Flughafen Kronstadt: Es könnte noch Jahre dauern

Nach Abstimmung schütteln Juristen den Kopf

Donnerstag, 29. Oktober 2015

Die Start- und Landebahn wurde offiziell im Herbst 2014 eingeweiht und wird seit damals von Kleinflugzeugen benutzt, welche auf Sicht und nicht nach Instrumenten starten und landen, so wie dieser Viersitzer vom Typ Cessna.
Foto: Hans Butmaloiu

Kronstadt – In dieser Woche stimmten die Abgeordneten im Parlament positiv über die Übergabe von 200 Hektar Boden an den Kreisrat Kronstadt/Braşov ab. Darauf sollten – endlich – die Arbeiten an dem Internationalen Flughafen fortgesetzt werden. Doch sofort nach Bekanntgabe des Abstimmungsergebnisses begannen die Juristen den Kopf zu schütteln, denn die gesetzlichen Auflagen stellen neue, bisher unbeachtete Hürden in den Weg,  Hürden, welche den effektiven Weiterbau um viele Monate, wenn nicht Jahre, verzögern könnten. Der Befund ist nämlich folgender: 2009 war das Grundstück, um welches sich alles dreht, durch Regierungsbeschluss von dem Institut für Landwirtschaftliche Forschung an den Kreisrat unter Auflagen übertragen worden. Die ausschlaggebende Klausel des Vertrags sah vor, dass der Bau innerhalb von fünf Jahren abgeschlossen werden musste, was wegen politischer Querellen nicht geschah. Im Frühling 2014 lief die Frist ab und das Grundstück musste - samt fertiger Start- und Landebahn - an das Institut zurückgehen. Erst jetzt, mehr als anderthalb Jahre später, konnte sich die Abgeordnetenkammer zusammenraffen und die Vertragsverlängerung beschließen, um die Baufrist bist 2025 zu verlängern. Der Beschluss ist jedoch nicht rückwirkend, also ist der Kreisrat gezwungen, erst das Grundstück zurückzuerstatten, dann einen neuen Überführungsantrag zu beantragen, auf die zukünftige Abstimmung des wahrscheinlich nächsten Parlaments zu warten, um erst dann einen neuen Übernahmevertrag abzuschließen und schließlich die Ausschreibung für die noch ausstehenden Objekte (Kontrollturm, Rollbahnen, Abfertigungshalle usw.) einzuleiten. Die Kronstädter werden also in den nächsten Jahren weiter nach Otopeni oder Hermannstadt/Sibiu fahren, um einen Flug zu nehmen.

Kommentare zu diesem Artikel

Tourist, 05.11 2015, 02:57
ein vierter Flughafen in Siebenbürgen wird sich langfristig eher nicht rechnen. Wie schon gesagt, in Hermannstadt, Klausenburg und Neumarkt am Mieresch gibt es schon Flughäfen, die internationale Verbindungen anbieten und schon etabliert sind.
Jens, 04.11 2015, 10:33
Es gibt Flughäfen in Tg. Mures, Sibiu, Cluj und B., aber zu keinem davon eine vernüftige Autobahn.
Ich schließe mich meinem Vorredner an, bringt das in den Griff und Brasov hat kein Problem mit noch einem defizitären Flughafen.
Bruno, 30.10 2015, 11:40
Klingt alles wie in einer Bananenrepublik.
Natürlich wäre es ein großer Schritt für die allgemeine Wirtschaft, wenn der Flughafen endlich gebaut würde.
Von den "Volksvertreter" hätte ich mehr Weitsicht gedacht.
Klaus, 30.10 2015, 11:32
wichtiger als ein flughafen wäre endlich den straßenbau im lande auf linie zu bringen.die paar leute die dann zum preis X von Kronstadt aus fliegen können auch andere wege finden.-Das land braucht ordentliche straßen und keine "feldwege".Besonders in der grenznähe zu Moldavien und der Ukraine ist es eine katastrophe.-Per PKW sind es von Galati bis zur ungarischen grenze 12 h zu rechnen.Aber das ist Bukarest egal.-Wird höchste zeit das eine rumänische förderation entsteht und jeder teil eigene kassen hat.-Das "rattennest" bukarest dann zugeschüttet werden kann.
Staedter Hermann, 30.10 2015, 10:20
Braucht jetzt wirkliche jede Stadt einen eigenen Flughafen?
rudi, 30.10 2015, 07:04
Wieder so eine Lachnummer....geht da denn nichts mit dringlichkeits Beschluss.....das gibt es doch sonnst auch für jeden noch so unwichtigen Scheissssss? Warum hauen denn da die lokalen Behörden , Wirtschaftsclubs so wie der Turismusverband nicht auf den Tisch?

Kommentar hinzufügen

* - Pflichtfeld

*
CAPTCHA-Bild zum Spam-Schutz
Wenn Sie das Wort nicht lesen können, bitte hier klicken.
*
*