Ex-Bürgermeister von Ferdinandsberg will 2016 in Reschitza kandidieren

Donnerstag, 26. September 2013

Reschitza – Kreuzfidel und tatendurstig präsentierte sich Iancu Simion, genannt „Simi“, vor den Temeswarer Staatsanwälten in der causa Geldhinterziehung im „Fall APIA“ von Reschitza, als seine Berufung vor dem Temeswarer Berufungsgericht untersucht wurde. Zudem erklärte er, dass er „den Medienzirkus“ nicht verstehe, „in den ich grundlos hineingezogen worden bin“. Er plädiert weiterhin auf unschuldig in jener causa, bei der der frühere APIA-Chef Romică Anculia und mehrere Bürgermeister zu jahrelangen Haftstrafen verurteilt wurden. Auch Simi.

Mit dem Strafverfolgungsdossier, in dem es um Unterschlagung von EU-Mitteln geht (hauptsächlich Flächenprämien), habe er überhaupt nichts zu tun: „Es war das erste Mal heute, dass ich eine schriftliche Erklärung zu dieser Sache abgegeben habe“, gestand er den Medien, „und ich habe darin betont, dass mich überhaupt keine Schuld trifft, dass ihre Anschuldigungen keine Grundlage haben, dass sie mich umsonst verhaftet haben. Jetzt muss jemand für meinen Imageverlust zahlen, denn die hatten überhaupt keine Gründe. Ihre Anschuldigungen, dass ich Schmiergeld gezahlt und angenommen habe, sind demontiert worden. Ihr Tun war nichts als Handeln auf politische Bestellung hin, deren Handlanger sie waren, damit ich im Sommer 2012 nicht mehr fürs Rathaus Ferdinandsberg kandidieren kann.“
Iancu Simion-Simi, wie er sich unterzeichnet, wird im Norden des Banater Berglands, im Bistra-Tal, auch „der Kaiser“/“Împăratul““ genannt, und nicht nur wegen seinem herrischen und selbstherrlichen Auftreten, sondern auch wegen dem Luxus, mit dem er sich kleidet und wegen dem Vermögen, das er angehäuft hat.

Auch zur Stunde betreibt er in seiner Heimatgemeinde Glimboca einen Automotive-Betrieb (Kabelbaumherstellung für die Automobilindustrie) und in Arad ist er maßgeblich beteiligt an einem Werk, das die Wärmeisolation von Eisenbahnwaggons/Reisewagen der Eisenbahn macht. Simi war jahrelang der Generalsekretär der PDL im Banater Bergland und die rechte Hand von Sorin Frunzăverde. Auch, als dieser in Bukarest Ministerämter bekleidete, begleitete er ihn in diversen Ämtern in den Ministerien für Umwelt, Tourismus, vor allem aber im Verteidigungsministerium. Irgendwann aber gab es zwischen den beiden 2011-2012 einen Bruch und Simi verpasste den Anschluss beim Parteienwechsel Frunzăverdes von der PDL zur PNL (Februar 2012).

Iancu Simion versuchte  daraufhin, die Führung der herrenlosen Bergland-PDL an sich zu reißen, scheiterte jedoch zuerst am Herkulesbader Bürgermeister Nicuşor Vasilescu, der sich der Unterstützung von Elena Udrea und Emil Boc erfreute und wurde dann in den Unterschlagungsstrudel mit dem ebenfalls aus der PDL kommenden APIA-Chef Romică Anculia hineingezogen. Inzwischen scheint Simi wieder Land gesichtet zu haben: „Meine Priorität ist jetzt, mit diesem Fall „APIA“ zu Rande zu kommen. Danach übernehme ich den Vorsitz der PDL“, sagte er, scheinbar ohne zu bemerken, dass er damit Valeria Diana Schelean, die gegenwärtige PDL-Karasch-Severin-Vorsitzende stürzen will, die zu den Vertrauten des Parteivorsitzenden Vasile Blaga gehört, „und danach kandidiere ich entweder für das Bürgermeisteramt in Ferdinandsberg, oder in Reschitza. Eher noch in Reschitza“, sinnierte er laut, „denn von dort hab ich dazu Angebote bekommen. Mehrere Persönlichkeiten dieser Stadt haben mich bereits gebeten, das zu tun, denn die Stadt muss gerettet werden. Ich würde dort mehr machen als all die Jetzigen zusammen in den vergangenen 20 Jahren getan haben!“
Mit der PP-DD, der er gegenwärtig angehört, werde er Schluss machen: „Das war nur die back-up-Variante, als mich die PDL rausgeschmissen hat, aber ich habe mit denen von der PP-DD eigentlich nichts am Hut.“

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