ihrer Familien sprachen auch Johann Leitner, Vorsitzender des DFD Kreis Sathmar/Satu Mare und Csaba Pataki, Vorsitzender des Kreisrats Sathmar. Anschließend fand die Kranzniederlegung an der Gedenktafel statt.

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