Euro-Beitritt 2015 sehr unwahrscheinlich

BNR-Chefökonom Lazea äußert sich zu Aufnahme in Eurozome / Neue Regierung wird über verändertes Ziel entscheiden

Dienstag, 30. Oktober 2012

Offiziell hält Rumänien am Euro-Beitritt 2015 weiterhin fest. Mehrere Nachbarländer haben ihre Beitrittsvorbereitungen verlangsamt.
Symbolbild: sxc.hu

Bukarest (ADZ) - BNR-Chefökonom, Valentin Lazea, hat für die Wirtschaftszeitung „Ziarul Financiar“ (ZF) erklärt, dass seiner Meinung nach der Euro-Beitritt im Jahr 2015 – wie bisher angepeilt – sehr unwahrscheinlich ist. Ob am bisherigen Zeitplan festgehalten wird oder nicht, wird die neu gewählte Regierung nach den Wahlen im Dezember beschließen.

Um 2015 der  Eurozone beizutreten müsste Rumänien bereits im Januar 2013 dem europäischen Wechselkursmechanismus ERM II beitreten, in dessen Rahmen während mindestens zwei Jahren die Stabilität der rumänischen Währung geprüft wird. In dieser Zeit dürfte der Leu um höchstens plus/minus 15 Prozent um einen festgelegten Leitkurs schwanken, so Lazea. Zusätzlich müssten die Maastricht-Kriterien – ein Haushaltsdefizit von unter drei Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP), eine Staatsverschuldung von weniger als 60 Prozent des BIP, sowie eine Inflationsrate die höchstens 1,5 Prozent über derjenigen der Preisstabilsten Eurostaaten liegt – erfüllt werden. Valentin Lazea sieht als Hauptprobleme jedoch auch die „reellen Konvergenzkriterien“ der rumänischen Wirtschaft, so zum Beispiel ein viel niedrigeres BIP pro Einwohner oder die Tatsache, dass der Agrarsektor 6-7 Prozent des BIP ausmacht und 25-30 Prozent der Arbeitskräfte beschäftigt.

Laut ZF haben im vergangen Jahr mehrere Banken Berichte veröffentlicht, laut denen 2019 oder gar 2024 als Beitrittstermin genannt werden. Andere Länder in der Region, wie Polen, Ungarn oder Bulgarien haben wegen der Eurokrise ihre Pläne zum Euro-Beitritt auf unbestimmte Zeit verzögert. Von den neuen EU-Mitgliedstaaten sind mittlerweile die Slowakei, Slowenien, Estland, Zypern und Malta dem Euro beigetreten.

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