Erste Group und Société Générale mit Gewinneinbrüchen

Rumänische Töchter BCR und BRD ebenfalls vor Problemen / BT schneidet gut ab

Donnerstag, 02. August 2012

BCR-Hauptsitz in Bukarest erstegroup.com

Wien/Paris/Bukarest (dpa/ADZ) - Die österreichische Bank Erste Group leidet weiter unter ihrem schwachen Osteuropa-Geschäft, der Gewinn der französischen Großbank Société Générale ist im zweiten Quartal vor allem wegen hoher Abschreibungen im Auslandsgeschäft eingebrochen. Die rumänischen Tochtergesellschaften der beiden Banken, die zur Erste Group gehörende BCR und die zu Société Générale gehörende BRD, haben mit Verlusten oder starken Gewinneinbrüchen zu kämpfen. Banca Transilvania kann Gewinn steigern.

Im ersten Halbjahr schrieb die Erste Bank auf ihre rumänische Tochter BCR 210 Millionen Euro ab, wie das börsennotierte Spitzeninstitut der österreichischen Sparkassen am Dienstag in Wien mitteilte. In Ungarn musste die Bank weitere 60,6 Millionen Euro für Steuerbelastungen zurücklegen und vergrößerte deshalb ihren dortigen Verlust auf knapp 93 Millionen Euro. Rote Zahlen gab es auch in der Ukraine. Dass der Konzern-Überschuss in der ersten Jahreshälfte lediglich um 12,9 Prozent auf 453,6 Millionen Euro zurückging, verdankt das Institut einem Sondereffekt. Um die Kapitalbasis zu stärken, hatte die Bank nachrangige Anleihen aus dem Markt zurückgekauft. Dabei fiel ein Buchgewinn von 413 Millionen Euro an. Erneut stiegen die Risikokosten, da sich die Kreditqualität in Rumänien und Kroatien verschlechterte. Dagegen gab es zumindest in Österreich, Tschechien und der Slowakei einen Aufwärtstrend. Insgesamt stuft das Institut 9,2 Prozent ihrer Kredite als faul ein, Ende 2011 waren es 8,5 Prozent.

Der Gewinn der französischen Großbank Société Générale ist im zweiten Quartal vor allem wegen hoher Abschreibungen im Auslandsgeschäft eingebrochen. Der Überschuss ging um 42 Prozent auf 433 Millionen Euro zurück, wie das Institut am Mittwoch in Paris mitteilte. Analysten hatten mit einem deutlich besseren Ergebnis gerechnet. Die Bank wertete ihre russische Tochter Rosbank um 250 Millionen Euro ab und schrieb weitere 200 Millionen Euro auf den US-Vermögensverwalter TCW ab. Zudem kostete der Abbau von Giftpapieren aus der Zeit vor der Finanzkrise weitere 150 Millionen Euro. Der Gewinn des Investmentbankings fiel um 70 Prozent auf 131 Millionen Euro.

Die BCR, größte Bank Rumäniens und das rumänische Tochterunternehmen der Erste Group, verbuchte in den ersten sechs Monaten ein Minus von 124 Millionen Euro (547 Millionen Lei). Die rumänische Tochter der französischen Société Générale, die zweitgrößte Bank am rumänischen Markt BRD, hat im ersten Halbjahr zwar noch einen Profit von 43,6 Millionen Euro verbuchen können, allerdings war dieser sieben Mal kleiner als noch im gleichen Zeitraum des vergangenen Jahres. Banca Transilvania, drittgrößte Bank in Rumänien, konnte währenddessen im Jahresvergleich einen 47 Prozent höheren Profit von 40,9 Millionen Euro (179,6 Millionen Lei) verbuchen und die Aktiva ebenfalls um 12 Prozent 28,97Milliarden Lei steigern. BCR hält Aktiva im Wert von 76,35 Milliarden Lei und hat damit einen Marktanteil von rund 20 Prozent, während BRD Aktiva über 47,79 Milliarden Lei führt.

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