Europäische Reihe mit deutschen Wurzeln

Hermannstädter Journalistik-Fakultät ist Gastgeber des 46. Linguistischen Kolloquiums

Freitag, 16. September 2011

Sprachwissenschaftler aus 17 Ländern diskutieren vier Tage in Hermannstadt.
Foto: Holger Wermke

Hermannstadt - Siebenbürgen nimmt aus sprachlicher Sicht eine herausragende Stellung in Europa ein. Nur selten werden noch so viele Sprachen in einer Region nebeneinander gesprochen. Diese Sprachenvielfalt, im Speziellen aber auch die tiefe Verwurzelung der deutschen Sprache, waren Gründe, das 46. Linguistische Kolloquium in Hermannstadt/Sibiu zu veranstalten.

Bei dem jährlich veranstalteten Kolloquium treffen sich Sprachwissenschaftler aus ganz Europa, ein Teilnehmer reiste gar aus New York an. Knapp 40 Wissenschaftler von 33 Universitäten aus 17 Ländern habe sie begrüßt, erklärte Dr. Ioana-Narcisa Creţu den Gästen der Eröffnungsveranstaltung am Mittwoch. Creţu ist Lektorin an der Fakultät für Journalistik der Lucian-Blaga-Universität (ULBS), in deren Räumlichkeiten das Kolloquium noch bis Samstag tagt. Das Thema der Tagung lautet „Quo vadis Kommunikation? Kommunikation – Sprache – Medien“.

Als Mitorganisatorin begrüßte sie Vizerektorin Dr. Rodica Miclea und Dekan Dr. Ion Dur sowie Rainer Huss vom deutschen Generalkonsulat und Roger Pârvu von der Evangelischen Akademie Siebenbürgen. Der Kreisratsvorsitzende Martin Bottesch skizzierte die historische Bedeutung der deutschen Sprache in Siebenbürgen und stellte das deutschsprachige Schulsystem vor. Miclea lobte die hochrangige Gästeliste und lud die Teilnehmer zur Diskussion über die vielfältigen im Programm vorgesehen Themen und zum interkulturellen Austausch ein.

Dr. Wilfried Kürschner vom Organisationskomitee des Kolloquiums nutzte die Zusammenkunft zur Ehrung des langjährigen Mitglieds Abraham ten Cate aus Holland. Zum 65. Geburtstag erhielt dieser eine zu seinen Ehren herausgegebene Festschrift. Laut Kürschner ist das Kolloquium eine europäische Konferenzreihe mit starken Wurzeln in Deutschland. Deutsch sei die meistgenutzte Sprache innerhalb des Kolloquiums, auch wenn während der Konferenz auch Vorträge auf Englisch oder Französisch gehalten werden. Hinter dem Kolloquium steht ein loser Zusammenschluss engagierter Sprachwissenschaftler. Rund zwanzig Kolloquien fanden bislang in Deutschland statt, weitere zwanzig in anderen Ländern Europas.

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