EU-Gelder gingen an Baufirma vorbei

Kurioser Racheakt nach Finanzeklat

Mittwoch, 09. September 2015

Die Bauarbeiten am Unternehmenscenter Incuboxx am Circumvalaţiunii-Boulevard in Temeswar wurden vor den Kommunalwahlen 2012 begonnen und im Frühjahr 2014 abgeschlossen. 7,2 Millionen der insgesamt aufgewendeten 17,7 Millionen Lei sind EU-Gelder.
Foto: Zoltán Pázmány

Temeswar - Etwa eineinhalb Jahre nach Fertigstellung des Temeswarer Unternehmens-Inkubators für IT & C Incuboxx beschuldigen sich die Involvierten gegenseitig. Der scheinbar Hauptschuldige ist jedoch insolvent und zieht sich womöglich noch am besten aus der Affäre. Am Dienstag wurde in diesem Fall der gesamte Ausschuss zur Gebäudeübernahme aus dem Bürgermeisteramt verhört.
Es ist ein heilloses Durcheinander und ein Wirrwarr an gegenseitigen Anschuldigungen.

Das Übel an der Sache ist wieder einmal die Weitergabe von Bauaufträgen an Subunternehmer, bzw. Partnerfirmen, für die meistens kein Geld mehr übrig bleibt. Zu einem kuriosen Racheakt hat sich das eigentliche Bau ausführende Unternehmen Flexik hinreißen lassen, als Zahlungen von der Partnerfirma Saiftim – an die die Zahlungen der Stadt gingen - ausblieben: Mitarbeiter von Flexik montierten ganz einfach Teile der Heizungs-/ bzw. Klimaanlage ab, um sich so schadhaft zu halten und wohl auch um die fehlenden Gelder zu erpressen.

Die Flexik-Klage ist jedoch an das Bürgermeisteramt und keineswegs an den Geschäftspartner Saiftim gerichtet, der vertragsmäßig vom Bürgermeisteramt bezahlt wurde – zumindest dies geht aus einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung hervor. Alle montierten Anlagen sind Eigentum der Stadt, da diese sowohl für die Bauausführung, als auch für die Anlagen bezahlt hat, sagt der Temeswarer Bürgermeister Nicolae Robu. „Wer diese Güter mitgenommen hat, hat einen Diebstahl begangen.
(...)Die Geschäftsbeziehungen zwischen den beauftragten Partnern zu beurteilen, fällt nicht in unseren Aufgabenbereich“, schreibt Robu in einer Pressemitteilung. Der Anspruch von Flexik, dass die Stadt Zahlungen direkt an das Unternehmen macht, sei nicht gerechtfertigt, denn der Vertrag der Stadtverwaltung mit der Firmenassoziierung Saiftim-Flexik sieht bloß Zahlungen an erste vor, erläutert Robu.

Der Assoziierungsleader der Bauausführer, Saiftim – ein Unternehmen mit dem ehemaligen PSD-Gesundheitsminister Ovidiu Brânzan und der Firma Bega-Group der Brüder Emil und Marius Cristescu als Aktionäre - befindet sich derzeit in Insolvenz.

Kommentare zu diesem Artikel

Keine Kommentare

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*