Fortbildungen im ländlichen Raum

EU-Projekt soll Menschen für den Arbeitsmarkt vorbereiten

Mittwoch, 01. Oktober 2014

Die Arbeitslosenrate im Westen Rumäniens ist sehr niedrig. Wo noch immer viele Arbeitslose sind, ist auf dem Land, wo viele Bauern nach der Wende mit dem Wiedereinstieg in die Landwirtschaft scheiterten. Aufgrund mangelnder Ausbildung und Kenntnissen, können sie mit anderen Arbeitnehmern aus den Städten nicht konkurrieren. Hier möchte die Bethany Stiftung durch das Projekt “Competitiv rural” Abhilfe schaffen. Foto: Marina del Castell

Die Stiftung Bethany aus Temeswar/Timisoara hat im Frühjahr das Projekt “Competitiv rural” gestartet. Das Ziel: Arbeitslose aus dem ländlichen Raum weiterzubilden, um ihnen so die Chance einzuräumen, im Berufsleben wieder einsteigen zu können. Das Projekt wird mit Mitteln der Europäischen Union gefördert und zwar über das Personalentwicklungsprogramms POSDRU. Bis im September 2015 sollen 380 Personen aus dem ländlichen Raum fortgebildet werden. In den Gemeinden Ni]chidorf/Nitzkydorf , Sacosu Turcesc/Türkisch Sakosch sowie Boldur werden die meisten Kampagnen durchgeführt. Das Projekt will aber auch Einwohner aus anderen Gemeinden aus Westrumänien erreichen. Die Hälfte davon sollen Frauen sein.

Arbeitslose Menschen sind die Hauptzielgruppe, aber das Projekt der gemeinnützigen Organisation will auch Kompetenzen fördern, darum richten sich die Kurse und die Informationsveranstaltungen auch an Angestellten aus dem ländlichen Bereich sowie Managern und Landwirten.

Die Teilnehmer erhalten eine Evaluation ihrer Kenntnisse, werden darüber informiert, worin ihre Stärken liegen und auf mögliche neue Arbeitsfelder aufmerksam gemacht. Die Fortbildungen sollen Menschen helfen, Arbeitsstellen außerhalb des Agrarbereichs zu finden. Ihnen werden Grundlagen beigebracht, wie etwa die Nutzung von Standard-Computerprogrammen wie etwa Microsoft Word und können auch Sprachkurse belegen.

Mit “Competitiv rural” will die Bethany Stiftung ihrer Hauptaufgabe nachgehen: Sozial benachteiligten Menschen und Familien ein besseres Leben sichern.

Wie sagte schon der chinesische Philosoph Konfuzius so schön: “Gib einem Mann einen Fisch und du ernährst ihn für einen Tag. Lehre einen Mann zu fischen und du ernährst ihn für sein Leben.” Von dieser Einstellung geht die Hilfsorganisation aus und möchte darum mit Fortbildungen helfen, statt mit Spenden.

Besonders auf dem Land gibt es eine große Zahl an Arbeitslosen. Viele Bauern haben den Wiedereinstieg in die Landwirtschaft nicht gemeistert. Die Gründe sind unterschiedlicher Natur. Inzwischen haben sich aber in Kreisen wie Temesch/Timis viele mittelständische Unternehmen aus dem Ausland angesiedelt. Diese sind potenzielle Arbeitgeber, die allerdings bestimmte Anforderungen stellen. Meist werden Personen aus den Städten angeworben und täglichen mit Busen zu den Firmen gefahren, während in Gemeinden viele weiterhin von der Sozialhilfe leben.

Bethany versucht diesen Menschen den Arbeitsmarkt zu öffnen. Das soll auch durch das Sensibilisieren der Führungskräfte geschehen. Auch sie sollen dieser potenziellen Arbeitskraft gewahr werden.

In den sechs Monaten seitdem das Projekt gestartet ist, hat die Bethany Stiftung durch Informations- und Rekrutierungsveranstaltungen  257 Personen erreichen können. Davon 191 inaktive, 31 Arbeitssuchende, 21, Arbeitslose, 11 Angestellte aus dem ländlichen Raum sowie drei Landwirte. Von den 257 erhielten 76 eine Evaluierung ihrer Fähigkeiten und wurden darüber informiert, in welchen möglichen Bereichen sie arbeiten könnten. 73 Personen erhielten Beratung.

Es wurden Kurse zur Entwicklung sozialer Fähigkeiten, Lernkompetenzen, Management, und Informationstechnik gehalten. Zudem bot Bethany auch Englischkurse an. 60 Personen erhielten auch ein Sprachzertifikat.

Weiterhin werden Fortbildungen zum Kaufmann bzw. zur Kauffrau angeboten. Hinzu kommt noch eine Ausbildung in Bauberufen. 40 Personen haben sich für die Kurse eingeschrieben.

Die erste Fortbildung im kaufmännischen Bereich wurde abgeschlossen. 17 Teilnehmer erhielten eine Urkunde.

Das Projekt kostet etwas mehr als zwei Millionen Lei. Die staatliche Förderung beträgt 276.715 Lei, der Rest wird aus EU-Mitteln finanziert.

Schon jetzt hat die Stiftung mehr Personen geholfen, als im Projekt angegeben. Bei dem Rhythmus könnten bis im nächsten Herbst der doppelten Menge an Nutznießern geholfen werden.

Die Bethany Stiftung wurde 1994 gegründet. Sie ist im sozialen Bereich aktiv und bietet neben Weiterbildungen auch Sozialhilfe an. Die Nichtregierungsorganisation möchte durch ihre Arbeit den sozialen Sektor in Rumänien, der noch immer stark unterentwickelt ist, fördern. So wie viele Hilfsorganisationen versucht sie die Arbeit des Staates zu unterstützen. Auf aufgrund eines Mangels eines adäquaten Sozialapparates.

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