Flugzeugunglück: Behörden wegen schleppender Bergungsarbeiten im Kreuzfeuer der Kritik

Premier feuert Staatssekretär im Innenressort und ROMATSA-Chef

Donnerstag, 23. Januar 2014

Der beim Flugzeugunglück in den Westkarpaten nur leicht verletzte Chirurg Radu Zamfir (Bildmitte) vom Bukarester Krankenhaus „Fundeni“ stellte sich am Dienstag den Fragen der Presse.
Foto: Agerpres

Bukarest (ADZ) - Das am Montag in den Westkarpaten erfolgte Flugzeugunglück, bei dem alle sieben Insassen zunächst überlebt hatten und mindestens ein Opfer auf die zu spät erfolgte Rettung zurückzuführen ist, sorgt in der Öffentlichkeit zurzeit für große Aufregung.

Premier Ponta gab am Mittwoch das Fazit eines Zwischenberichts zu den Umständen bekannt, die zur späten Ortung und Bergung der Opfer geführt hatten: Die Empörung sei berechtigt, die Rettungsarbeiten seien „inakzeptabel langsam“ erfolgt, die Krisenzelle habe „kopflos“ agiert und bei der Koordinierung der Rettungsmission versagt, so Ponta.

Der Regierungschef verlautete, den zuständigen Staatssekretär im Innenministerium, Constantin Chiper, gefeuert und die Entlassung des Chefs der Flugsicherheitsbehörde ROMATSA angeordnet zu haben. Auch werde er beim Obersten Verteidigungsrat um die Freistellung des Chefs des Sondertelekommunikationsdienstes STS ansuchen. Den Familien der beiden Opfer sprach Ponta das Beileid seines Kabinetts aus.

Nach wie vor bleibt unklar, weshalb das Wrack des Kleinflugzeugs trotz Notsender und die Überlebenden trotz ihrer mit GPS versehenen Smartphones stundenlang nicht gefunden wurden. Offene Fragen gibt es auch bezüglich des technischen Zustands der mehr als 30 Jahre alten Flugmaschine. Ebenso unklar bleibt, ob es sich bei dem Unglück um einen Absturz oder eine Notlandung handelte. Der nur leicht verletzte Bukarester Chirurg Radu Zamfir sagte der Presse am Dienstag, dass Pilot Adrian Iovan in den letzten Minuten keinerlei Angaben machte, da er viel zu beschäftigt war, die Maschine in der Luft zu halten – das Flugzeug habe Vereisungsprobleme gehabt und an Höhe verloren, schließlich fiel auch noch ein Motor aus.

Nach dem Aufprall habe er selbst sein Möglichstes getan, die Opfer so gut wie möglich zu verarzten, und sich verzweifelt bemüht, eine verletzte Medizinstudentin, die als Volontärin mitgereist war, am Leben zu erhalten. Doch kam die Rettung für sie nach den vielen Stunden im Schnee zu spät – wie die Gerichtsmediziner aus Alba mitteilten, erlag die 23-Jährige den Folgen ihrer schweren Unterkühlung.

Kommentare zu diesem Artikel

emil, 25.01 2014, 06:06
Die haben so viel Geld von der EU bekommen und sind nicht in der Lage eine Grundrettung zu sichern. Ich habe selbst zwei mal Notarzt und einmal Polizei rufen müssen da Notfall eingetreten ist, Keine Zentrale spricht die englische Sprache. Die denken es ist immer Spaß da die Notrufnummer in Rumänien meist zum Spaß angerufen wird. Es wird einfach aufgehangen, bis sich jemand findet der rumänisch spricht. Als Reisender würde ich den Text für den Notfall auf rumänisch lernen, sonst ist man verloren.
Ottmar, 23.01 2014, 12:45
Tja so eine Rettung dauert in Rumaenien ungefaehr genau so lange wie das Anmelden eines KFZ. Ca. 20 mal so lang als in Deutschland. Ich bete jedesmal, wenn ich in Rumaenien weile, an keinem Unfall mit Personenschaden beteiligt zu sein. Der Plagiator muss wohl sein gesamtes Personal entlassen. Die Anmeldung meiner rumaenischen Lebensgefaehrtin hat in Deutschland hat auch nur ca 10. Minuten gedauert. Ich wuerde vorschlagen auch das Personal der Registrierungsbehoerden zu 90% zu entlassen. Spart dem Staat eine Menge Geld und vielleicht geht es dann schneller.

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