Erinnerungen an König Mihai I. in Temeswar

Mittwoch, 13. Dezember 2017

„Ruhen Sie in Frieden, Majestät! Gott sei mit Ihnen“ Und: „Ich bin stolz, so einen König gehabt zu haben!“ So und ähnlich klingen die Einträge im Kondolenzbuch, das in der rumänisch-orthodoxen Kathedrale vor dem Bildnis des Königs Mihai I. ausgelegt wurde. Bis Sonntag war mehr als die Hälfte des dicken Buches voll mit guten Erinnerungsworten an den König. Kerzen brennen daneben; das Bildnis, das beim Eingang rechterhand steht, konnte erst nach der Wende gezeigt werden. König Mihai I. ist der Stifter der inzwischen zu einem der Symbole der Stadt gewordenen Kathedrale, die den Stadtkern prägt. 1946 war Seine Majestät bei der Einweihungsfeier dabei. Eine Frau, die dabei war, erinnerte sich noch Jahre später: „Der König war direkt aus Săvârşin gekommen. Ich konnte ihn sehen, mein Vater trug mich auf seinen Schultern. Die Menge hat den König umjubelt, es waren viele, viele Menschen vor der Kathedrale versammelt“.

In Temeswar erinnern verschiedene Institutionen an den König. So sind drei der großen Universitäten der Stadt durch königlichen Erlass, den König Mihai I. unterschrieben hat, gegründet worden: die West-Universität Temeswar und die Universität für Medizin und Pharmazeutik wurden 1944, damals im Rahmen derselben Institution, ins Leben gerufen. Ein Jahr später kam die Universität für Agrarwissenschaften hinzu, die heute den Namen des Königs trägt: die Banater Universität für Agrarwissenschaften und Tiermedizin „Mihai I. von Rumänien“. Die West-Universität Temeswar hat in der Eingangshalle ein Gemälde des Königs aufgestellt, darunter leuchten Kerzen; die Universität für Agrarwissenschaften hat dieser Tage auf der Homepage eine Trauermeldung veröffentlicht.

Auch viele Kulturinstitutionen sind König Mihai I. verpflichtet: So sind die Philharmonie in Temeswar sowie die Rumänische Oper Temeswar ebenfalls durch königlichen Erlass gegründet worden. König Mihai I. hat tiefgreifende Spuren im kulturellen und intellektuellen Leben der Stadt sowie entschiedene Spuren im Stadtbild hinterlassen. Alles, was er in Temeswar gegründet hat, ist vom bleibenden Wert und symbolträchtig.

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