Fortsetzung folgt im Internet

„Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Kultur“ nun im elektronischen Format

Sonntag, 27. August 2017

„Nach der Einstellung der Print-ausgabe der ‘Halbjahresschrift für südosteuropäische Geschichte, Literatur und Kultur’, die vom Historiker Dr. Johann Böhm herausgegeben wurde (1989-2016), war es nur folgerichtig, dieses auf seinem Gebiet einzigartige und auch gut rezipierte Printmedium fortzusetzen. Von den zur Verfügung stehenden Optionen wurde schließlich die elektronische Weiterführung ausgewählt“, heißt es im Geleitwort der ersten Folge des ersten Jahrgangs dieser Publikation, für die als Schriftleiter und Herausgeber Klaus Popa zeichnet. Sie ist abrufbar unter www.geocities.ws/rausschmiss/1.Folge.pdf

Die erste Folge bringt, unter anderen interessanten Beiträgen, die Fortsetzung von William Totoks Studie „Ambivalente Lebensläufe. Securitateoffiziere zwischen Verklärung und Sachlichkeit“.  Vorgestellt werden zwei Securitate-Mitarbeiter, der eine deutscher Herkunft (die er allerdings leugnet): „Über die ‚Entmachtung‘ des Securitateoffiziers, Viliam Steskal (1913-2001). Kurzporträt eines kommunistischen Polizeischergen“ der andere jüdischer Abstammung:  „Ernest Deitel alias Major Aron Blau oder die Verwandlung eines Securitateoffiziers in eine literarische Figur.“ Die literarische Metamorphose des Securisten hat Eginald Schlattner in seinem Roman mit autobiographischen Zügen „Rote Handschuhe“ vollzogen. Interessant auch die Aufzählung von William Totok bezüglich der rumäniendeutschen Präsenz im kommunistischen Geheimdienst: „Viliam Steskal war einer der wenigen Deutschen, die als Securitateoffiziere tätig waren. In den Archivunterlagen tauchen somit bis 1989 in geringer Zahl ethnische Deutsche auf, allerdings aber auch Offiziere, die lediglich die deutsche Sprache beherrschten und aus diesem Grund direkt oder indirekt in dem so genannten Problemfeld „Deutsche Nationalisten und Faschisten” nachrichtendienstlich involviert waren, zum Beispiel: Martin Schnellbach, Mihail Andre, Rudolf Hinz, Gunter Almen, Ioan Kappel, Iosif Veber oder Iosif Müller, sodann Heinz Stănescu, Ernest Deitel oder Gheorghe Preoteasa. Der überwiegende Teil der Offiziere, die sich mit der rumäniendeutschen Minderheit und deren Institutionen – wie der Evangelischen Kirche A.B. befassten – sprach kein Deutsch.“

Dr. Johann Böhm ist mit zwei Beiträgen vertreten, die direkt gebunden sind an die Geschichte der Deutschen in Rumänien in der Zwischenkriegszeit: „Der Wandervogel und die Jugendbewegung sowie deren Arbeitslager in Siebenbürgen“ bzw. „Gab es die Möglichkeit für eine Beseitigung der NS-Erneuerungsbewegung der Deutschen in Rumänien sowie der NS-Volksgruppenführung unter Andres Schmidt?“
In dem Kapitel „Dokumente, Dokumentation“ ist die dritte Folge der „Berichte der Pfarrer der evangelischen Landeskirche A.B. in Rumänien aus Transnistrien und aus dem ‘Generalgouvernement’ 1942 – 1944“ zu lesen. Drei Buchbesprechungen und kurze Angaben zu den Autoren dieses Heftes (außer Totok und Böhm zeichnen noch Björn Opfer-Klinger, Karl-Heinz Gräfe und Christopher Nehring) ergänzen diese lesenswerte Publikation, die nur einen „Mausklick“ entfernt ist.

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