Erstes Kronstädter Parkhaus steht vor der Eröffnung

Trotz Protesten der Anwohner wurde dieses errichtet

Freitag, 09. Oktober 2015

Das neue Kronstädter Parkhaus wurde auf dem ehemaligen Parkplatz zwischen Militärspital und Star-Kaufhaus errichtet.

Der neu angelegte Zebrastreifen für Fußgänger überquert gleich mehre Straßen wegen der eingeführten neuen Verkehrsregelung.
Fotos: Dieter Drotleff

Das erste Kronstädter Parkhaus, das im Stadtzentrum neben dem Militärspital und dem Star-Kaufhaus errichtet wurde, steht kurz vor seiner Eröffnung. Anwohner hatten sich vor Baubeginn durch Eingaben an das Bürgermeisteramt und auch Protestaktionen gegen das Projekt geäußert. Gründe dafür waren, dass den Häusern aus dem Umfeld die Sicht auf die Stadt genommen wird und dass die Gefahr möglicher Erdrutsche besteht, was die gesamte bebaute Umgebung betrifft. Trotzdem wurde dieses Projekt durchgeführt, wobei einige der Beanstandungen der Anwohner teilweise doch berücksichtigt wurden, besonderes was die Konsolidierung des Geländes betrifft. Es bleibt nur zu hoffen, dass keine unvorhergesehenen negativen Einwirkungen mit der Zeit doch auftauchen werden.

Bürgermeister George Scripcaru , der sich sehr für diese Projekt eingesetzt hat, betonte, dieses sei besonderes wichtig für die Entlastung des Verkehrs im historischen Stadtzentrum. Im neuen Parkhaus können über 300 Wagen abgestellt werden. Die Bauarbeiten wurden im Monat November 2013 eingeleitet und sollten in 19 Monaten abgeschlossen werden. Es kam allerdings zu Verzögerungen. Erstens wegen der zusätzlich erforderlichen Konsolidierungsarbeiten des Baugeländes, dann wegen der Regenperioden im Vorjahr. Laut der Leitung der Baufirma sind insgesamt 20.000 Kubikmeter Erde ausgehoben worden, gegossen wurden 8000 Kubikmeter Beton und 600 Tonnen Stahlbewehrung wurden eingegossen. Für die Sicherung des Geländes wurden 260 Tonnen, acht Millimeter dicke Metallrohre mit Durchmessern von 400 bis 800 mm eingelegt. Der gesamte Bau umfasst vier unterirdische und zwei Etagen über der Erdoberfläche, zu denen noch ein Geschoss mit Installationen hinzukommt. Die Arbeiten sind abgeschlossen. Bis zur bevorstehenden Eröffnung des Parkhauses führen die Arbeiter die Endausfertigungen durch. Im Inneren müssen noch teilweise Lüftungsanlagen und elektrische Installationen angebracht werden. Das gesamte Projekt wird aus europäischen Mitteln finanziert. Die Summe beträgt 17,915 Millionen Lei, einschließlich der Mehrwertsteuer. Zu 98 Prozent handelt es sich um Gelder, die nicht zurückerstattet werden müssen. Das Kronstädter Bürgermeisteramt trägt nur mit den restlichen zwei Prozent bei.

Vom technischen Standpunkt her befindet sich der tiefste Punkt des Parkhauses 12,5 Meter unter der Erdoberfläche und 10,5 m oberhalb. Die gesamte Baufläche beträgt 9300 Quadratmeter, davon umfasst die Nutzfläche 8590 Quadratmeter. Die insgesamt sieben Parketagen umfassen 306 Plätze. Davon sind zehn Plätze für Personen mit Behinderungen, sieben für größere Pkw und acht für Elektroautos vorgesehen. Desgleichen werden 29 Plätze für Fahrräder eingerichtet, um auch in dieser Weise den Stadtbewohnern entgegenzukommen, die auf zwei Rädern durch die Innere Stadt zum Einkaufen radeln. Das gesamte Parkhaus wird von Videokameras überwacht. Die Parkgebühr wird durch eine automatische Parkuhr erhoben und kann sowohl mit Geldscheinen als auch mit Münzen sowie mit Kreditkarten bezahlt werden. Die Eröffnung des neuen Parkhauses führt auch zu einer neuen Systematisierung des Verkehrs im Gebiet. Auf der Pieţii-Straße bei der Ein- und Ausfahrt wurde ein Kreisverkehr eingeführt, bei der Zufahrt von der Pictor-Pop-Straße hinter dem Star-Kaufhaus wurde die Straße erweitert, die Markierungen für Fußgänger wurden neu angelegt. Auch soll gemeinsam mit der Verkehrspolizei zeitweilig die Abwicklung des Verkehrs überwacht werden, um eventuell neue Verkehrsregelungen da vorzunehmen. Auch wird in Erwägung gezogen, wieder Einbahnverkehr zwischen dem Star-Kaufhaus und Modarom einzuführen. Trotz aller Für- und Gegenmeinungen wird das neue Parkhaus die Parkprobleme im historischen Stadtkern doch erheblich entschärfen.

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