Ernüchternde Zahlen

Rumänien hat den höchsten Prozentsatz von Diabetikern in der Europäischen Union

Freitag, 23. Mai 2014

Dr. Carmen Natea-Sitterli, Prof. Dr. Maria Moţa und der Präfekt des Kreises Hermannstadt, Ioan Ovidiu Sitterli, bei der Vorstellung der Studienergebnisse.
Foto: SRDNBM

Hermannstadt -Bis zu 1,9 Millionen Rumänen leiden an Diabetes Mellitus, der  im Volksmund als „Zuckerkrankheit“ bezeichneten Stoffwechselkrankheit. Dies zeigte eine gemeinsame Studie der rumänischen Gesellschaft für Diabetes, Ernährung und Stoffwechselkrankheiten (SRDNBM) sowie der rumänischen Nephrologie-Gesellschaft. „Diese Zahl ist doppelt so hoch, wie sie in der letzten Auflage des Atlas der Internationalen Föderation zur Erforschung und Behandlung von Diabetes Mellitus angeführt ist“, erklärte Prof. Dr. Maria Moţa, Leiterin der SRDNBM. Die Ergebnisse der Studie wurden am Mittwoch, zum Auftakt des 40. Kongresses der SRDNBM, in Hermannstadt/Sibiu vorgestellt.

Die Studie mit der Abkürzung „PREDATORR“ begann im Jahr 2013 und dauerte bis Ende März 2014. Daher sind viele Faktoren noch nicht vollständig ausgewertet: „Es wird noch ungefähr ein Jahr dauern, bis wir die gesamten Ergebnisse verarbeitete haben“, sagte Professor Moţa. An der Studie, die sich an die Personen zwischen 20 und 79 Jahren richtete, nahmen rund 3000  teil. Der Landesdurchschnitt liegt bei 11,6 Prozent. Die höchste Rate, 13,39 Prozent, wurde in der Region Süden verzeichnet. Es folgen die Regionen Bukarest-Ilfov (12,79 Prozent), Nordosten (12,38 Prozent), Südwesten (12,1 Prozent), Nordwesten (11,69 Prozent). Unter dem Landesdurchschnitt liegen hingegen die Regionen Südosten (10,44 Prozent), Zentrum (9,99 Prozent) und Westen (8,2 Prozent).

„Es hat uns sehr überrascht, dass im Zentrum und im Westen des Landes, wo viele Lebensmittel mit gesättigten Fettsäuren konsumiert werden, der Prozentsatz der Erkrankten so gering ist“, so Moţa. Laut der landesweiten Statistik gab es zum 31. Dezember des Vorjahres 2670 an Diabetes erkrankten Kinder, wobei 2013 genau 360 neue Fälle von Typ-1-Diabetes und 16 Fälle von Typ-2-Diabetes hinzukamen. Die Studie zeigte gleichzeitig einen hohen Prozentsatz der Personen in der Prädiabetes-Gruppe. Es handelt sich dabei um Menschen, deren Blutzuckerwerte bereits auffällig sind, jedoch noch kein Diabetes vorliegt. Laut Studie haben über 3 Millionen Rumänen (rund 18,4 Prozent) Prädiabetes.

„Viele Menschen mit Diabetes versuchen ihre Krankheit geheim zu halten, weil sie Diskriminierung seitens der Arbeitgeber fürchten“, erklärte Moţa den hohen Unterschied zwischen den älteren und neuen Daten. Diabetes ist eine „chronische, unheilbare Krankheit“, die mit zahlreichen Begleit- und Folgeerkrankungen verbunden ist: Bluthochdruck, diabetische Retinopathie und Neuropathie führen die Liste. Diabetes kann zu Herzinfarkt, peripheren arteriellen Verschlusskrankheiten, Schlaganfall, Niereninsuffizienz, zur Amputation oder Erblindung führen.

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