Europäisches Gegenwartstheater im Blickpunkt

Dritte Ausgabe von DramArt seit Juli erhältlich

Mittwoch, 22. Juli 2015

Die dritte Ausgabe der Fachzeitschrift DramArt ist Mitte Juli erschienen. Auf über 230 Seiten finden Theaterinteressierte 17 wissenschaftliche Beiträge von internationalen Theaterschaffenden- und –experten.
Foto: Zoltán Pázmány

Die dritte Ausgabe der Fachzeitschrift für Theaterstudien, DramArt, ist erschienen. Auf 235 Seiten sammelt sie theoretische Studien, Interviews und Theaterkritiken. Die Artikel stammen von internationalen Theaterschaffenden und –wissenschaftlern, dem entsprechend ist auch der Inhalt äußerst international: Elisabeth Großegger blickt zurück auf die Saisoneröffnung des Wiener Burgtheaters 1914, Carola Heinrich schreibt über die Identitätskonstruktion im Theater in der Republik Moldau, der Brite Shane Kinghorn stellt die „dialektische“ Stimme im gegenwärtigen Verbatimtheater vor und Eleonora Ringler-Pascu schreibt über „Prometheus in Athen“, eine Performance des Rimini Protokolls.

Letztere Autorin, die auch die Redaktionsleiterin von DramArt ist, stellt im neuen Heft auch die zeitgenössische Oper Anya 17 vor. Die Oper handelt von Menschenhandel und wurde am 17. Oktober 2013 in der Banater Philharmonie erstmals auf dem europäischen Kontinent aufgeführt. Pascu unterhält sich unter anderem mit der Regisseurin Caroline Clegg über die moderne Oper, die als Studentenprojekt anfing.

Aufschlussreich ist der Auszug aus der Bachelor-Arbeit der Schauspielabsolventin Andrea Wolfer. In Tagebuchform dokumentierte sie die Proben zu dem Stück „Reigen“ von Arthur Schnitzler. Sie schreibt sowohl über die eigene Auseinandersetzung mit dem dramatischen Texte, als auch die Hürden, die sie und ihre Kollegen überwinden müssen, um mit der Produktion voranzukommen.

Spannend ist Verena Kochs Studie über die Linzer Künstlerszene und ihre wissenschaftliche Auseinandersetzung mit der Frage nach der Autonomie der Kunst.

Eleonora Ringler-Pascu schreibt über die Eröffnung des „steierischen herbst“-Festivals 2014. Es fing mit einer Performance Party an. Das belgische Künstlerkollektiv Needcompany führte unter der Leitung von Jan Lauwers und Grace Ellen Barkey das Experiment „All Tomorrow’s Parties“ auf. Ringler-Pascus Fazit: „Viel Bewegung und Musik, viele Bilder, viele Stories – eine bunte Welt bestehend aus Puzzleteilen, die sich je nach Wahrnehmung, Phantasie und Lust zu einem Ganzen zusammenstellen lassen, das ist die Einladung der Needcompany, die eine offene Theaterparty mit einer eigenen Theatersprache entwickelt.“

17 Artikel stehen in der jüngsten Ausgabe. Das Redaktionskollegium besteht aus Dr. Daniela Şilindean von der West-Universtität Temeswar, Dr. Alina Mazilu sowie Simona Vintilă, beide ebenfalls von der West-Universität. Der wissenschaftliche Beirat besteht aus zwölf internationalen Experten.

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