Erweiterte Realität mit App zum Kulturerbe

Demo-Version mit zehn Gebäuden wird heute vorgestellt

Freitag, 26. Oktober 2018

Mona Petzek, die Leiterin des Deutschen Kulturzentrums Temeswar, und Cyrille Fierobe, der Leiter des Französischen Instituts, hier bei einer anderen gemeinsamen Veranstaltung, Cafékultur. Foto: Zoltan Pazmany

Heute wird die Demo-Version der App vorgestellt, die im Auftrag des Deutschen Kulturzentrums und des Französischen Instituts produziert wird und mit deren Hilfe Touristen wie auch Bewohner Temeswars die Stadt auch in der Augmented-Reality-Version besuchen können. Die Präsentation der Demo-Version findet um 18:30 Uhr im Café D’arc statt.

Für die BZ hat Mona Petzek, die Leiterin des Kulturzentrums Temeswar, erklärt: „Die Demoversion ist ein unfertiges Erzeugnis, sie wird sich auf das materielle Kulturerbe beziehen. Zehn Gebäude zwischen der orthodoxen Kathedrale und dem katholischen Dom wurden ausgesucht, die Demo wird Informationen anbieten wie zum Baujahr des Gebäudes, zum Baustil, Architekten u.a. Daten. Die App an sich, die funktionsfähige Version, werden wir wahrscheinlich im Frühjahr 2019 haben und es wird eigentlich eine offene App sein, die im Laufe der Zeit mir Informationen gefüttert wird. Sie braucht eine längere Zeit für die Ausführung. Im Vergleich zu anderen Apps, wird sie nebst den Infos zu den Gebäuden auch Geschichten enthalten, damit wir ein bisschen in die Privatsphäre kommen. Die Demovariante wird auf Englisch sein, aber die App wollen wir mehrsprachig machen, Deutsch und Französisch, Rumänisch, Ungarisch und Serbisch“.

Der Verein „Prin Banat“ beschäftigt sich mit der App, wie Mona Petzek hervorgehoben hat: „Sie sind die Gestalter, das Deutsche Kulturzentrum und das Französische Institut wir sind die Organisatoren, wir steuern das, aber um den Inhalt und die Programmierung kümmern sich Prin Banat und Heritage of Timisoara, die zusammengehören. Zurzeit ist die Programmierung die Herausforderung, aber wenn diese steht und wir die Struktur haben, können wir die App nach Belieben füllen. Wir sind offen für Anregungen. Wir hatten uns auch eine Debatte mit Persönlichkeiten aus Temeswar zum Thema des Inhalts gewünscht, aber das hätte den Prozess noch mehr verlängert“.

Dafür aber wurde vor kurzem ein Workshop zum Thema Kulturerbe von den beiden Kulturinstitutionen organisiert: „Das Workshop war offen für alle Interessenten, es ist zu einer ganz bunten Mischung gekommen, es waren Leute aus verschiedenen Bereichen, IT, Kunst, Design, Architektur. Auch vom Alter her ging es von Anfang 20 bis 60 Jahren, also eine ganz interessante Mischung von Teilnehmern, die am Kulturerbe interessiert sind und es war auch eigentlich das Ziel des Workshops, das man weiter noch Menschen auf das Kulturerbe aufmerksam macht, das ist eigentlich der schwierigsten Sache, dieses Bewusstseinsschaffen, was das Kulturerben betrifft. Denn Kulturerbe ist keine Laune, es ist etwas Dringendes. Es schafft Einkommen durch Tourismus, Wirtschaftswachstum, es schafft Arbeitsplätze, allein in Europa sind indirekt 7,8 Millionen Arbeitsplätze mit dem Kulturerbe verbunden, Tourismus, Übersetzungen. Direkt am Kulturerbe sind in der EU an die 300.000 Arbeitsplätze gebunden. Das bezogen auf die 453 UNESCO-Kulturstätten in Europa. Kulturerbe schafft auch Identität und das ist auch sehr wichtig für die Gemeinschaft. Es gibt Gemeinschaften, die dieses Bewusstsein nicht haben oder nicht mehr haben und deswegen wollten auch wir durch unser Projekt diese Gemeinschaften sensibilisieren“.

Ob sich die Temeswarer des hiesigen Kulturerbes bewusst sind, wollten wir wissen: „Das ist verschieden, bezogen auf die Erziehung der Menschen, natürlich diejenigen, die gebildeter sind, sind sich des Erbes sehr bewusst, was man aber möchte ist dass man auch die Menschen, die nicht so gebildet sind, bzw. nicht aus Temeswar sind und keine affektive Beziehung zur Stadt haben, dass man auch sie dafür gewinnt. Kulturerbe hat sehr viel mit dem Affekt zu tun. Wir interessieren uns für etwas oder wollen etwas aufbewahren, sei es ein Gebäude oder ein Brauchtum, wir reden ja von materiellem und immateriellem Kulturerbe. Man interessiert sich, wie man das Kulturerbe aufbewahren kann, weil man etwas dafür fühlt, deswegen ist es eine schwierige Sache, Gefühle zu schaffen, aber es ist nicht unmöglich.

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