Erste Konferenz über Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen

Eventveranstalter, ISU-Vertreter und MAI-Staatsekretär am selben Tisch

Mittwoch, 23. März 2016

Über die Sicherheitsproblematik bei verschiedenen Veranstaltungen wurde am Wochenende in Temeswar diskutiert. MAI-Staatssekretär Raed Arafat (3.v.r.) zeigte sich von der Initiative begeistert.
Foto: die Verfasserin

Die Brandkatastrophe im Bukarester Colectiv-Club im Oktober 2015 ließ zahlreiche Unklarheiten und Lücken im Bereich der Sicherheit ans Licht kommen. Das rumänische Brandschutzgesetz wurde mittlerweile verschärft. Viele Clubs wurden geschlossen, Großräume, Stadions und Mehrzweckhallen blieben ohne Betriebsgenehmigung. Dabei mussten unter anderem Konzerte und Fußballspiele neue Austragungsorte finden. Eins steht fest: Nichts wird mehr so sein, wie vor dem Brand am 30. November 2015. Niemand will mehr Opfer auf seinem Gewissen haben. So lautete der gemeinsame Gedanke der Teilnehmer an der ersten Konferenz für Sicherheits- und Gesundheitsmaßnahmen in Rumänien, die am vergangenen Wochenende in Temeswar stattfand.

Im Mehrzwecksaal des Temescher Kreisrats versammelten sich Eventveranstalter aus dem In- und Ausland und setzten sich mit der Problematik der Sicherheit bei Konzerten, Festivals und innerhalb der Clubs auseinander. Als Diskussionspartner waren Vertreter der Katastrophenschutzes ISU, der Staatssekretär im rumänischen Innenministerium (MAI), Raed Arafat, Sicherheitsexperten und Veranstalter dabei.  Die Konferenz „First Romanian Event Health & Safety Conference“ wurde von dem Veranstalter des Exit-Festivals in Novi Sad, Serbien, und dem Revolution Festival in Temeswar initiiert. „Die Eventmanagement-Branche entwickelt sich in Rumänien stetig. Eine solche Konferenz ist notwendig, um das Bewusstsein der Veranstalter für die Gesundheit und Sicherheit ihrer Besucher zu schärfen. Es gibt eine Vielzahl an Faktoren, die zu unerwünschten Vorfällen während den Ereignissen führen kann. Gerade aus diesem Grund ist es unwahrscheinlich, dass all diese Faktoren bekannt sind. Die Veranstalter können sich also untereinander austauschen, aus eigener Erfahrung berichten und ihre Kollegen auf verschiedene Situationen aufmerksam machen“, erklärte Darko Flego, der Veranstalter des Revolution Festivals in Temeswar, die Idee hinter der ersten Konferenz dieser Art in Rumänien.

Die Festivalveranstalter konnten auch einiges aus der Erfahrung ihrer Kollegen aus Deutschland erfahren. Sven Varsek und Markus Wiersch sind Veranstalter eines der größten Open-Air-Events in Deutschland und bereits seit über 20 Jahren in diesem Bereich tätig. „Das Fest“ wird jedes Jahr Ende Juli in Karlsruhe veranstaltet. Während ihrer langjährigen Erfahrung begegneten die deutschen Eventveranstalter zahlreichen Problemen, die zu der Verbesserung der Sicherheitsmaßnahmen führten. „Man kann nie hundertprozentig auf alles vorbereitet sein. Die Vorfälle sind immer anders“, sagte Markus Wiersch. „Die Denkweise ändert sich auch in Deutschland – jetzt auch durch das schreckliche Ereignis in Duisburg, bei der Loveparade. Es ist immer schade, dass etwas ganz Furchtbares passieren muss, bis Leute wieder wachgerüttelt werden“, fügte der Veranstalter von „Das Fest“ hinzu.

Die Festivalbesucher selbst sollen ihrer Sicherheit bedacht sein. Seit zwei Jahren wird in der Temeswarer Partnerstadt Karlsruhe ein Flyer, eine Art Sicherheitskodex, zusammen mit der Eintrittskarte an die Teilnehmer verteilt. Man soll sich auf einen Eventbesuch genauso vorbereiten, wie auf eine Reise, meint Sven Varsek. „Diese Regeln sind ähnlich wie jene aus der Verkehrsjugendschule, wo man den Vorschülern erklärt, sie sie sich an den Verkehr und die Gefahren gewöhnen müssen. Ähnlich kann man sich auch an die Schüler wenden und sie informieren, wie sie sich in Situationen, in denen ein größeres Menschenaufkommen ist, verhalten sollen“, sagt der deutsche Eventveranstalter Varsek. „Es kann ein Festival sein, ein Sportevent im Stadion, aber auch eine Situation in einer größeren Einkaufsmall. Wie verhalte ich mich da? Sich im Vorhinein mal umschauen, wo die Notausgänge sind, wie komme ich hier gut raus, dass ich ruhig bleibe – darauf sollten die Leute aufmerksam gemacht werden und damit ist schon eine große Präventionsarbeit geleistet“, betonte Sven Varsek.

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