Erster Zwischenbericht über Kahlschlag

Sind die kommunalen Behörden Komplizen der Waldwilderer?

Freitag, 16. Januar 2015

Orawitza – Die Ökogruppe für Zusammenarbeit Nera, GEC Nera, hat im Oktober-Dezember 2014 erstmals ein „Monitoring des Kahlschlags der Wälder innerhalb und am Rande der Nationalparks Semenik-Karasch-Schlucht und Nera-Schlucht-Beuşniţa-Wasserfälle“ verwirklicht. Die Schlussfolgerungen der ersten Etappe dieses Monitorings, das durch den Fonds für Zivilgesellschaftliche Erneuerung finanziert wurde, der von der Raiffeisen-Bank gestützt und der Stiftung für die Entwicklung der Zivilgesellschaft verwaltet wird. Mit diesem Fonds arbeitet GEC Nera schon seit längerer Zeit zusammen. Die ersten Schlussfolgerungen sind weder ganz überraschend, noch frei von Interessenskonflikten. GEC Nera stellt fest, dass es sehr viele Holzeinschläge gibt, die in unmittelbarer Nähe der Naturschutzgebiete liegen, vor allem beim Nationalpark Semenik - Karasch-Schlucht.

Dass diese Nationalparks „extrem schlecht verwaltet“ werden, ist eine Anschuldigung, die von GEC Nera seit Jahren wiederholt wird. Jetzt kommt hinzu, dass die Umweltschützer aus Orawitza/Oraviţa und ihre jugendlichen Helfer aus Orawitza, Neumoldowa/Moldova Nouă und Anina/Steierdorf auch die Tatsache anführen und mittels Foto- und Filmmaterial untermauern, dass der Raubbau an den Wäldern auch immer akuter die in der Nähe der Naturschutzgebiete liegenden Ortschaften gefährdet (das Beispiel Gerlischte/Gârlişte wurde in unserer Zeitung bereits ausführlich vorgestellt, steht aber nicht vereinzelt da). GEC Nera: „Wir halten es für möglich, dass solche Holzeinschläge auch im Innern der unter Vollschutz stehenden Gebiete betrieben werden oder in Räumen mit Sonderschutz, aber diese Tatsache werden wir in der zweiten Etappe unseres Monitorings in den kommenden Monaten klären.“ Des Weiteren meinen die Orawitzaer Umweltschützer, dass „die allgemeine Managementtätigkeit im Nationalpark Semenik - Karasch-Schlucht Regelungen unterworfen ist, deren Kohärenzlosigkeit Raum lässt für Interpretationen oder fürs Nichtstun.

Es ist kein Zufall, dass die jüngste Variante des Managementplans des Nationalparks immer noch auf ihre Bestätigung per Order des Umweltministeriums wartet.“ Dadurch werde das Gesetz der Naturschutzgebiete unterschiedlich interpretiert, sowohl von den direkt für seine Beachtung Verantwortlichen, als auch durch jene, die in ihrem Leben und ihrer Arbeit diese Gesetzte einhalten müssten. Die Wach- und Schutzdienste der Naturschutz- und –konservierungsgebiete, für deren gutes Funktionieren die Parkverwaltungen verantwortlich ist, sind unzureichend, stellt GEC Nera fest, „und in manchen Fällen von Aggression haben die direkt verantwortlichen Behörden keinen Finger gerührt, um Täter aufzuspüren, aber auch nicht, um Prävention auszuüben. In anderen Fällen, so GEC Nera, „wird fehlende Entschlossenheit im Handeln der Behörden festgestellt und wir haben manchmal den Eindruck gehabt, dass die Parkverwalter und die Verwalter von Waldflächen sich im Falle eines Monitorings in ‘Advokaten’ der Holzschlagunternehmen verwandeln.“

Logischerweise und folgerichtig kommt auch die Nationale Forstverwaltung Romsilva in der Analyse der Umweltschützer nicht gut weg. Sie habe „wirtschaftliche und kommerzielle Interessen in der Verwaltung der Forste der Natur- und Nationalparks, und die Unterverträge für Schutz- und Konservierungsaktivitäten der Natur mit den Parkverwaltungen schaffen Interessenskonflikte“. Allerdings sei das keine nur fürs Banater Bergland typische, sondern eine „quasi-allgemeine Situation“ auf dem gesamten Territorium Rumäniens. Die Umweltschützer „empfehlen deshalb allen Entscheidungsträgern (Parlament, Regierung, Ministerium für Umweltschutz und klimatische Veränderungen, Departement der Forste) umgehend diesen Interessenskonflikt mittels adäquater Regelungen zu beseitigen“.

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