Erstes Anti-Mobbing-Zentrum

Freitag, 08. Juni 2012

Das Anti-Mobbing-Zentrum nahm in Temeswar seine Tätigkeit auf.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Beleidigungen, Schikanen, Intrigen und Neid – kurz gesagt: „Mobbing“. Viele leiden darunter, sei es am Arbeitsplatz oder in der Schule. Nur wenige wissen jedoch, dass sie etwas dagegen unternehmen können. Das zweite Anti-Mobbing-Zentrum landesweit wurde nun in Temeswar/Timişoara eröffnet. Daran können sich Mobbing-Betroffene wenden. Das Zentrum setzt sich für die Vorbeugung von Mobbing an der Arbeitsstelle ein und wendet sich vor allem an Frauen, aber nicht nur.

Das erste Anti-Mobbing-Zentrum in Temeswar ist das zweite in Rumänien nach einer Einrichtung in Bukarest und bietet all denen, die regelmäßig gemobbt wurden oder werden, psychologische Beratung, juristische Betreuung und Karriereberatung.

Das Zentrum in der Letea-Straße Nr. 46 wurde vom Verein für die Förderung der Frau in Rumänien (APFR) ins Leben gerufen. „Die Opfer dieses Phänomens sind aber nicht nur Frauen. Studien haben gezeigt, dass von den etwa 40 Prozent aller Mobbing-Fälle am Arbeitsplatz auch Männer betroffen sind. In Temeswar haben wir derzeit vier Personen, die über unsere Beratung verfügen“, sagt der APFR-Geschäftsführer, Vasile Moldovan.

Viele Betroffene wissen nicht einmal, dass das Phänomen angefochten werden kann und dass sie etwas dagegen tun können. Die Mitarbeiter des Anti-Mobbing-Zentrums werden in interessierten Unternehmen für Information sorgen.

Innerhalb des Zentrums können Betroffene mit Fachleuten diskutieren und sich mit Themen wie Chancengleichheit und Gleichberechtigung der Geschlechter auf dem Arbeitsmarkt, Diskriminierung und psychologische Belästigung am Arbeitsplatz  auseinandersetzen. Die Eröffnung des Anti-Mobbing-Zentrums ist Teil der Kommunikationskampagne innerhalb des Projekts „Unterstützung der diskriminierten Frauen auf dem Arbeitsmarkt“. Das Projekt wird durch den Europäischen Sozialfonds mitfinanziert. Die Einrichtung des Zentrums in der Letea-Straße kostete 25.000 Euro. Das Projekt sieht mehrere Ausbildungen zum Thema „Gleichheit der Chancen zwischen Männern und Frauen“ vor.

Der Begriff Mobbing oder Mobben kommt vom Englischen „to mob“ und bedeutet „anpöbeln, angreifen, bedrängen, über jemanden herfallen“. Mobbing steht somit im engeren Sinn für Psychoterror am Arbeitsplatz mit dem Ziel, Betroffene aus dem Betrieb hinauszuekeln. Im weiteren Sinn bedeutet Mobbing, andere Menschen ständig bzw. wiederholt und regelmäßig zu schikanieren, zu quälen und seelisch zu verletzen, wie beispielsweise in der Schule, am Arbeitsplatz, im Sportverein, im Altenheim oder im Internet (Cyber-Mobbing). Typische Mobbinghandlungen sind die Verbreitung falscher Tatsachen, die Zuweisung sinnloser Arbeitsaufgaben, Gewaltandrohung, soziale Isolation oder ständige Kritik an der Arbeit.

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