Flugangst kommt auch vom Unwissen

In Temeswar: Abhilfe gegen Aerophobie

Mittwoch, 12. Juni 2013

In der einmotorigen Maschine soll die Flugangst abgebaut werden. Foto: privat

 

Zunächst glaubte ich, die Frau werde verfolgt – so ängstlich zeigte sich die etwa 30-Jährige auf dem Stuttgarter Flughafen. Während der Reise kam die gesamte Palette der Flugangst-Gefühle zum Vorschein, eine Panik-Attacke war nicht mehr fern. Nach der Landung stand sie vor der schwierigen Entscheidung, totenbleich oder nach Kognak riechend zum Geschäftstreffen zu gehen. Sie entschied sich kurzerhand für das Getränk und Minze-Kaugummi. „Nie und nimmer in ein Flugzeug“, fasste sie einen Entschluss, und es hörte sich an, als sei es ein endgültiger.

Menschen verzichten sogar auf berufliche Aufstiege, andere streichen den Urlaub und andere wieder sagen den Geschäftstermin ab: Alles nur, weil sie Flugangst haben. Deshalb bleibt es bei der Ansicht, dass für den einen das Fliegen ein lang ersehnter Traum ist, für andere wieder steht Fliegen auf dem gleichen Level mit Bedrohung, Gefahr und Albtraum. All diese Ängste können mit speziellen Trainings ab nun auch in Temeswar bei Maxair (http://www.maxair.ro/) bekämpft werden.

Die Trainings gibt es in individuellen Therapie-Sitzungen, deren Programmierungen mindestens zwei Arbeitstage im Voraus geplant werden müssen – immer auch wetterabhängig. Die Tatsache, „dass viele nicht wissen, wie ein Flugobjekt funktioniert“, könnte ein Grund der Flugangst sein, sagt die Temeswarer Psychologin Cristina Lupu. 

Mehr als 20 Prozent der Bevölkerung behauptet, in irgendeiner Art und Weise Flugangst zu haben, obwohl die Statistiken des Verkehrsdepartements der USA zeigen, dass der Flugverkehr um etwa 30 Prozent sicherer ist, als einen Wagen zu steuern. Der rumänische Psychotherapeut Ionuţ Ghiugan hat festgestellt, dass es eine Ausweitung dieser Ängste gibt, was Karriere, Familie und private Beziehungen negativ beeinflussen kann. Die Aerophobie kann von Klaustrophobie und Angoraphobie, sowie durch die anderen Sekundärphobien wie zum Beispiel Höhenangst begleitet werden. Die Anfälligkeit, die all diese Erlebnisse zum Ausdruck bringt, stammt aus der Notwendigkeit, die Kontrolle zu haben. Und gerade die Notwendigkeit solcher Kontrollen bringt die Angst mit sich, diese Kontrolle könnte verloren gehen, sagt die Psychologin Cristina Lupu. Außer der Tatsache, dass eine Phobie auf fehlende Kenntnisse über die Fortbewegung eines Flugzeuges zurückgehen kann, könnte ein emotionales Ereignis mit negativer Belastung aus der Vergangenheit als weiterer Grund in Frage kommen. So wird der Flug mit den durchlebten Emotionen assoziiert, erklärt Cristina Lupu.

Seminare gegen Flugangst haben den Zweck, die Kunden darauf vorzubereiten, und sie zu lehren, was es heißt mit dem Flugzeug zu fliegen, wie dieses, einem Vogel ähnlich, durch die Luft gleiten kann, welche Erlebnisse und Emotionen den Passagieren dabei eigen sind. Nicht zuletzt wird die Frage beantwortet, warum Menschen überhaupt Flugangst haben und wozu es dient, ein Flugzeug besser zu kennen.

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