Essen für die Armen und Kranken

Caritas Temeswar weihte neue Sozialkantine ein

Dienstag, 08. Oktober 2013

Die neue Caritas-Kantine in Temeswar wurde in Anwesenheit der Förderer aus Südtirol eingeweiht.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Für die heutige Gesellschaft sind die armen Menschen, die Obdachlosen, Bettler und Kranken so gut wie unsichtbar. Zwar bezeichnen wir sie als „Mitmenschen“, dennoch gehen wir meist gleichgültig an ihnen vorbei und reichen ihnen nur äußerst selten ein Stück Brot, damit sie ihren Hunger stillen können. Anders tat es vor 15 Jahren der Caritasverband der römisch-katholischen Diözese Temeswar/Timişoara. Zusammen mit den Familien des Deutschen Ordens aus Bozen in Südtirolund aus Italien, wurde in Temeswar eine Kantine eingerichtet, die seitdem die Bedürftigen, Alten und Kranken von Temeswar und Umgebung mit Essen beliefert. „Vor 15 Jahren hat uns ein Südtiroler, der in Temeswar tätig war, dazu aufgefordert, für die Leute hier etwas zu unternehmen. Dieses Vorhaben wurde von den Familien des Deutschen Ordens übernommen. Seitdem stellen wir jährlich einen gewissen Betrag für diese Aktion zur Verfügung“, sagt der Vorsitzende des Deutschen Ordens in Südtirol, Dr. Stefan Untersulzner.

Vor Kurzem feierte die Sozialkantine der Caritas nicht nur ihr 15. Jubiläum, sondern auch ihren Umzug. In feierlichem Rahmen wurde die komplett modernisierte Kantine präsentiert und in Anwesenheit von Gästen aus dem In- und Ausland eingeweiht. Den Anwesenden wurden Lebensmittel serviert, die von der betriebseigenen Farm für Obdachlose in Bakowa stammen. „Diese Umsiedlung und Neueinrichtung war notwendig, damit wir die Hygieneregeln und EU-Standards erfüllen können“, sagt Caritas-Geschäftsführer Herbert Grün. Die Lagerräume und die Garage in der Căpitan-Damşescu-Straße wurden somit zu einer modernen Küche umgebaut. Die neue Sozialkantine liefert Essen an bedürftige Personen die ganze Woche über. In der Küche sind drei Personen für das Kochen zuständig. Die Einrichtung der neuen Küche kostete 80.000 Euro, wobei der Großteil des Geldes von dem Deutschen Orden und der Rest von Porticus Düsseldorf und von der Salvatorianer-Schwester Rosa gespendet wurde.

Die Sozialkantine in Temeswar hat sich in den vergangenen 15 Jahren bewährt, sodass heute einige Dutzend sozial schwache Personen aus Temeswar und Bakowa eine warme Mahlzeit pro Tag völlig kostenlos erhalten können. „Wir haben 80 alte Leute, die Essen auf Rädern bekommen. Außerdem liefern wir zehn Portionen ins Frauenhaus, zehn ins Hospiz, zwölf ins Altenpflegeheim und 30 auf die Jugendfarm in Bakowa“, berichtet Caritas-Leiter Herbert Grün. Darüber hinaus werden jeden Abend 80 Portionen für die Bewohner des Nachtasyls zur Verfügung gestellt. An dem Ort, wo die neue Caritas-Kantine in Betrieb ist, gibt es auch eine Beratungsstelle für behinderte Personen. Diese oder ihre Angehörigen können sich an das hier tätige Fachpersonal wenden und unter anderem erfahren, welche Rechte sie haben. Die Einrichtung in der Damşescu-Straße 3 ist also eine komplette soziale Anlaufstelle für Menschen in Not.

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