Ex-Polizeioffizier beschuldigt Polizisten

Der Polizeichef von Karasch-Severin diene der Partei, die ihn einsetzte

Freitag, 15. April 2016

Reschitza – Aus den Verhörprotokollen des Chefs der Reschitzaer Wachfirma Mike Security ist durchgesickert, dass der unter polizeilicher Kontrolle stehende Viorel Pistol – ein ehemaliger hoher Polizeioffizier – während der Untersuchungen schwere Vorwürfe gegen die Leitungen der Kreispolizei Karasch-Severin und der Munizipalpolizei Reschitza sowie gegen „manche“ Staatsanwälte erhoben hat. Seine Firma sei ein Opfer der Interessen der hohen Polizeioffiziere des Banater Berglands, die ihrerseits „Diener der Parteien“ seien, die sie in Amt und Würden gehoben haben – versucht er den Staatsanwälten weiszumachen. Mit diesen Parteieninteressen Hand in Hand gehen, laut Viorel Pistol, auch die Interessen gewisser parteinaher Firmen. Hauptbeschuldigter vor den Staatsanwälten ist der gegenwärtige Chefinspektor des Kreisinspektorats der Polizei (IPJ) Karasch-Severin, Viorel Avram, dem Pistol vorwirft, „das Kätzchen des Hirten“ zu sein (Wortspiel: der Hirte=Ciobanu/l ist auch der Familienname des in dieselbe Steuerbetrugsaffäre verwickelten und zurückgetretenen Präfekten von Karasch-Severin, Nicolae Miu-Ciobanu).

Und seinen ehemaligen Geschäftsführer und Mit-Gesellschafter in der von der PSD von höchster Warte (direkt vom damaligen Regierungschef Victor Ponta) aus „betreuten“ Wachgesellschaft, Ex-Präfekt Miu-Ciobanu, beschuldigt Pistol (bei dem es um die Verringerung einer angedrohten langjährigen Freiheitsstrafe geht, wenn er „auspackt“...), derjenige gewesen zu sein, „der bis vorgestern de facto den gesamten Verwaltungskreis abgeweidet hat.“ Was immer er darunter auch verstehen mag. Pistol hat während seiner Vernehmungen viel und detailliert Daten geliefert über die „Geschenke“, die sich die hohen Polizeioffiziere von den Firmen geben lassen, die sie unter ihre Fittiche nehmen. Die Firmen „subventionieren“ sie mit teuren Fahrzeugen, vor allem aber stellten sie deren Ehefrauen und Sippschaften auf gutbezahlten Posten an (auch Pistols Mike Security tat das: hier waren sechs Ehefrauen aktiver Polizeioffiziere beschäftigt...). Der Rundumschlag Pistols reicht bis in die Staatsanwaltschaft: „Einige der Staatsanwälte tanzen in dieser Hora mit!“. Wer nicht „so viel und dort, wo gefordert, seinen Beitrag entrichtet“, gegen den wird von den Staatsanwälten ein Strafverfolgungsdossier angelegt, behauptete Viorel Pistol bei seinen Verhören und sagte auch, dass er für alles Gesagte über Beweise verfüge.

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