„Es ist schön so viele neue Menschen kennenzulernen“

Interview mit Raluca Popa, Kulturreferentin des Deutschen Kulturzentrums

Mittwoch, 19. Februar 2014

„Wenn man eine Veranstaltung plant, dann muss man Schritt für Schritt vorgehen und wenn man am Anfang steht, dann hapert es eben noch an den einzelnen Schritten(...)“ – Raluca Popa

Seit 2012 arbeitet Raluca Popa, 25, am Deutschen Kulturzentrum Temeswar. Sie studierte in Temeswar Internationale Beziehungen in deutscher Sprache und leitete zwei Jahre lang die deutsche Buchhandlung „Am Dom“. Am Deutschen Kulturzentrum ist sie für die Kulturarbeit der Einrichtung verantwortlich. BZ-Redakteur Robert Tari sprach mit Popa über Traumprojekte, Hürdenläufe sowie der grundsätzlichen Frage, womit sich eine Kulturreferentin tagtäglich befassen muss.

 

Sie arbeiten jetzt seit eineinhalb Jahren im Deutschen Kulturzentrum als Kulturreferentin. Wie sind Sie dazu gekommen?

Die Stelle wurde vor zwei Jahren ausgeschrieben, ich las damals eine Annonce und dachte mir, weil ich eben durch ein Museumspraktikum in Deutschland schon Erfahrungen gesammelt hatte, dass es zu mir passen könnte und darum habe  ich mich für die Stelle beworben.

 

Davor haben Sie in der deutschen Buchhandlung Am Dom gearbeitet. Konnten Sie diese Erfahrung in ihrem jetzigen Beruf einbringen?

Ja, ich habe fast drei Jahre lang in der Buchhandlung gearbeitet. Es war für mich insofern nützlich, weil ich damals schon viele Akteure kennengelernt habe, die etwas in der Temeswarer Kulturszene bewegen. Es waren vorwiegend Personen aus deutschen Kreisen mit denen ich auch heute noch zusammen arbeite.

 

Was muss denn eine Kulturreferentin machen?

Die Aufgaben variieren. Bei Projekten wie etwa einem Konzert oder einer Ausstellung muss ich Kontakt mit den Veranstaltern bzw. mit den Künstlern aufnehmen. Überhaupt fällt die Organisation eines Events in meinen Zuständigkeitsbereich. Das betrifft auch das gute Gelingen einer Veranstaltung. Aber ich muss mir auch Gedanken darüber machen, was für Projekte wir anstreben könnten. Dabei müssen wir immer berücksichtigen, was unser Zielpublikum sehen möchte oder was sie ansprechen würde. Wobei unser Zielpublikum in erster Linie Personen sind, die ein Interesse an deutscher Kultur und an der deutschen Sprache zeigen. Aber wir versuchen möglichst alle Kulturaffinen  anzusprechen. Ich muss mich aber auch um das Bürokratische kümmern: Anträge stellen, Abrechnungen machen.

 

Was sind dann die Herausforderungen, mit denen man sich als Kulturreferentin tagtäglich auseinandersetzen muss?

Wenn man eine Veranstaltung plant, dann muss man Schritt für Schritt vorgehen und wenn man am Anfang steht, dann hapert es eben noch an den einzelnen Schritten, die man unbedingt berücksichtigen muss. Man darf nichts vergessen und da ist jedes winzige Detail wichtig.

 

Gibt es ein Projekt, das Ihnen besonders am Herzen liegt?

Wir hatten im Herbst die Künstlerin Jasmin Stocker zu Gast. Zusammen mit ihrer Band trat die Sängerin - die unter dem Pseudonym “Mine” bekannt ist - im Setup Club sowie in der Iulius Mall auf. Für mich persönlich war das ein Highlight gewesen. Wir haben das Konzert zusammen mit dem Ministerium für Wissenschaft, Forschung und Kunst des Landes Bande-Württemberg organisiert. Über die Popakademie entstand der Kontakt zu Mine, die dort studiert hat. Spannend war auch, dass sie nicht bloß für ein Konzert nach Temeswar angereist war, sondern auch für eine Flashmob-Veranstaltung. Mich persönlich hat es sehr beeindruckt. Besonders auch wegen der Message, die Mine und ihre Band vermitteln wollten.

 

An welchem Projekt haben Sie sich bisher die Zähne ausgebissen?

Für mich sehr aufwendig waren die Vorbereitungen für ein Jugendcamp, dass das Deutsche Kulturzentrum Ende September vergangenen Jahres in Temeswar organisiert hat. Auf Initiative von Swantje Volkmann, Kulturreferentin für Südosteuropa an der Stiftung Donauschwäbisches Zentralmuseum in Ulm, wurde ein internationales Jugendcamp, an dem Jugendliche aus den Donauländern teilnahmen, erstmals hier in unserer Stadt veranstaltet. Und ich war für die örtliche Organisierung zuständig. Man kann sich vorstellen, dass es nicht einfach ist, eine Woche lang auf 60 Jugendliche zwischen 16 und 18 Jahren aufzupassen.

 

Sie haben erwähnt, dass Sie auch selber Projekte vorschlagen müssen. Was würden Sie denn in diesem Jahr durchbringen wollen?

Ich würde gerne Poetry Slam nach Temeswar bringen, also ein literarischer Vortragswettbewerb, bei dem selbst geschriebene Texte vor einem Publikum gelesen werden. Dabei müssen sich die Teilnehmer innerhalb eines begrenzten zeitlichen Rahmens bewegen. Es wäre schön, wenn man das Temeswarer Publikum dafür begeistern könnte, darum möchte ich gerne im Frühjahr einen Poetry Slam-Abend veranstalten. Mal schauen, ob daraus etwas wird.

 

Was macht Ihre Arbeit so besonders?

Es ist schön so viele neue Menschen kennenzulernen. Man macht Bekanntschaft mit den verschiedensten Leuten, Künstler aus dem Ausland oder von hier aus der Stadt. Außerdem erhält man die Möglichkeit sich kulturell weiterzubilden, sei es eben durch die Künstler, die man trifft, aber auch durch die Kollegen von den anderen Kultureinrichtungen mit denen das Deutsche Kulturzentrum zusammenarbeitet.

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