Erinnerungen an den Krieg

Die Sammelkampagne der Europäischen Bibliothek zum Ersten Weltkrieg

Dienstag, 27. Mai 2014

Hermannstadt – Anlässlich des 100. Jahrestags seit dem Beginn des Ersten Weltkriegs, der am 28. Juli 1914 begann und am 11. November 1918 mit dem Waffenstillstand von Compiègne endete, führte die Bibliothek der „Lucian Blaga“-Universität eine Kampagne zur Sammlung der Erinnerungen. Angehörige der am Ersten Weltkrieg Beteiligten aus Hermannstadt/Sibiu konnten am Freitag und Samstag Fotografien, Dokumente, Briefe oder andere Schriftstücke zum Sitz der Bibliothek zwecks Digitalisierung bringen. Auf der Homepage der Europeana, der Europäischen Bibliothek, (www.europeana1914-1918.eu) werden unterschiedlichste Arten von Dokumenten zum Ersten Weltkrieg zu einer umfangreichen Online-Sammlung zusammengetragen. Dabei handelt es sich um Unterlagen aus Nationalbibliotheken, Erinnerungsstücke von Privatpersonen sowie Filmmaterial aus europäischen Filmarchiven.

Zusammen ergeben diese Dokumente einzigartige Perspektiven auf den Ersten Weltkrieg und beleuchten ihn aus unterschiedlichen historischen Blickwinkeln. Die derzeit verfügbare Sammlung wächst stetig um weitere Materialien. An diesem europaweiten Vorhaben beteiligen sich seit 2011  Länder wie Deutschland, Großbritannien, Irland, Luxemburg, Slowenien, Dänemark, Italien und Zypern.. Nun nimmt auch Rumänien, das sich als Königreich Rumänien seit August 1916 am Kriegsgeschehen beteiligt hat, am Projekt teil. „Die Kampagne bietet Menschen, die Erinnerungsstücke über den Ersten Weltkrieg besitzen, diese mit Hilfe des Internets sowohl für die künftige Generationen zu bewahren, als auch für die ganze Welt zugänglich zu machen“, erklärte Cristina Roiu, die Vertreterin der Europeana. Zurzeit besteht die Sammlung aus über 100.000 Fotografien, die Gegenstände, Briefe, Tagebüchereinträge und vieles andere darstellen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 29.05 2014, 08:50
der Erste Weltkrieg endete hier in Südosteuropa nicht im Wald von Compiègne. Österreich-Ungarn löste sich Ende Oktober 1918 de facto auf. Österreich bat um einen Waffenstillstand, der am 3. November 1918 in der Villa Giusti am Brentakanal, nahe von Venedig, geschlossen wurde. Ungarn hatte schon davor seine Truppen von der Italienfront abgezogen, um seine Grenzen in Siebenbürgen und im Banat zu verteidigen. Nach der Kapitulation Deutschlands musste aber auch Ungarn die Waffen strecken und unterschrieb am 13. November die Militärkonvention von Belgrad. Wie wir aber wissen, gingen die Kriegshandlungen trotzdem weiter und endeten erst im August 1919. Aus diesem Grund steht auch auf vielen Kriegerdenkmälern in Siebenbürgen: gewidmet den Toten des Weltkrieges 1914-1919

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