Festival für Performative Künste

Kürzel „FAPT“ ist für das Publikum schon Marke

Mittwoch, 01. November 2017

Die Unmittelbarkeit des künstlerischen Aktes: Workshop im Ballettsaal der Rumänischen Oper Temeswar.
Foto: Zoltán Pázmány

Es ist Freitagabend, im Ballettsaal der Rumänischen Nationaloper Temeswar riecht es nach Arbeit, Spaß, Bewegung: Das Publikum hat sich für das Ergebnis des Workshops des mexikanischen Choreographen Shanti Vera, „The Empty Body“, eingefunden.

Die Schuhe am Eingang gelassen, den Saal betreten, darin viele junge Menschen sitzen, stehen, sich bewegen, vorbereiten, dem Beginn entgegenfiebern. Gelassen, jung, spritzig, die Atmosphäre ist warm, „nice and cosy“ würde man das auf Englisch sagen. Der Workshop ist vielleicht die unmittelbarste Form, sich der Kunst zu nähern. Amateure und Profis hatten sich eingeschrieben, führen jetzt vor, was sie vorbereitet haben.

Auf einem Haufen stehen sie jetzt, vor der kleinen Show, die acht jungen Frauen und Männer sowie ihr Leiter Shanti Vera. Und wenn das Zeichen zum Start gegeben wird, dann wird es plötzlich still im Saal, dann – wie heftiger Regen - prasseln die nackten Füße auf dem Boden und die Performer laufen in alle Richtungen. Stellen sich dann vor dem Spiegel auf, wovor sich das Publikum niedergesetzt hat, wählen aus dem Publikum ebenso viele Frauen und Männer, stellen sich vor diese und beginnen sich zu bewegen, zu tanzen. Eine junge Frau liebkost fast ihr Gegenüber, eine andere bringt ihrem Gegenüber Tanzbewegungen bei, ein junger Mann kickt und boxt an seinem Gegenüber vorbei. Die ausgewählten Zuschauer sind verwundert, erfreut, schließlich tanzt eine von den Zuschauerinnen mit. Bewegung lässt sich kopieren. Bewegung lädt zur Bewegung ein, Tanz zum Tanz und Spaß zum Spaß.

Für die nächste halbe Stunde haben die Künstler den Saal für sich eingenommen, glücklich, fiebernd, schwitzend, und die sprühende Energie springt auf die Zuschauer über.

Ganz dem Körper, der Bewegung, dem Tanz und der Musik gewidmet – so ist das Festival der performativen Künste, „ein mutiges und frisches Festival, wie das Temeswar seit langem erwartet hat“, so der Veranstalter, das Deutsche Kulturzentrum Temeswar. Zum dritten Mal fand am vergangenen Wochenende das Festival statt und auch in diesem Jahr hat es die Zuschauer mit einem bunten Programm an Performances, Artist Talks und Workshops im Bann gehalten.

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