EU-Weißbuch: Dragnea will Beratungen mit dem Staatschef

Johannis für ein „gestärktes und einheitliches Europa“

Samstag, 04. März 2017

Bukarest (ADZ) – PSD- und Unterhaus-Chef Liviu Dragnea hat Präsident Klaus Johannis am Donnerstag zu umgehenden Beratungen mit den Parlamentsfraktionen aufgefordert, nachdem EU-Komissionspräsident Jean-Claude Juncker tags davor in Brüssel sein „Weißbuch“ zur Zukunft der EU vorgestellt hatte. Junckers Vorschläge reichen dabei von einem „weiter so“ über einen Schrumpfkurs mit ausschließlichem Fokus auf den Binnenmarkt bis zu einer EU der verschiedenen Geschwindigkeiten und einer EU mit „Koalitionen der Willigen“. In einer ersten Reaktion hatte die Präsidentschaft hierzu verlautet, dass sich Rumänien für ein „starkes, gefestigtes, einheitliches und inklusives Europa“ ausspreche – Reformvorschläge wie die der verschiedenen Geschwindigkeiten könnten durchaus zur Auflösung der EU führen. Ähnlich äußerte sich am Donnerstag dann auch Dragnea, demzufolge die Beratungen zwischen Staatsoberhaupt und Parlamentsparteien der Festlegung einer einheitlichen außenpolitischen Linie in puncto EU-Reform dienen sollen.
Die Präsidentschaft reagierte vorerst nicht auf die Aufforderung des PSD-Chefs, dafür jedoch PNL-Interimschefin Raluca Turcan, die ihm „Selbsteinladung“ vorwarf. Dragnea entdecke offenbar gerade die europäischen Werte und auch die Interessen Rumäniens für sich, nachdem er erstere seit Monaten mit den Füßen trete, so Turcan.

Kommentare zu diesem Artikel

Kritiker, 07.03 2017, 10:17
@Sraffa - Norwegen ist ein EFTA-Mitglied und somit Teil des Europäischen Wirtschaftsraumes (EWR) oder auf Englisch EEA (European Economic Area). Auch alle EU-Mitgliedstaaten sind Mitglieder des EWR. Darin besteht also der Zusammenhang mit Norwegen.
Sraffa, 07.03 2017, 02:00
@Kritiker: Norwegen ist zwar kein Mitglied der EU aber zahlt viel in den EU-Haushalt ein und ist wirtschaftlich sehr eng mit der EU verbunden. Vielleicht ist Ihnen bekannt daß Norwegen über den größten Vermögensfond der Welt verfügt der reichlich mit Aktien und Anleihen der EU-Staaten ausgestattet ist. Für weitere Fragen Ihrerseits stehe ich zur Verfügung.
Carlo, 06.03 2017, 19:18
Richtig: Norwegen ist Mitglied der NATO.
Korruption: Nordeuropa wenig. Stetig zunehmend in Richtung Süd und Südost.
Also Südeuropa und Osteuropa am stärksten.
-Konfessions- und Religionsabhänig?-Möglich?!
Kritiker, 06.03 2017, 10:46
@Sraffa - seit wann ist Norwegen ein Mitglied der EU?
Sraffa, 06.03 2017, 00:36
Die Rumänische Realität ist Resteuropa schon seit Jahrzehnten bekannt; trotzdem wurde RO als EU-Mitglied aufgenommen in der Hoffnung /Erwartung auf Besserung des Benehmens aber auch auf sattes Geschäft für Westeuropa. Letzteres wurde ja auch realisiert. Wenn man Korruption nicht in einer reformierten EU zulassen will bleibt ja dann nur noch Finnland,Norwegen und Dänemark. Spanien ,Italien, Irland Luxemburg, Belgien, Griechenland sie alle müssten zuerst auf die Intensivstation.
Michael, 05.03 2017, 18:18
Ich wiederhole immer wieder, dass Rumänien mit kriminellen Parteiführungen wie Dragnea undTariceanu und deren derzeitigen Politik nichts in einer reformierten EU zu suchen hat. Juncker weiße schon, von was er spricht.
Sraffa, 05.03 2017, 01:11
Es ist en vogue über die EU zu schimpfen und deren Reduktion un Loslösung von derselben zu fordern. Jene übersehen dabei geflissentlich daß nicht unwesentliche Teile ihres materiellen Wohlergehens schon heute wesentlich durch den Binnenmarkt beeinflusst sind. Eine Gemeinschaft der Visegradstaaten z.B. kann nur Erfolgsmodell werden wenn man gegenseitig etwas austauschen kann was für den jeweils anderen Staat von Vorteil ist weil er es nicht hat. Bezweifele daß diese Gruppe sich gegenseitig unterstützen kann.
Besser wäre für Rumänien sich aktiver in der EU mit konstruktiven Vorschlägen einbringen und so die Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen. Die EU ist das Beste was in Europa in den letzten 100 Jahren entstanden ist und allemal wert fortentwickelt zu werden.

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