Europapreis an Schäßburg überreicht

Erste Stadt in Rumänien, die diese Anerkennung des Europarates bekommt

Dienstag, 24. Juli 2012

Schäßburg/Sighişoara wurde als erster Stadt in Rumänien der Europapreis für außergewöhnliche Leistungen zur Förderung des europäischen Einigungsgedankens zuerkannt. Übergeben wurde der Preis an Bürgermeister Ioan Dăneşan am Samstag durch Sir Alec Meal, den Vorsitzenden des Unterausschusses für den Europapreis der Parlamentarischen Versammlung des Europarates, und Dr. Eberhard Fennel, den Bürgermeister des vorjährigen Preisträgers, Hünfeld in Deutschland.
Foto: Hannelore Baier

Schäßburg - Es bedarf vieler Jahre Anstrengung, um einen solchen Erfolg feiern zu können, sagte Dr. Eberhard Fennel, der Bürgermeister des kleinen hessischen Ortes Hünfeld. Als Vertreter der Gemeinschaft, welche die Auszeichnung im vorigen Jahr erhalten hatte, gab er den Wanderpreis am Samstagnachmittag an den Schäßburger Bürgermeister Ioan Dăneşan weiter.

Überreicht wurde die Auszeichnung gemeinsam mit Sir Alec Meal, dem Vorsitzenden des Unterausschusses für den Europapreis der Parlamentarischen Versammlung des Europarates im Beisein einer Delegation bestehend aus den Mitgliedern des Unterausschusses Erich G. Fritz (Deutschland), Jim Dobbin (Großbritannien) und Bota Mendes (Portugal) sowie Senator Jean-Claude Frecon (Frankreich), den Vorsitzenden der Kammer der Gemeinden im Kongress der Gemeinden und Regionen des Europarates. Von Seiten des Rumänischen Parlaments war u.a. Florin Iordache, der stellvertretende Vorsitzende der Abgeordnetenkammer, zugegen. Schäßburg/Sighişoara erhält den Europapreis heuer zusammen mit der italienischen Stadt Corciano.

Der Europapreis wurde 1955 ins Leben gerufen und wird seither alljährlich an eine oder mehrere Ortschaften verliehen, die hervorragende Leistungen für die Verbreitung des europäischen Einigungsgedankens erbracht haben. Er überreiche den Preis im Namen der 47 Europarat-Mitgliedsstaaten und seinen über 800 Millionen Einwohner, sagte Sir Alec Meal und gratulierte, dass Schäßburg nun neben Städten wie Wien, Den Haag, Santiago de Compostela, Berlin, Ankara oder Lausanne in der Ehrenliste der Europapreis-Gewinnerin steht. Gewürdigt wurden bei der Zuerkennung des Preises die zahlreichen Städtepartnerschaften Schäßburgs zu Orten in Deutschland, der Schweiz, Frankreich, Ungarn, Bulgarien, der Tschechischen Republik, Italien, Polen, Spanien usw. und der multikulturelle Charakter nicht bloß der Stadt sondern auch der hier stattfindenden Festivals.

Der Europapreis ist die höchste Stufe der vier Auszeichnungen, die eine Stadt für die Förderung des europäischen Einigungsgedankens erhalten kann, verliehe wurde er bisher an 61 Städte. Seit 1984 sind die mit dem Europapreis ausgezeichnet Städte in einer „Arbeitsgemeinschaft der Europapreisträgerstädte” zusammengeschlossen und in diesem selektem Club ist Schäßburg nun Mitglied. In den vergangenen Jahren hatte die Kokelstadt die verschiedenen Stufen zu diesem Preis zurückgelegt: 1997 erhielt sie das Europa-Diplom, 1999 die Ehrenfahne und 2003 die Ehrenplakette.

Der Preisverleihung auf der Bühne am Burgplatz war am Samstagvormittag eine feierliche Sitzung des Stadtrates vorangegangen. Schäßburg sei durch seine Geschichte, Kultur und Tradition eine Stadt mit europäischer Berufung, sagte Bürgermeister Ioan Dăneşan in seiner Dankrede. Der ausgeprägte multikulturelle Charakter des Ortes könne als das lebendige Siebenbürgen in Miniatur betrachtet werden und dieses multikulturelle sowie das historische Erbe wolle man auch in Zukunft pflegen.

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