Flüchtlingskrise: „Rumänien weder Transit- noch Zielland“

Premier keilt erneut gegen Staatschef

Mittwoch, 28. Oktober 2015

Bukarest (ADZ) - Auf einer Pressekonferenz hat Präsident Klaus Johannis am Montagabend die Erkenntnisse der tags davor stattgefundenen Brüsseler Beratungen zur Flüchtlingskrise bekanntgegeben. Nach wie vor sei Rumänien „weder Transit- noch Zielland“ der Flüchtlingsströme, allerdings geografisch sehr nah zu deren bevorzugten Routen gelegen, zeigte Johannis auf.

Rumänien habe beim Sondertreffen die Verstärkung seines Einsatzes innerhalb der EU-Grenzschutztruppe Frontex angeboten, zudem werde man sich an den kollektiven Bemühungen zur Bewältigung der Flüchtlingskrise beteiligen, so der Staatschef. Von den Journalisten auf den jüngsten Affront des Premiers angesprochen, begnügte sich Johannis zu bemerken, dass Victor Ponta in letzter Zeit „sehr streitsüchtig“ sei – offenkundig meine er, „damit von seinem Gerichtsverfahren wegen Steuerbetrugs und Beihilfe zu Geldwäsche ablenken zu können“.

Wenige Stunden davor hatte der Regierungschef bezüglich des Brüsseler Treffens geäußert, dass Johannis daran „wie die Taubstumme am Tanz“ teilgenommen habe – der Präsident tue nichts, so Ponta, er reise „nach Brüssel und zurück und schweigt sich aus“. Daher wolle er „sowohl gegenüber den Menschen als auch dem Bürger Klaus“ klarstellen, dass jemand „die Bürger dieses Landes schützen“ müsse – weshalb er nach Sofia zum Treffen mit Amtskollegen gereist sei, so Pontas Antwort auf Johannis’ jüngste Rüge.

Kommentare zu diesem Artikel

Annerose, 29.10 2015, 16:12
Ioannis sollte lieber die Tausende rumänische Wirtschaftsflüchtlinge nach Rumänien zurückholen,die Tausende Roma und Sinti mit rumänischer Staatsbürgerschft...alle zurück nach Rumänien,dann wird Platz für die Flüchtlinge in Westeuropa !
giftschlange, 28.10 2015, 21:23
Es ist eine Schnade,dass sich der Ioannis so abputzt.Einst in Brüssel den Mund groß aufmachen und jetzt?.Wichtigist im nur mit Ponta zu streiten.Die Schutzsuchenden sind im vollkommen egal.Dies ist eine unmenschliches Verhalten eines Staatspräsidenten und wirft ein schlechtes Licht auf das ganze Land und auf alle RumänenInnen.Gerade ein Land mit 100000senden eigenen, Wirtschaftsflüchtlingen, müßte hier klare Worte sprechen und entsprechende humanistische Taten setzen.

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