Erklärung und zwei Fragen

MdP Ganţ – erneute Alarmzeichen zu Infrastruktur der Bildungseinrichtungen

Donnerstag, 11. Dezember 2014

Hermannstadt (ADZ) – Auf die Situation des deutschsprachigen Bildungssystems bzw. den Zustand seiner Einrichtungen und jene des Altenheimes im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus in Temeswar/Timişoara machte der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ zu Beginn des Monates in einer politischen Erklärung im Parlament sowie zwei parlamentarischen Anfragen aufmerksam.

In der politischen Erklärung übermittelte MdP Ganţ dem zweiten Banater Nobelpreisträger, Stefan Hell, die Glückwünsche von Seiten des Parlamentes und erwähnte, dass dieser, wie auch die Nobelpreisträgerin für Literatur, Herta Müller, das Nikolaus-Lenau-Lyzeum in Temeswar besucht hat. In diesem erfolge der Unterricht derzeit jedoch unter Bedingungen, die jeder Beschreibung spotten. Die Klassenzimmer sind in vier Gebäuden untergebracht, von denen in einem großangelegte Renovierungen aus europäischen Mitteln stattfinden, ein weiteres ist eine von der römisch-katholischen Kirche angemietete ehemalige Einkehr, das dritte ist das einstige Internat der Schule und das vierte die einstige Garage des lokalen
Transportunternehmens.

Die Mehrzahl der Klassenzimmer sind für den Schulunterricht wegen ihrer Ausmaße ungeeignet. Dank der Qualität des gebotenen Unterrichts jedoch steigt die Zahl der Schüler stetig. Der Abgeordnete des Deutschen Forums forderte deswegen von der Regierung das Veranschlagen von Mitteln für den Bau des neuen Gebäudes der Lenauschule und dass die Summe im Haushalt für 2015 vorgesehen werden soll. Da sich das Johann-Ettinger-Lyzeum in Sathmar/Satu Mare in einer ähnlichen Lage befindet, solle dasselbe auch für diese Bildungseinrichtung geschehen. MdP Ganţ wies darauf hin, dass einer der bedeutendsten Faktoren für die Entscheidung der Investoren aus Deutschland, Österreich und der Schweiz nach Rumänien zu kommen jener ist, dass sie hier deutschsprechende Mitarbeiter finden. Das sollte mit ein Grund sein, weshalb die Regieung konkrete Maßnahmen für die Verbesserung der Infrastruktur der deutschsprachigen Bildungseinrichtungen treffen soll, die sich im Haushalt 2015 wiederfinden.  

In der am 2. Dezember an Bildungsminister Remus Pricopie gesandten Anfrage wies der DFDR-Abgeordnete darauf hin, dass drei Jahre vergangen sind seit dem Beschluss, in Sanktanna/Sântana einen Kindergarten zu bauen. Das einstige Gebäude wurde abgetragen, der Baugrund ist also vorbereitet, weshalb er wissen möchte, in welchem Stadium sich der Entwurf befinde und wann mit dem Bau begonnen wird. Derzeit erfolgt der Unterricht in völlig ungeeigneten Räumen und ab dem nächsten Jahr wird der deutschsprachige Kindergarten über gar keine Klassenzimmer mehr verfügen.

Eine weitere Anfrage richtete MdP Ovidiu Ganţ am 2. Dezember an Rovana Plumb, die Ministerin für Arbeit, Familie sowie Soziales und Senioren. Er bat mitzuteilen, wie hoch die für 2015 vorgesehene Summe für das Altenheim im Adam-Müller-Guttenbrunn-Haus sein und wann das Heim die offizielle Zusage diesbezüglich erhalten werde, um dieses der deutschen Seite mitzuteilen, gemäß dem bilatralen Vertrag zwischen Rumänien und der Bundesrepublik Deutschland. Aufgrund dieser Vereinbarung werden die Sozialeinrichtungen der deutschen Minderheit von den Regierungen beider Staaten finanziell unterstützt, wobei die deutsche Seite im Fall des Temeswarer Altenheimes rund 50 Prozent und die rumänische Regierung über das Arbeitsministerium rund 10 Prozent der notwendigen Mittel zur Verfügung stellen.    

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