Erste Flüchtlinge in Rumänien wohl ab November

Präsidialberater rechnet vorerst mit rund 1700 Menschen

Donnerstag, 03. September 2015

Bukarest (ADZ) - Angesichts der beispiellosen Flüchtlingskrise in der EU wird Rumänien nach Angaben von Präsidentschaftsberater Leonard Orban ab dem Spätherbst erste Flüchtlinge aufnehmen.

Im Rahmen des sogenannten Relocation- bzw. Umsiedlungsprogramms der EU-Kommission werde Rumänien ab November schrittweise insgesamt 1705 in Griechenland oder Italien eingetroffene Asylsuchende für zwei Jahre aufnehmen, sagte der frühere EU-Kommissar am Dienstag. Für diejenigen, denen kein Asyl gewährt werden könne, käme dann allerdings ein weiterer Aufenthalt hierzulande nicht mehr in Frage, fügte Orban hinzu. Aus seiner Sicht ist Rumänien zwar keineswegs ausreichend für die Aufnahme von Schutzsuchenden vorbereitet, doch habe man sich aus europäischer Solidarität dazu bereit erklärt.

Derzeit verfügt das Land über sechs Flüchtlingszentren – in Bukarest, Temeswar, Giurgiu, Galaţi, Şomcuţa Mare  (Kreis Maramuresch) und Rădăuţi. Auch die Rumänen zweifeln an der Fähigkeit ihrer Behörden, das Flüchtlingsproblem tatsächlich meistern zu können: Laut jüngster Umfrage des Meinungsforschungsinstituts IRES sehen nur 20 Prozent die Regierung dazu imstande. Zudem sprach zwar jeder zweite der von IRES Ende August Befragten den Flüchtlingen das Recht auf eine Wahlheimat zu, doch hießen 65  Prozent der Rumänen  (zum Teil mit Vorbehalt) Asylsuchende auch im eigenen Land und weniger als die Hälfte  im eigenen Wohnort willkommen.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 04.09 2015, 20:29
Danke für den Link,Alexander!Wenn ich mir die Bevölkerungsentwicklung in vielen rumänischen Dörfern ansehe,ein fähiger Bürgermeister da ist...
Ottmar, 04.09 2015, 14:59
Eine Lösung dass mehr Länder Flüchtlinge aufnehmen würden wäre wenn die EU direkt nach Landesstndart die Soziahilfe bezahlen würden. So könnten alle profitieren. Auch die örtliche Wirtschaft.
Ottmar, 04.09 2015, 14:57
Alexander danke für den Link. Ich liebe Kalabrien und werde dieses Dorf wirklich besuchen.
Bert, 04.09 2015, 09:45
Meine Befürchtung ist, dass nichts im Rahmen bleiben wird - leider. Schauen Sie sich bitte das Bevölkerungswachstum in den Herkunftsgebieten der meisten Flüchtlinge an und urteilen Sie selbst. Es gibt nicht das sprichwörtliche Ende der Fahnenstange.
Aydin, 03.09 2015, 18:20
Flüchtlinde die in Rumänien aufgenommen werden, werden durch den Sozialfonds der EU finanziert .... Und ganz nebenbei kann ja mal ein EU geld nicht in die Taschen eurer Politiker sondern bedarfsgerecht genutzt werden....
Alexander, 03.09 2015, 15:25
Mit gutem Willen kann so eine Geschichte auch in Rumaenien wahr werden :

http://www.zeit.de/gesellschaft/zeitgeschehen/2012-11/italien-dorf-riace-fluechtlinge-zuhause
Sraffa, 03.09 2015, 14:46
Man sollte sich eher Gedanken machen wie das Ganze im Landesinteresse produktiv umgesetzt werden kann.
Hans, 03.09 2015, 12:39
Bleib locker, Rudi... Was meinst Du wie viele der Migranten in Rumänien tatsächlich bleiben werden? Glaubt den wirklich einer (insbesondere die Deutschen), daß jemand der tausende von Kilometern zurückgelegt und tausende von Euro bezahlt hat, sich in ein Land "abschieben" lässt, in dem er als Industriearbeiter im 3-Schichtverfahren 200 Euro netto monatlich verdient??? Schlau, die Rumänen... Sagen solidarische Hilfe zu, wohlwissend, daß keiner in ihrem Land bleiben wird...
rudi, 03.09 2015, 07:52
Solidarität..ok...das muß aber im Rahmen bleiben, denn es kann ja nicht sein, das Rumänien Flüchtlinge aufnimmt, und diese dann womöglich mehr Taschengeld bekommen, wie Milionen von Rumänen Rente haben....das ist sehr gefährlich, und kann sehr schnell...zu masieven Unruhen im Land führen...auch hat Rumänien ja viele Landsleute, die an der Armutsgrenze leben, und nicht zu essen haben!!!

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