Es gibt ein Leben nach der Arbeit!

Tipps, um die Freizeit kreativ zu gestalten

Sonntag, 15. Oktober 2017

Symbolfoto: pixabay.com

Acht Stunden Schlaf, eine Stunde Morgentoilette und Frühstück, eine Stunde auf dem Weg ins Büro, neun bis zehn Stunden arbeiten, inklusive Mittagspause, eine Stunde auf dem Weg nach Hause - das sind schon 20 bis 21 Stunden. Dieses Programm kennen alle, die einem Job nachgehen und montags bis freitags von 9 bis 18 Uhr im Büro vor dem Computerbildschirm sitzen. Vom Tag bleiben nur drei oder vier Stunden zur freien Verfügung. Und das im glücklichen Fall, in dem man keine Überstunden machen muss. Dann bleibt überhaupt nichts mehr vom Tag übrig, außer den 15 Minuten, in denen man vor dem Fernseher eine Tiefkühlpizza verschlingt. Und den 10 Minuten vor dem Einschlafen, in denen man auf dem Handy E-Mails aus dem Büro checkt.

„Entschuldigung, ich bin noch im Büro und schaffe es nicht mehr, zu kommen“, „Sorry, ich komme nicht mehr. Ich bin viel zu erschöpft von der Arbeit“, „Ich habe gerade eine stressige Woche im Büro. Treffen wir uns lieber nächste Woche?“- derartige Nachrichten kennt fast jeder. Entweder, man hat sie erhalten oder man hat sie selber an seine Freunde verschickt, an einem dieser Tage, wo die Excel-Tabellen sich auf dem Bildschirm häufen und die To-Do-Liste kein Ende zu haben scheint. Am Wochenende ist man dann viel zu erschöpft und liegt am liebsten den ganzen Tag im Bett. Und dann wird es auf einmal wieder Montag und der Wecker klingelt. Man fühlt sich wie in einem Hamsterrad, das sich dreht und dreht. Gibt es einen Ausweg?

Nach einem Arbeitstag verbringen 21 Prozent der rumänischen Angestellten wenigstens eine Stunde mit Surfen im Internet. Das besagt eine Studie betreffend der Lebensqualität am Arbeitsplatz, die von IRES im Jahr 2016 durchgeführt wurde. 81 Prozent der Befragten meinten, dass sie den Feierabend vor dem Fernseher verbringen. Diese wenigen Stunden, die man zur Verfügung hat, kann man besser nutzen: mit Sport, Freunden und Familie, einem Hobby oder einer Beschäftigung, von der man immer geträumt, aber nie gewagt hat, den Traum in die Wirklichkeit umzusetzen. Inzwischen gibt es auch in Rumänien Privatunternehmen wie „Life after Work“, die Workshops organisieren oder Arbeitstätigen helfen, ein schlummerndes Talent zu entdecken. Oft werden diese Kurse von Unternehmen angeboten, um ihre Angestellten zu motivieren. Denn ein glücklicher Angestellter arbeitet besser. Aber es gibt auch andere Möglichkeiten, dem Hamsterrad zu entfliehen. Hier sechs davon.

Picknick im Freien

Die Liebe geht durch den Magen und gutes Essen macht glücklich. Das ist allgemein bekannt. Kochen entspannt, ein neues Restaurant zu entdecken, macht Spaß. Doch wie wär´s mit einem Picknick im Freien, zu Sonnenuntergang? Voraussetzung ist natürlich, dass nicht Winter und das Wetter schön ist. Man kann sich einen Picknickkorb anschaffen, ihn mit Leckerbissen und einer Flasche Wein füllen, eine Decke unter den Arm klemmen und zusammen mit Freunden oder der Familie im Freien essen. Dies kann an einem See außerhalb der Stadt geschehen, in der Nähe einer Burg, wo man auch eine schöne Aussicht genießen kann, im Park auf dem grünen Rasen, aber auch auf dem eigenen Balkon. Man fühlt sich wie im Urlaub und vergisst die Routine für ein paar Stunden.

Einmal pro Woche einen Tag zum Entspannen

Ob Montag oder Donnerstag - man sollte einen festen Tag in der Woche definieren, an dem man etwas Angenehmes unternimmt: einen guten Film zu Hause sehen, mit Popcorn aus der Mikrowelle, ein Theater- oder Kinoabend mit anschließendem Dinner, zwei Stunden im Schwimmbad, eine professionelle Massage, Joggen, ein Pizza-Abend mit Freunden, ein Konzert besuchen oder einfach in der heißen Badewanne ein Buch lesen - die Liste kann unendlich weitergehen.

Ein neues Hobby entdecken

Von Jonglieren und Improvisationstheater spielen über Massage, Make-Up und Numerologie bis hin zu Gitarrespielen, Fotografieren oder Spielzeugebasteln. Das kann man in verschiedenen Workshops tun, die für Berufstätige gedacht sind, die ein neues Hobby erlernen wollen. Die Workshops finden immer nach 18 Uhr statt und es gibt interessante Dinge für jedermann. Man muss nur im Internet stöbern, um die Workshops zu finden. Aus dem Hobby kann später ein Traumjob werden. Man kann zum Beispiel lernen, Ohrringe herzustellen und später einen eigenen Online-Shop mit handgemachtem Schmuck eröffnen. Falls man sich schon immer gewünscht hat, auf der Bühne zu stehen, es aber nie gewagt hat, kann man sich einer Laientheatergruppe anschließen. In fast jeder größeren Stadt gibt es eine. Inzwischen gibt es auch Festivals für Laientheater, also hat man die Möglichkeit, auf Tournee zu gehen und interessante Leute kennenzulernen. Falls man gut singen kann, es aber bisher nur unter der Dusche gewagt hat, gibt es Canto-Kurse für Erwachsene an jeder Volkshochschule. Das Geld, das man in eine Leidenschaft steckt, lohnt sich immer.

Bloggen

Ob man gerne reist, kocht, liest oder fotografiert – man kann seine Leidenschaft mit Tausenden von Unbekannten teilen. Und vielleicht wird man eines Tages ein erfolgreicher Blogger und muss nicht mehr zur Arbeit gehen. Die meisten bekannten Blogger von heute haben angefangen, als sie noch einen Job hatten und nach den Arbeitsstunden über ihre Leidenschaft berichteten - man braucht also viel Geduld und Inspiration. Sei es ein Kulturblog mit Rezensionen über die neuesten Bücher, Filme oder Theaterproduktionen, ein Modeblog mit den angesagtesten Trends, ein Blog, wo man Produkte testet oder eine Blog, auf dem man über seine Reiseabenteuer erzählt - wer gerne schreibt, sollte es versuchen. Es ist eine wunderbare Ablenkung vom stressigen Alltag. Wer wissen will, wie es andere gemacht haben, hat Tausende von Beispielen im Internet. Eines für einen erfolgreichen und gut gemachten Blog ist bloguldecalatorii.ro. Die Autorin, Alexandra Puşcaşu, hat vor etwa sieben Jahren angefangen, auch andere für ihre Bergtouren im In- und Ausland zu begeistern. Ihr Blog ist sehr gut strukturiert, man findet lustige Beschreibungen, wunderschöne Fotos und vor allem nützliche Informationen und Tipps.

Ein Theaterstück über sein Leben schreiben

„Willst du schreiben, weil du plötzlich die Welt nicht mehr verstehst? Willst du dich vom Kontext, in dem du lebst, distanzieren? Willst du deine Erlebnisse auch anderen erzählen, damit sie nicht dieselben Fehler begehen wie du? Willst du schreiben und weißt du nicht, womit du anfangen sollst? Ein Schreibworkshop könnte dir vielleicht helfen. Aber du schaffst es nicht, hinzugehen. Es schneit. Es regnet. Es ist zu heiß. Du weißt niemals, wann dein Bürotag zu Ende ist. Oder du hast überhaupt keinen Job und hast auch keine Lust, das Haus zu verlassen“. Falls diese Beschreibung einiger-maßen zutrifft, könnte man an einem Online-Schreibkurs teilnehmen. Seit sechs Jahren existiert das Projekt „Scrie despre tine“ (Schreib über dich), das vom Schauspieler Sorin Poamă und der Dramatikerin Vera Ion initiiert wurde. Ihre Kursteilnehmer waren immer einfache Menschen, die ihre Lebensgeschichte in ein Theaterstück verwandeln wollten. Viele Geschichten wurden inzwischen zu richtigen Stücken, die auf der Bühne aufgeführt oder in szenischer Lesung dem Publikum präsentiert wurden. Die Schreibkurse fanden stets in Bukarest statt, doch da die Anfrage von Leuten aus anderen Städten immer größer wurde, kamen die Veranstalter auf die Idee, einen Online-Kurs einzuführen. Es werden auch Teilnehmer angenommen, die nie ein Wort geschrieben haben. Künstlerische Erfahrung muss man auch nicht unbedingt mitbringen. Nur den Wunsch, seine Lebensgeschichte auf der Bühne zu sehen. Wer sich angesprochen fühlt, kann eine Mail an scriedespretine@gmail.com schreiben. Wenn man “Scrie despre tine” auf Youtube eintippt, findet man Auszüge aus den Texten anderer Teilnehmer.

Adrenalin nach Feierabend

Wer Höhenangst hat oder wem beim einfachen Gedanken, 60 Sekunden lang im freien Fall zu verbringen, schlecht wird, sollte ab hier nicht mehr weiterlesen. Adrenalin-Junkies oder Leute, auf deren Liste mit den Dingen, die sie unbedingt einmal im Leben tun wollen, „Fallschirmspringen“ steht, wissen sicherlich, dass es in Rumänien viele Möglichkeiten gibt, einen Sprung aus 4000 Meter Höhe zu erleben. Dafür muss man keine Ausbildung absolvieren – es gibt eine einfache und wenig aufwändige Möglichkeit, einen Sprung zu erleben, indem man zusammen mit einem ausgebildeten Springer - also im Tandem - springt. Dasselbe gilt auch für Gleitschirmfliegen, eine Sportart, die in den letzten Jahren immer populärer geworden ist. Mit Fallschirm, Gleitschirm oder Motorschirm durch die Lüfte zu gleiten, vermittelt ein unbeschreiblich schönes Freiheitsgefühl. Eigentlich verbringt man sehr wenig Zeit in der Luft: 20 Minuten bei einem Flug mit Gleitschirm oder Motorschirm, fünf bis sechs Minuten bei einem Fallschirmsprung. Doch jede Millisekunde ist kostbar.

Wer sich traut, zu fliegen, hat die Chance, sich selbst besser kennenzulernen und seine Ängste zu überwinden. Informationen über das Fallschirmspringen findet man bei tnt-brothers.ro oder skydivetransilvania.ro. Wer zuerst einen Tandem-Gleitschirmflug versuchen will, kann auf der Webseite zborparapanta.ro Auskunft erhalten.

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