Fiskalrat: Steuerhinterziehung 2013 bei 16 BIP-Prozent

Freitag, 18. Juli 2014

Bukarest (ADZ) - Die Steuerhinterziehung im vergangenen Jahr wird vom Fiskalrat (rum. Consiliul Fiscal) auf 16,2 BIP-Prozent geschätzt. Dies entspricht etwa der Hälfte des jährlichen Staatshaushalts. Hauptsächlich wird der Institution zufolge, deren Aufgabe es ist die Haushaltspolitik unabhängig zu begutachten, die Mehrwertsteuer umgangen; allein die Hinterziehung der MwSt. macht 12,2 BIP-Prozent aus. Auf einen beträchtlichen Anteil mit 2,4 BIP-Prozent kommt auch die Nichtbezahlung der Sozialabgaben. Der Fiskalrat deutet darauf hin, dass gerade in diesen beiden Bereichen die Steuern in Rumänien im europäischen Vergleich besonders hoch sind. Über die vergangenen 15 Jahre ist die Steuerhinterziehung verhältnismäßig zur Wirtschaftsleistung beständig gestiegen. Während diese in der ersten Hälfte des vorigen Jahrzehnts noch zwischen sieben und neun BIP-Prozent lag, stieg sie auf 11 BIP-Prozent in den Jahren 2007 und 2008 und legte mit der Wirtschaftskrise noch einmal bedeutend zu. Seit 2010 liegt die Steuerhinterziehung bei über 15 BIP-Prozent. 2013 gab es verglichen mit 2012 einen leichten Rückgang von 16,7 auf 16,2 Prozent. Die Schätzungen des Fiskalrats gehen aus eigenen Rechnungen basierend auf Daten des Nationalen Statistikamtes (INS) hervor.

Kommentare zu diesem Artikel

Manfred, 19.07 2014, 02:12
Ion!Der Staat scheint keinerlei Interesse zu haben,diese Mißstände verändern zu wollen...Kontrollen durch verdeckte Ermittler,welche Taxifahrer,Transportunternehmer,Baufirmen etc überprüfen und zur Anzeige bringen,fehlen wohl weitestgehend bzw. lassen die Leute sich auch schmieren.Solange diese Mentalität vorherrscht,wird es nicht vorangehen können.
Ion, 18.07 2014, 12:45
Meine Frau wollte ihr Hotel mit neuen Bodenbelägen und neuen Vorhängen ausstatten, aber kein (!!!) Unternehmer wollte diesen etwas grösseren Auftrag offiziel mit Rechnung machen. Alles wäre nur schwarz gegangen. Und genau diese Mentalität ist in allen Branchen zu finden. Mitarbeiter auf Stundenbasis anmelden, Rest schwarz auszahlen. Ein minimum wird auf Rechnung gemacht, alles andere schwarz und das zum normalen Preis, den jeder noch so kleine Unternehmer muss ja als erstes eine "masina mare" fahren!! Das hat dann wohl oberste priorität! Und die "rata de luna" wird schon irgenwie gezahlt.
Hanns, 18.07 2014, 10:59
Wie wär es wenn man endlich damit beginnen würde die Steuereinhebung seriös zu betreiben! Aber da wird lieber die Steuer (und sonstige Abgaben) gesenkt, in der Hoffnung, dass dann mehr Leute freiwillig zahlen. So ein Blödsinn - das wird in Rumänien nie funktionieren, weil das Stehlen und Betrügen seit Generationen ganz gut funktioniert hat.

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