Förderung deutschsprachiger Lehrer

Pressemitteilung des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien

Mittwoch, 21. Januar 2015

Konsulin Judith Urban, MdB Dr. Christoph Bergner, Botschafter Werner Hans Lauk, MdP Ovidiu Ganţ, Konsul Rolf Maruhn, Forumsvertreter Martin Bottesch und Schulleiter Gerold Hermann bei der Tagung.
Foto: Beatrice Ungar

Hermannstadt (ADZ) - Am Montag und Dienstag fand in Hermannstadt/Sibiu eine Konferenz statt über die Förderung des Unterrichts in deutscher Muttersprache in Rumänien. Daran beteiligt haben sich der rumänische Bildungsminister Mihai Sorin Cîmpeanu, Dr. Paul-Jürgen Porr, der Vorsitzende des Demokratischen Forums der Deutschen in Rumänien, der DFDR-Abgeordnete Ovidiu Ganţ, der Vorsitzende des Siebenbürgenforums Martin Bottesch sowie zahlreiche Schulfachleute, und von deutscher Seite u.a. der Bundestagsabgeordnete Dr. Christoph Bergner und der deutsche Botschafter in Bukarest, Werner Hans Lauk. Im Mittelpunkt standen die für 2015 im Bundeshaushalt vorgesehenen Hilfen für den deutschsprachigen Unterricht in Rumänien im Wert von 750.000 Euro. Im Folgenden die Pressemitteilung des DFDR nach Abschluss der Gespräche.

Das Bildungssystem in deutscher Muttersprache leidet seit einiger Zeit unter argem Mangel an Lehrkräften, die in deutscher Sprache unterrichten können. Der Lehrermangel ist in den Bildungseinrichtungen mit deutschem Muttersprachenunterricht wesentlich problematischer als der allgemeine Lehrermangel in Rumänien, weil Kenner der deutschen Sprache, genau dank dieser Sprachenkenntnisse, viel besser entlohnte Arbeitsplätze in der Industrie und in anderen Wirtschaftsbereichen finden. Aus diesem Grund ist es fast unmöglich geworden, junge Fachlehrer für Grunddisziplinen wie Mathematik, Physik, Chemie aber auch andere Fächer einzustellen.
Andererseits aber ist das Interesse der Eltern, ihre Kinder in Klassen mit deutschem Muttersprachenunterricht einzuschreiben, nicht gesunken, sondern es hat in den vergangenen Jahren zugenommen. Das DFDR kam zur Schlussfolgerung, dass die einzige Möglichkeit, um den Kollaps des Deutsch-Muttersprachen-Bildungsystems zu vermeiden und junge Fachkräfte, die dieser Sprache mächtig sind (wieder) für den Lehrerberuf zu gewinnen darin liegt, jenen, die in deutscher Sprache unterrichten, einen Zusatzbetrag zum Lohn zu erteilen und Fortbildungskurse für sie zu fördern. Die Maßnahmen sind umso gerechtfertigter, als die meisten Hochschulabsolventen Deutsch nicht als Muttersprache haben und das Unterrichten in dieser Sprache einer hohen Qualifikation bedarf.

Das Demokratische Forum der Deutschen in Rumänien hatte an den Deutschen Bundestag einen Antrag auf Förderung der Lehrer gestellt, die in deutscher Muttersprache an den Bildungseinrichtungen unterrichten, die – laut Unterrichtsgesetz – dem staatlichen Bildungssystem in den Sprachen der nationalen Minderheiten angehören und in denen in deutscher Sprache nach dem Curriculum für Deutsch-Muttersprache unterrichtet wird. Gefördert werden sollen die Lehrer sowie Fachlehrer in den Gymnasial- und Lyzeumsklassen, wofür die Summe von 750.000 Euro für das Jahr 2015 genehmigt worden ist. Der Zusatzbetrag wird von der Saxonia-Stiftung in Kronstadt/Braşov vergeben auf Grund eines Antrags der Lehrer, dem Nachweisdokumente beigefügt sind. Der Antragsmodus und die Umsetzung des Programmes werden demnächst bekannt gegeben.

Kommentare zu diesem Artikel

Bruno, 16.05 2016, 21:33
Ich bin Pensionär mit Fakultas für Elektrotechnik und Deutsch. Gibt es ein Betätigungsfeld für mich?
Richard, 29.01 2015, 17:07
Ich bin Deutscher, lebe in Deutschland und unterrichte per Skype einige Rumänen im Bereich Deutsch als Fremdsprache.
Ich würde gern in einem 2-wöchigen Sommerkurs in Rumänien Deutschlehrer
ausbilden, bzw. sie auf Prüfungen etc. vorbereiten. Gibt es dafür finanzielle Mittel?
Ingo, 22.01 2015, 22:14
Ich bin Lehrer für Mathematik, Physik und Informatik. Ich würde gerne in Rumänien unterrichten. Leider kann man dort von einem Lehrergehalt nicht wirklich leben. Ich mag Rumänien. Aber für mich ist die Differenz zwischen Löhnen und Lebensmittelpreisen sowie Mieten nicht zu verstehen. Ich bin Deutscher, habe keine Wurzeln in Rumänien aber meine Aufenthalte dort in den letzten Jahren haben mich sehr überrascht und für euer wunderschönes Land eingenommen.
Leser, 22.01 2015, 17:50
Und wie werden konkret diese Mitteln eingesetzt? Wird es eine Art Stipendium sein?
Wenn ja, muss es auf längere Zeit ausgelegt sein, damit diejenigen die ins Lehramt gehen die Gewissheit haben, dass sie diese zusätzliche Finanzierung für längere Zeit bekommen.
Sehr viel zusätzliches Geld wird es auch nicht sein. Bei geschätzen 400 Lehrkräften bekommt jeder 156 EUR pro Monat zum Gehalt dazu, was natürlich im Verhältnis viel ist (bei den Lehrerinnen wahrscheinlich 70% des Gehaltes) aber das Problem doch nicht löst. Es kann aber auch sein, dass es keine 400 Personen sind, sondern viel wenigere.

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