Festakt im Brukenthalmuseum

Eine Wanderausstellung zur Geschichte und Gegenwart der deutschen Minderheit

Mittwoch, 11. März 2015

Der Bundesaußenminister sprach seine Freude darüber aus, die Ausstellung im Brukenthalpalais zu eröffnen. Foto: Vlad Popa

Hermannstadt – Die feierliche Eröffnung der Ausstellung „Die Deutsche Minderheit in Rumänien – Geschichte und Gegenwart im vereinten Europa“ fand am Montag im Hermannstädter Brukenthalpalais statt. Der Festveranstaltung wohnten der rumänische Staatspräsident  Klaus Johannis, der bundesdeutsche Außenminister Frank-Walter Steinmeier, der rumänische Außenminister Bogdan Aurescu, der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, Paul-Jürgen Porr, der Vorsitzende des Verbandes der Siebenbürger Sachsen in Deutschland, MdB Bernd Fabritius, der Bundesbeauftragte für Aussiedlerfragen und nationale Minderheiten, MdB Hartmut Koschyk, der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ, zahlreiche Vertreter der Stadt- und Kreisverwaltung, der Evangelischen Kirche A.B. in Rumänien wie Altbischof D.Dr. Christoph Klein und Bischof Reinhart Guib sowie weitere lokale öffentliche Einrichtungen bei.

Nach einem Grußwort des Vorsitzenden des Landesforums, Paul-Jürgen Porr und seiner Einführung in die Thematik der Ausstellung sprach Außenminister Frank-Walter Steinmeier seine Freude aus, nach acht Jahren wieder in Hermannstadt zu sein. „Die Ausstellung kommt einer Herkulesaufgabe gleich, eine komplexe, fast 900 Jahre lange Geschichte war in Schwerpunkten darzustellen, eine Geschichte geprägt durch jede einzelne Einwanderungswelle der Siebenbürger Sachsen, der Banater Schwaben, der Sathmarschwaben, der Landler, der Bergland- und Altreichdeutschen, der Zipser und der Buchenland- und Dobrutschadeutschen. Mein Dank gilt all denjenigen, die mit großem Engagement und Akribie, diese Ausstellung und den dazu gehörenden Katalog konzipiert und produziert haben,“ so Bundesaußenminister Steinmeier.

Desgleichen ging der Außenminister auf die Bedeutung des deutschsprachigen Unterrichtes in Rumänien ein und sprach seine Freude darüber aus, dass es der Bundesdeutschen Regierung heuer gelungen ist, den Deutschunterricht in diesem Haushaltsjahr mit 750.000 Euro zu stärken.

Staatspräsident Klaus Johannis zeigte sich erfreut, die Ausstellung im Brukenthalpalais gemeinsam mit Außenminister Steinmeier zu eröffnen. „Diese Ausstellung bietet einen Einblick in das vielfältige Engagement der Deutschen in Rumänien und ist ein Beweis für den konstruktiven Beitrag zur Entwicklung der rumänischen Gesellschaft. Als mittlerweile sehr kleine Gemeinschaft genießen die Deutschen in Rumänien,  wie die Banater und Sathmarer Schwaben, Siebenbürger Sachsen, Banater Berglanddeutsche, Landler, Zipser, Bukowinadeutsche oder Deutsche im Altreich die Sympathie sowohl der rumänischen Mehrheitsbevölkerung als auch der anderen Minderheiten.

Ihre politische Vertretung, das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien, feiert heute 25 Jahre seit der Gründung. Ich gratuliere dem DFDR, dem Vorsitzenden Jürgen Porr, dem Ehrenvorsitzenden Paul Philippi, dem Abgeordneten Ovidiu Ganţ, den Vorsitzenden und Vorstandsmitgliedern aller regionalen Forumsvertretungen, den Forumsaktiven und den Forumsmitgliedern zu der erfolgreichen 25-jährigen Geschichte des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien,“ so Präsident Johannis. Desgleichen sprach der Staatspräsident die Bundesrepublik Deutschland als stets verlässlichen Partner Rumäniens in der europäischen Wertegemeinschaft an.

„Die Unterstützung im Beitrittsprozess zur Europäischen Union und zur NATO, die dynamische bilaterale wirtschaftliche und politische Zusammenarbeit und auch die Förderung der deutschen Minderheit in Rumänien sind nur einige Beispiele, die es belegen. Dass wir auf diese Partnerschaft bauen können, wurde vor wenigen Tagen während meines Besuches in Berlin erneut unter Beweis gestellt, in den Gesprächen mit Herrn Bundespräsident Joachim Gauk, mit Frau Bundeskanzlerin Angela Merkel, mit Herrn Bundestagspräsidenten Norbert Lammert sowie mit den Mitgliedern des Deutsch-Rumänischen Forums und der Deutsch-Rumänischen Parlamentariergruppe.“ erklärte Klaus Johannis.

„Die Offenheit und die Bereitschaft der Bundesrepublik zur Kooperation und Unterstützung Rumäniens auf seinem Weg der Reformen und der Vertiefung der wirtschaftlichen Zusammenarbeit sind für uns von wesentlicher Bedeutung. Dafür sind wir auch Ihnen, den anwesenden deutschen Würdenträgern und all jenen, die in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten bereits einen wichtigen Beitrag in diesem Sinne geleistet haben, sehr verbunden“. Der Staatspräsident sprach seine Überzeugung aus, dass die Partnerschaft zwischen Rumänien und Deutschland bestehen bleiben wird und dass die deutsche Minderheit in Rumänien auch in Zukunft einen bedeutenden Beitrag als Brückenbauer leisten wird.

Anschließend besuchten der Staatspräsident, der Bundesaußenminister und die Gäste die Ausstellung in den Räumen des Brukenthalpalais.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 13.03 2015, 22:19
@Bayern: die Landler haben sich bestens in Bayern integriert, ihr Dialekt ist ja fast der selbe. Die Sachsen hingegen haben's mit den Altbayern nicht ganz so, denen gefällt es in Nürnberg, Ulm, Augsburg und Stuttgart besser. Katholisch werden beide Gruppen auch in hundert Jahren nicht, das wäre zu viel verlangt.
Sraffa, 11.03 2015, 15:21
Es scheint ihnen aber in Bayern immerhin besser zu ergehen wie dem armen Bär Bruno.
Die Bayern haben ja vielleicht noch Hunderte Jahre Zeit die Tanzrituale der Auswärtigen verstehen zu lernen.
Tourist, 11.03 2015, 06:29
ist das nicht der selbe Steinmeier, der sich erdreistet hat in einem Video vor der Wahl sogar auf gebrochenem einstudierten Rumänisch für seinen Kollegen von der sozialistischen Internationale Victor Ponta ausgesprochen hat?
Ottmar, 11.03 2015, 03:21
Sraffa wenn du nach Traunreut/Waldkraiburg/Geretsried.. in Oberbayern kommst und die Assimilierung der Rumänen Deutschen als Genauffrischung für die oberbayerische Urbevölkerung meinst irrst du dich gewaltig. Die Flüchtlinge aus Rumänien bleiben meistens unter sich, singen ihre Heimatlieder veranstalten ihre Tanzrituale die der Bayer nicht versteht und heiraten untereinander. Vielleicht bist du deswegen so gegen Bayern eingestellt weil Bayern Volksgruppen aus korrupten Ländern sehr misstrauisch gegenüberstehen.
Sraffa, 11.03 2015, 02:25
Herr Steinmeier vergaß zu erwähnen daß es diese ..." Banater und Sathmarer Schwaben, Siebenbürger Sachsen, Banater Berglanddeutsche, Landler, Zipser, Bukowinadeutsche oder Deutsche im Altreich.." nun kaum noch gibt in Rumänien , nicht zuletzt dank der "Heimholungsbemühungen" verschiedenster Deutscher Regierungen, welche damit die "Genetischen Ressourcen" in Deutschland auffrischten !

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