Ex-Premier Năstase wegen Erpressung verurteilt

Das Urteil kann noch angefochten werden

Dienstag, 03. April 2012

Adrian Năstase Archivfoto: Agerpres

Bukarest (ADZ/dpa) - Ex-Premier Adrian Năstase (2000-2004) ist am Freitag wegen Erpressung im Zusammenhang mit einer Immobilienaffäre zu drei Jahren Freiheitsentzug auf Bewährung verurteilt worden. Das Urteil des Obersten Gerichts kann noch angefochten werden. Gegen Năstase (PSD) laufen noch zwei weitere Gerichtsverfahren.

Im jetzigen Verfahren ging es um Năstases Privatwohnung, die laut Anklage mit Schmiergeldern renoviert und ausgestattet wurde. Er hatte laut Gerichtsurteil den rumänischen Konsul in Peking erpresst, den zollfreien Import von Möbeln aus China zu ermöglichen. Vom Vorwurf der Schmiergeldannahme – die Staatsanwaltschaft sprach von 630.000 Euro – wurde Năstase hingegen freigesprochen. Für die Benutzung gefälschter Zollpapiere wurde zudem Năstases Ehefrau Dana zu drei Jahren auf Bewährung verurteilt.

Bei den beiden weiteren Verfahren gegen Năstase geht es um illegale Parteienfinanzierung und ungeklärte persönliche Vermögensquellen. Ende Januar war Năstase zu zwei Jahren Gefängnis verurteilt worden, weil er 2004 eine Sammelaktion für Wahlkampfgelder als Fachtagung für Baufirmen getarnt habe. In Form von Teilnahmegebühren seien dabei 1,6 Millionen Euro zusammengekommen. Im zweiten Verfahren geht es um 400.000 US-Dollar, deren Besitz Năstase nicht belegen kann. Sie seien eine Erbschaft von „Tante Tamara“ gewesen, behauptet Năstase.

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