Erinnerungen, kulinarisch gespickt

Rückblick durch das Küchenfenster von Dagmar Dusil auch in rumänischer Fassung

Dienstag, 16. Juli 2013

Beatrice Ungar, Michael Astner, Dagmar Dusil, Astrid Fodor und Ioana Ieronim bei der Buchvorstellung (v.l.). Foto: Hannelore Baier

Hermannstadt - Eine Speise oder ein Kuchen reizt nicht bloß die Geschmacksnerven, sondern ihr Anblick oder der Gedanke an sie lässt auch Erinnerung wach werden. Dagmar Dusil, in Hermannstadt/Sibiu geboren, wo sie bis zur Ausreise Mitte der 1980er Jahre gelebt hat, verband Rezepte mit Begebenheiten und nahm Ereignisse als Anlass, um Speisen vorzustellen. Eingeflossen ist all das in das 2001 veröffentlichte Buch „Blick zurück durchs Küchenfenster“. Am Freitagnachmittag wurde dessen rumänische Übersetzung „Privind înapoi prin fereastra bucătăriei“ in der Humanitas-Buchhandlung in ihrer Heimatstadt vorgestellt. Das im Curtea-Veche-Verlag erschienene Buch war im Juni beim Bookfest in Bukarest lanciert worden.

Die von Beatrice Ungar moderierte Buchvorstellung war sehr gut besucht – und das für Vizebürgermeisterin Astrid Fodor keine Überraschung. Es sei ein Buch über Hermannstadt und lässt beim Lesen viele Erinnerungen wach werden, stellte sie fest. Die Rezepte sind die natürliche Fortsetzung des Erzählten, meinte die Schriftstellerin Ioana Ieronim zum Buch, und erwähnte, dass  eben zu gewissen Anlässen ganz bestimmte Kuchen oder Speisen vorbereitet und aufgetischt wurden und werden.

Der einzige Mann in der Podiumsrunde war der Dichter Michael Astner, der das Buch ins Rumänische übertragen hat. Er gab zu, anfangs Bedenken gehabt zu haben, ein Buch mit Rezepten zu übersetzen, da er selbst nur „ciorbe“ kocht, doch seien seine Vorbehalte bald verflogen. Leid tat es ihm, zu den „Lica-Schnitten“ keine Fußnote gesetzt zu haben, denn wer weiß heute noch, dass es sich bei „Lica“ um die in Hermannstadt gebackenen Waffeln handelt?

Das Buch ist als Hochzeitsgeschenk entstanden, erzählte die Autorin. Sie hatte ihre Tochter gefragt, was sie sich zur Hochzeit wünsche und die sagte, ein Buch mit Großmutters Rezepten. Ein banales Kochbuch eignete sich als Gabe für ein so wichtiges Ereignis nicht, also begann Dagmar Dusil die Rezepte mit der Schilderung von Erinnerungen zu verbinden. Und letztlich wurden die Geschichten um die Rezepte herum sogar wichtiger. 

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